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Aus der Stadt Herr Schnoor, wie war das nochmal mit der Million?
Hannover Aus der Stadt Herr Schnoor, wie war das nochmal mit der Million?
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00:17 16.03.2017
Von Juliane Kaune
„Ich bin wohl doch etwas eitel“: Ralf Schnoor ist zwar durch und durch Lindener, wohnt jetzt aber in der Oststadt. Quelle: Samantha Franson
Hannover

Er fährt ihn immer noch. Den silberfarbenen Astra Kombi, Baujahr 2000. „Was soll ich machen?“, fragt Ralf Schnoor. „Der läuft und läuft, da kann ich ihn doch nicht einfach verschrotten.“ Ohnehin hat der alte Wagen einen besonderen Vorteil: „Klauen will den keiner mehr.“

Vor sieben Jahren gewann Ralf Schnoor bei der Quizsendung "Wer wird Millionär?" den Hauptpreis. Auf dem Stadtspaziergang spricht der Inhaber des Café K von seinem Leben als Millionär.

Ein Auto ist für Schnoor ein Gebrauchsgegenstand. Auf die Idee, sich ein flotteres Modell zuzulegen, ist er nie gekommen. Leisten können hätte er es sich: Sieben Jahre ist es her, dass der Inhaber des Café K. in Linden bei Günther Jauchs RTL-Fernsehquiz eine Million Euro gewonnen hat und es damit bundesweit zu einer gewissen Berühmtheit brachte. Doch wenn er am Pariser Platz hinter seinem Kuchenbüfett steht, die legendäre Käsetorte anschneidet und die unvergleichlichen Trüffel über den Tresen reicht, muss er feststellen: „Eigentlich ist alles so geblieben wie immer.“

Seit 32 Jahren Wirt im Café K.

Beständigkeit. Ein altmodisches Wort. Schnoor hört es gern. Und er erzählt gern, was sich bei ihm alles nicht verändert hat. Dabei spielt der Stadtteil Linden, in dem er vor 55 Jahren geboren wurde, aufgewachsen ist und seit 32 Jahren sein Café K. betreibt, eine tragende Rolle. „Hier hat alles angefangen“, sagt er grinsend, als er vor dem Haus in der Von-Alten-Allee 8 in Linden-Mitte steht. Seinerzeit gab es dort noch eine Geburtsklinik. Einige Minuten Fußmarsch entfernt, im damals wie heute weniger gut situierten Linden-Süd, war Familie Schnoor zu Hause. Der Vater Schweißer bei der Hanomag, die Mutter Putzfrau. „Mein Bruder, meine Schwester und ich hatten zu dritt ein Zimmer - genau dort“, sagt Millionär Schnoor und deutet auf ein Fenster im Erdgeschoss des Mietshauses in der Tonstraße 9. „Das Klo lag im Treppenhaus.“

Zur Schule ging es an die IGS Linden. Nach dem Abi gab es nur zwei Alternativen. „Entweder wollte ich mich autodidaktisch zum Gitarrenbauer ausbilden oder ein Café aufmachen.“ Den zweiten Plan setzte er nach einer Konditorlehre in die Tat um. Ein Ladenlokal in der Charlottenstraße 56, nicht weit vom Elternhaus entfernt, gehörte einem seiner Lehrer - und der vermietete es gern an den jungen Existenzgründer. Das erste Café K. war eröffnet. „Inh. R. Schnoor“ steht noch immer am Türrahmen. „Das wusste ich gar nicht“, sagt Schnoor verwundert, als er vor den verhängten Schaufenstern steht.

Seit 13 Jahren Table Quiz

Im Jahr 2000 ist er mit seinem Café K. an den Pariser Platz umgezogen, da ist deutlich mehr Platz. Und dort serviert Schnoor auch Wissenswertes. Mit Begeisterung und mit Beständigkeit. Seit 13 Jahren lädt er alle zwei Wochen zum Table Quiz ein und stellt seinen Gästen selbst ausgedachte Fragen.

Die Ideen dafür sammelt er immer und überall nach dem Zufallsprinzip. „Schon mal von einer Erektions­urkunde gehört?“, fragt er vielsagend. Aufklärung: Das ist ein Dokument, das einer Kirchengemeinde die Errichtung eines Pfarramtes erlaubt. Auch die Millionen-Frage nach dem Schwarzen Einser, der 1849 in Bayern herausgegebenen ersten deutschen Briefmarke, die er Jauch vor sieben Jahren richtig beantwortete, hatte er schon in seiner eigenen Quizrunde gestellt.

Schnoor liebt Spielereien. Er mag den Auftritt vor Publikum. Auch den Rummel nach dem Millionengewinn hat er genossen. Und ganz vorbei ist der immer noch nicht. „So einmal pro Woche schaut hier noch jemand vorbei, der ein Foto mit mir machen möchte.“ Meistens sind es Hannover-Touristen, die von der Sehenswürdigkeit am Pariser Platz und dem Chef gehört haben.

Natürlich freut es ihn, dass auch das Fernsehen immer mal wieder anfragt. RTL bucht ihn gern für Sondersendungen von „Wer wird Millionär?“ im prominenten Joker-Team - mal an der Seite von Barbara Schöneberger und Oliver Pocher, mal mit Sportreporter Waldemar Hartmann und Dschungelcamp-Moderatorin Sonja Zietlow. Sichtlich stolz ist er auf seinen Auftritt in der „Quiz-Arena 500“, da war er zuletzt neben Jauch Schiedsrichter. „Da haben fünf Millionen Menschen zugeschaut“, erzählt Schnoor begeistert. Er schmunzelt: „Ich bin wohl doch etwas eitel.“

Aber er freut sich eben genauso über ein volles Café K. beim Table Quiz, über einen Plausch mit den Gästen, neue Kreationen aus der Küche und „dass ich mich auf meine Mitarbeiter so gut verlassen kann“. Nach wie vor ist er jeden Tag vor Ort, erledigt die Einkäufe mit dem Astra und plant den Tag. „Sonst würde mir was fehlen.“

Lohnerhöhung fürs Personal

Die Million habe ihm gewisse materielle Freiheiten gegeben, bilanziert Schnoor. Eine Eigentumswohnung hat er sich geleistet, 120 Quadratmeter plus Dachterrasse in einem Haus aus den Dreißigern. Seine Frau, eine Innendekorateurin, konnte ihren Laden neben dem Café K. kaufen; das nach wie vor gepachtete Lokal bekam neue Toiletten, die Belegschaft eine Gehaltserhöhung. Keine Weltreise? „Das kann ich mit meinem Beruf nicht vereinbaren - und ich hasse Langstreckenflüge.“

Am wohlsten fühlt er sich ohnehin in Linden. Etwas zögerlich gibt er zu, dass er inzwischen in der Oststadt wohnt. „Das war der Wunsch meiner Frau, sie wollte etwas Abstand zum Arbeitsplatz.“ Dabei muss es ja nicht bleiben.

Noch sind 26 Bolzplätze in Hannover gesperrt. Die Stadtverwaltung arbeitet aber nach eigenen Angaben mit Hochdruck daran, die Sportflächen herzurichten. Im April soll auf allen Plätzen wieder gekickt werden. 150 000 Euro kosten die Bauarbeiten, die aufgrund eines Gerichtsurteils nötig wurden.

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