"Es hat keinerlei Ausfälle oder Verspätungen gegeben", sagte Üstra-Sprecher Udo Iwannek. „Die erste Bahn ist pünktlich um 4.16 Uhr in Garbsen gestartet.“
Dabei war die Bergung der verunglückten Stadtbahn am Anfang nur langsam vorangegangen. Das hatte verschiedene Gründe: Ein eigens für den Abtransport des tonnenschweren Wracks angemieteter Schwertransporter aus Hamburg war nicht wie zunächst geplant am Nachmittag in Hannover eingetroffen, sondern erst gegen 21 Uhr. Zudem verzögerten sich die zur Vorbereitung der Bergungsaktion nötigen Arbeiten an dem Fahrzeug.
Für den sicheren Abtransport der Bahn brachten die Techniker der Verkehrsbetriebe am späten Abend Gleise auf der Ladefläche des Tiefladers an. „Unsere Werkstatt muss den Tieflader zunächst präparieren, damit die Bahn auf die Ladefläche passt und auch sicher steht“, erklärte Iwannek.
Weil sich das jedoch als aufwendiger erwies als zunächst angenommen, konnte der 40 Tonnen schwere Silberpfeil nicht wie geplant bereits gegen 23 Uhr über eine Rampe auf das Spezialfahrzeug gezogen werden. Die Üstra-Techniker stellten sich stattdessen auf einen stundenlangen nächtlichen Einsatz ein. Doch wenig später konnte das Problem gelöst werden.
22-jährige Stadtbahnfahrer schwer verletzt
Bei dem Unfall waren am Montagmorgen mehrere Fahrgäste leicht und der 22-jährige Stadtbahnfahrer schwer verletzt worden. Ein Lkw war aus ungeklärter Ursache direkt vor die herannahende Bahn gefahren, als er nach links auf einen Zubringer zur A2 abbiegen wollte. Möglicherweise übersah der Lastwagenfahrer das Rotlicht einer Ampel. Die Ermittlungen der Polizei in dem Fall werden voraussichtlich noch Tage in Anspruch nehmen.
Acht der insgesamt 70 Fahrgäste an Bord der Stadtbahn erlitten Prellungen und Schnittwunden. Die Üstra kündigte an, die Betroffenen bei der Forderung ihrer Rechtsansprüche gegenüber dem mutmaßlichen Unfallverursacher zu unterstützen.
„Einige der verletzten Fahrgäste haben sich bereits bei uns gemeldet“, sagte der Üstra-Sprecher. Auf Wunsch könnten sie während der ersten Bahnfahrten nach dem Unglück den Üstra-Begleitservice in Anspruch nehmen. Zahlreiche Fahrgäste standen nach dem Zusammenstoß unter Schock. Augenzeugen berichteten von Menschen, die in Tränen ausbrachen oder in eine regelrechte Schockstarre verfielen.
Vivien-Marie Drews/red
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