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Aus der Stadt Auto fahren mit Erdgas aus Stroh
Hannover Aus der Stadt Auto fahren mit Erdgas aus Stroh
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00:17 09.01.2017
Von Simon Benne
„Mit vier Ballen kommt man 11.500 Kilometer weit“: Corinna Kleimann beim Fototermin zwischen Stroh und Erdgas-Säule. Foto: Dröse Quelle: Rainer Dröse
Hannover

Ein Strohfeuer galt bislang nicht unbedingt als Synonym für Nachhaltigkeit. Doch das könnte sich in Hannover jetzt gründlich ändern: Die Stadtwerke haben die fünf von Enercity belieferten Erdgas-Tankstellen in der Landeshauptstadt auf Bio-Methan umgestellt. Fahrer tanken dort seit Jahresbeginn kein gewöhnliches Erdgas mehr, sondern einen Treibstoff, der aus „landwirtschaftlichen Reststoffen“ gewonnen wird - vor allem aus Stroh.

Es ist gewissermaßen ein Feldversuch ganz eigener Art: „Rund 13 Millionen Tonnen Stroh werden auf Deutschlands Feldern Jahr für Jahr untergepflügt“, rechnet Frerich Brandes vor, der bei der Stadtwerke-Tochter Enercity contracting für Mobilität zuständig ist: „Damit könnten fünf Millionen Pkw CO2-neutral fahren.“ Glaubt man ihm, könnte Stroh als Energiequelle noch eine ungeahnte Karriere machen: „Mit vier großen Ballen kommt ein Mittelklassewagen rund 11.500 Kilometer weit.“

In anderen Städten fahren Erdgas-Autos bereits mit Bio-Methan. Das Gas für Hannovers Erdgas-Tankstellen wird von der Firma Verbio im brandenburgischen Schwedt aus Stroh hergestellt. Weil dabei keine Lebensmittel vernichtet werden, sei der Strohtreibstoff auch ethisch unbedenklich, sagt Brandes.

Anders als Benzin- oder Diesel-Fahrzeuge produzierten Erdgasmotoren kaum Feinstaub, und mit dem neuen Bio-Methan seien die Fahrzeuge auch fast CO2-frei unterwegs, versichert Corinna Kleimann von Enercity: „Damit bieten wir einen Ausweg aus der aktuellen Klima- und Schadstoff-Falle.“ Erdgasfahrzeuge mit Stroh im Tank seien in Hannover derzeit die umweltschonendste Möglichkeit, mit einem Auto von A nach B zu kommen.

In der Region Hannover sind derzeit 1890 Erdgas-Fahrzeuge angemeldet, davon rund 1200 in der Landeshauptstadt. Jedes dieser Fahrzeuge könne Bio-Methan aus Stroh tanken, versichert Enercity. Gegenüber Benzin könnten Fahrer so bis zu 50 Prozent der Kraftstoffkosten sparen. Und ganz nebenbei für saubere Felder sorgen.

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