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00:15 03.08.2015
Meister Adebar legt in der Region Hannover ein Rekordjahr hin – Mäuse haben ihm dabei geholfen Quelle: dpa
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Hannover

1934 sind die Störche überhaupt zum ersten Mal gezählt worden. Noch Ende der Neunzigerjahre saßen ganze acht Elternpaare auf den Nestern in der Region. „Ich habe damals das Aussterben der Störche bei uns für das Jahr 2000 prognostiziert“, erinnert sich Löhmer. Zu seiner Freude hat er sich geirrt – „Biologie ist eben keine statische Wissenschaft.“

Für die Rekordzahlen macht Löhmer im Wesentlichen zwei Faktoren verantwortlich. Wie immer spielt das Wetter eine Rolle. Im Frühjahr war es zwar manchmal kühl, aber anders als noch 2014 nicht gleichzeitig nass. Deshalb sind keine Jungtiere an Unterkühlung gestorben. Im Vorjahr gab es zwar auch immerhin 45 Brutpaare, aber nur 57 Nestlinge wurden flügge. Außerdem ist 2015 ein Mäusejahr, wie es im Durchschnitt nur alle sieben Jahre eines gibt. Die Biologen haben Massenvermehrungen vor allem bei Feld-, aber auch bei Wühl- und Rötelmäusen beobachtet. Darüber freuen sich Füchse, Greifvögel, Igel und eben auch Meister Adebar.

Generell führt Löhmer die positive Entwicklung bei den Weißstörchen auf die sogenannten Westzieher zurück. Das sind die Vögel, die früher über Gibraltar nach Westafrika zum Überwintern geflogen sind. Mittlerweile bleiben sie oft in Südfrankreich oder Südspanien, was die Flugrouten kürzer und weniger kraftraubend macht. Die Tiere können früher zurückkehren und, wenn das Wetter mitspielt, früher ins Brutgeschäft einsteigen. Der Februarstorch war im Raum Hannover in diesem Jahr keine Seltenheit.

Löhmer will noch nicht von einer Überbevölkerung in Sachen Storch sprechen. „Tatsache ist aber, dass er an Orten auftaucht, wo er jahrzehntelang nicht war“, sagt er. Außerdem hat der Wissenschaftler „Kloppereien um gute Nistplätze“ beobachtet. Dabei attackieren Nachzügler im Frühjahr Brutpaare, und das ist kein Kinderspiel. In Neustadt-Bordenau hat ein Angreifer gesiegt und die Eier aus dem Nest geworfen.

Der Storchensommer geht dem Ende entgegen. Derzeit kann man Trupps von Jungtieren beobachten, die gemeinschaftlich Mitte August zum Abflug blasen. Die Altvögel bleiben bis September.

Fünf auf einen Streich in Laatzen-Grasdorf

Im Durchschnitt leben die Störche in der Region Hannover als Zwei-Kind-Familie. Es gibt aber Paare, die sich damit nicht begnügen. Rekordhalter sind die Vögel in Laatzen-Grasdorf mit fünf Jungtieren – überhaupt ist das Leineland ein gutes Pflaster: Vier Storchenjunge sind in Wülfel, den Wunstorfer Ortsteilen Luthe und Blumenau und in Neustadt-Esperke flügge geworden. Im Osten der Region hatte das Paar in Lehrte-Immensen ein Quartett im Nest. Storchenfreie Zone sind dagegen das Calenberger Land und der Deisterraum.
Neue Wohnsitze haben die Störche in diesem Jahr unter anderem in Stöcken, in Langenhagen-Engelbostel und Burgwedel-Fuhrberg gegründet. Das junge Stöckener Paar gehörte zu den insgesamt zehn, die mit ihren Brutversuchen gescheitert sind – „vermutlich aus Unerfahrenheit“, sagt der Weißstorchbeauftragte Reinhard Löhmer. Er betätigt sich auch als Mahner: „Um die Brutpopulation auf dem gegenwärtigen Stand zu halten, bedarf es weiterer Anstrengungen bei der ökologischen Entwicklung des Lebensraumes.“ Meister Adebar braucht nun einmal Grünland, und damit er sich wirklich wohlfühlt, sollte dieses zumindest ab und an auch ein wenig feucht sein. se

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