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Kleingartenkolonien sollen wie Parks werden

Kleingärten in Hannover Kleingartenkolonien sollen wie Parks werden

Hohe Hecken und verschlossene Tore soll es in Kleingartenkolonien künftig nicht mehr geben. Die Stadt Hannover will die verpachteten Grünflächen wieder zugänglicher gestalten. "Darauf liegt unser Fokus", sagt Umweltdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette (Grüne) am Montag im Umweltausschuss.

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Für viele Kleingärtner, etwa in der Kirchröder Kolonie Rosengrund, sind die Tage in der Laube gezählt. Die Stadt benötigt Bauland für Wohnungen.

Quelle: Christian Link

Hannover. Die Kleingärten seien Grünflächen für die gesamte Stadt und dürften nicht verschlossen bleiben, sagt Tegtmeyer-Dette. Auch sollen die Koloniewege so hergerichtet werden, dass sie für Rollstuhlfahrer nutzbar sind.

Insgesamt rund 30 Millionen Euro will die Stadt in den kommenden zehn Jahren in Hannovers Kleingärten investieren. Die Ausgabe gehört zum sogenannten Kleingartenkonzept, auf das sich der Bezirksverband der Kleingärtner und die Stadt kürzlich verständigt haben. Mit dem Geld sollen zum einen verwilderte Parzellen wieder hergerichtet werden, zum anderen sollen auf Brachen neue Gärten entstehen - als Ersatz für Hunderte, die entfallen müssen.

813 Parzellen müssen die Kleingärtner aufgeben, darauf haben sich der Bezirksverband der Kleingärtner und Stadt geeinigt. Die Gesamtzahl von etwa 20 000 Parzellen soll nicht reduziert werden, vielmehr will die Stadt Kolonien "verdichten". Das bedeutet, dass große Parzellen in mehrere kleine Gärten aufgeteilt werden. Aktuell umfassen manche Parzellen bis zu 1200 Quadratmeter; das sei nicht mehr zeitgemäß, heißt es vonseiten des Bezirksverbands. Für die betroffenen Hobbygärtner bietet die Stadt Ersatzflächen an. Die Stadt will unterm Strich Bauland für rund 1000 Wohnungen schaffen.

Unter den Kleingärtnern wächst der Unmut. "Warum können Bauwillige nicht im Bestand investieren?", fragt Susanne Leibold im Umweltausschuss. Sie hatte vor einiger Zeit einen Einwohnerantrag mit Tausenden von Unterschriften für die Rettung der Kleingärten gestartet, ohne Erfolg. Auch im Ihmezentrum könnten Wohnungen geschaffen werden, schlägt sie vor. "Das Ihmezentrum gehört nicht der Stadt, wir haben keinen unmittelbaren Einfluss", sagt Tegtmeyer-Dette.

In der Ratspolitik ist man sich weitgehend einig, dass die Stadt mit ihrem Konzept auf dem richtigen Weg ist. "Allerdings müssen wir uns in den Bezirksräten die aufgebrachten Kleingärtner anhören", sagt CDU-Umweltpolitiker Hannes Hellmann. SPD und Grüne sehen den Plan als gelungenen Kompromiss. "Das ist eine herausragende Chance für die Entwicklung der Kleingärten und für die Wohnraumbeschaffung", sagt SPD-Umweltpolitiker Jürgen Mineur. Sein Parteifreund Henning Hofmann mahnt jedoch, dass viele Hobbygärtner eine emotionale Bindung zu ihren Parzellen hätten. "Die Stadt darf nicht über die Köpfe der Kleingärtner hinweg entscheiden", fordert Oliver Förste von den Linken. Auch die FDP betont, dass die Stadt Vorsicht beim Umsiedeln walten lassen müsse. Eine Entscheidung über das Konzept haben die Politiker vertagt.

Tatsächlich wächst die Unsicherheit. So sollen am Vinnhorster Weg in den kommenden Jahren gut 200 Parzellen einer Wohnbebauung weichen. Welche Gärten aber genau betroffen sind, lassen die Pläne der Stadt noch offen.  „Wenn alle das Konzept abgesegnet haben, wundert es mich, dass mir niemand sagen kann, ob ich in ein paar Jahren gehen muss“, sagt Carl-Heinz Herbst, der einen Garten am Vinnhorster Weg pflegt. Beim Bezirksverband und bei der Stadt könne ihm niemand eine Antwort geben.

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