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Aus der Stadt Stadtbibliothek zieht gute Bilanz
Hannover Aus der Stadt Stadtbibliothek zieht gute Bilanz
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09:08 08.02.2012
Von Bärbel Hilbig
Ob gedrucktes Buch oder E-Book: Carola Schelle-Wolff (links) und Marlis Drevermann sind mit der Bilanz der Stadtbücherei zufrieden. Quelle: Decker
Hannover

Die jüngsten Besucher der Stadtbibliothek können noch gar nicht alle laufen, geschweige denn lesen. Dennoch ist Bibliotheksdirektorin Carola Schelle-Wolff auf diese Bücherfans besonders stolz. 406 Kleinkinder besitzen selbst einen eigenen Leseausweis, auch wenn das Ausleihen in diesen Fällen die Eltern übernehmen. „Kinder, die früh Liebe zu Büchern entwickeln, lesen und lernen später oft leichter“, sagte Kultur- und Schuldezernentin Marlis Drevermann am Dienstag bei der Vorstellung der Bilanz der Stadtbibliothek für das Jahr 2011.

Insgesamt haben 58.600 Bürger ihre Bibliothekskarte vergangenes Jahr aktiv genutzt, also mehr als jeder zehnte Einwohner. Von den Sieben- bis Zwölfjährigen leihen sich sogar 50 Prozent regelmäßig Musik, Bücher und DVDs aus. Für die Bibliotheksleute gelten Kinder und Jugendliche als besonders wichtige Zielgruppe, für die sie besonders viele Aktivitäten entwickeln. Die Bibliothekare besuchen alle ersten Klassen und erreichen damit auch die Eltern und Lehrer der Erstklässler.

„Wir zeigen den Kindern, wo sie ihren Lesehunger stillen können, und den Eltern, dass sie nicht alles kaufen müssen“, sagt Schelle-Wolff. Doch die Arbeit der Büchereien beschränkt sich nicht auf Kindergärten und Grundschulen. Zunehmend beschäftigen sich Schüler aus weiterführenden Schulen bei Führungen und Seminaren in der Stadtbibliothek mit dem Recherchieren und Bewerten von Informationen.

Ganz neu gibt es jetzt in der Bücherei ein „Book-Slam“: Jugendliche stellen Gleichaltrigen neue Bücher vor und setzen dabei auch Schauspielerei und Verkleidung ein. „Das kommt gut an. Jugendliche entdecken so Bücher, auf die sie sonst nicht gekommen wären“, sagt die Bibliotheksdirektorin. Die Idee dazu kam von einer jungen Mitarbeiterin im freiwilligen sozialen Jahr Kultur.

„Die Bibliothek bietet heute viel mehr als Gedrucktes. Unsere virtuellen Angebote spielen eine zunehmend wichtige Rolle“, sagt Schelle-Wolff. Seit 2009 können Nutzer aus der Online-Bibliothek E-Books, digitale Ausgaben von Zeitungen, Zeitschriften und Musik für begrenzte Zeit auf den heimischen PC herunterladen. „Wir würden gerne noch viel mehr E-Books anbieten, aber Lizenzverhandlungen können wir nur im Verbund führen, und die meisten Verlage setzen auf Verkauf“, sagt die Bibliotheksleiterin.

Eine Konkurrenz von gedruckten und digitalen Medien sieht Schelle-Wolff dabei nicht. Es kämen zunehmend Menschen mit Laptop oder Tablet-PC zum Arbeiten in die Bibliothek, die parallel Papier- und Digitalmedien nutzen. Bisher bieten das Haupthaus an der Hildesheimer Straße, die Bücherei am Kronsberg und die Kinder- und Jugendbücherei Südstadt einen W-LAN-Zugang. In der Zentrale steht an zwei PCs eine Plattform mit 1700 aktuellen Zeitungstiteln zur Verfügung.

Im August 2011 hat die Stadtbibliothek in vier Häusern die Selbstbedienung beim Ausleihen und Zurückgeben von Büchern eingeführt. Die Stadt hat dafür drei Millionen Euro investiert und spart pro Jahr 400.000 Euro durch schrittweisen Abbau von 21 Personalstellen. Weitere Mitarbeiter sollen sich verstärkt um Beratung und junge Leser kümmern. Die Selbstbedienung kommt offenbar gut an: Die Leser verbuchen über 95 Prozent der Bücher selbst. „Ich finde das sehr gut, denn es geht schneller“, sagt Besucher Adrian Thiemann. Ein Schalter außen am Gebäude soll die Rückgabe zu begrenzten Zeiten außerhalb der Bibliotheksöffnung ermöglichen. Damit gibt es allerdings Probleme. Nach kleineren Pannen ist das Gerät jetzt durch die Kälte lahmgelegt. Die Lieferfirma muss nachbessern.

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