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Aus der Stadt Tunnellösung kommt wieder ins Spiel
Hannover Aus der Stadt Tunnellösung kommt wieder ins Spiel
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02:15 18.02.2016
Von Bernd Haase
Bei der sogenannten D-Linie drohen Kostensteigerungen in Millionenhöhe. Quelle: Archiv
Hannover

Ende vergangener Woche war eine vom beauftragten Planungsbüro Transtec verfasste aktuelle Kostenprognose für die sogenannte D-Linie bekannt geworden. Danach droht die Bausumme von bisher genannten 47 Millionen Euro auf 63 Millionen Euro zu steigen und damit um gut ein Drittel. Folgende potenzielle Kostentreiber haben die Planer ausgemacht.

Gestaltung: Darunter fallen die Umsetzung der Architektenentwürfe für die drei Hochbahnsteige Raschplatz, Rosenstraße und Steintor sowie der Ausbau des Straßenraums in der Kurt-Schumachter-Straße unter anderem mit teurerem Pflaster als zunächst geplant. Alles zusammen verursacht laut Transtec Mehrkosten von gut 4 Millionen Euro.

Kostenanpassungen: Hier nennen die Planer "aktuelle Erkenntnisse von anderen Projekten sowie "Änderungen im Zuge der Planungsausarbeitung". Das schlägt mit 1, 7 Millionen Euro zu Buche.

Planungskosten: Im Finanzierungsantrag sind 17 Prozent der Baukosten berechnet - angeblich, damit die Deckelung der Gesamtsumme von 50 Millionen Euro nicht gefährdet wird. Transtec nennt hier 5,1 Millionen Euro, die zusätzlich gezahlt werden müssen.

Baukostensteigerungen: Wegen der Preisentwicklung seien Steigerungen von 4,7 Millionen Euro möglich.

Unvorhergesehenes: Hierfür setzt die Prognose 0,3 Millionen Euro an.

Stefan Harcke, Geschäftsführer der federführenden Infrastrukturgesellschaft (Infra), hatte in der vergangenen Woche gegenüber der HAZ noch gesagt, man hoffe, die 47 Millionen Euro zu halten. Es gebe auch keine Hinweise, dass dies nicht gelinge. "Die genannten Kostensteigerungen sind kein realistisches Szenario, sondern ein Hinweis auf den schlimmstmöglichen Fall", erklärte er gestern. Näheres wisse man erst, wenn die Auftragsvergabe erfolgt sei. Der Abschnitt in der Kurt-Schumacher-Straße soll in der kommenden Woche ausgeschrieben werden.

Demgegenüber warnte Eberhard Wicke, verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Regionsfraktion, vor einem "finanziellen Blindflug, den wir uns schon angesichts drohender Finanzrisiken etwa wegen der Flüchtlingsfragte nicht leisten können." Wicke plädiert für die sogenannte Scheelhaase-Lösung, bei der Stadtbahnen teils oberirdisch, teils von der Humboldtstraße aus durch den Tunnel ins Zentrum fahren.

Gleiches hat die Initiative Pro-D-Tunnel im Sinn, die langfristig den kompletten Stadtbahnverkehr auf der D-Linie in eine neu zu bauende unterirdische Strecke legen will. Eine entsprechende Internetpetition, die unter www.stoppt-1017.de zu erreichen ist, hatten bis gestern Abend knapp 3800 Nutzer unterzeichnet. Der Vorsitzende Jens Pilawa nannte die bisherigen Kostenrechnungen "Trickserei und Schönrechnerei." Rat, Regionsversammlung und die Bürger seien in der Kostenfrage getäuscht worden. Klaus Scheelhaase, früherer Leiter des U-Bahn-Bauamtes der Stadt, hält das für systemimmanent. Die 47 Millionen Euro seien ermittelt worden, ohne dass die dafür notwendige Planungstiefe vorgelegen habe. Karl-Heinz Mönkeberg, Verkehrspolitiker der SPD, erklärte, Kostensteigerungen seien bei derartigen Projekten nichts Ungewöhnliches. "Wenn sie drastisch steigen, muss die Regionsversammlung neu nachdenken", ergänzte er.

Nach Angaben der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr hat die Kostenfrage keine Auswirkungen auf das Genehmigungsverfahren. "Wir prüfen die vorgelegten Unterlagen inhaltlich auf ihre Umsetzbarkeit und Genehmigungsfähigkeit im Rahmen der bestehenden Gesetze", sagt Sprecher Jens-Thilo Schulze. Ohne Zuschüsse des Landes kann die D-Linie nicht gebaut werden. Die Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) wollte sich gestern zu möglichen Konsequenzen aus der Kostenprognose nicht äußern.

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