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StartUp-Impuls fördert vier Geschäftsideen

Zehn Jahre Gründungswettbewerb StartUp-Impuls fördert vier Geschäftsideen

Zehn Jahre StartUp-Impuls: Der Gründungswettbewerb fördert in seiner Jubiläumsauflage vier Geschäftsideen – und prämiert den TimberTower zum „Erfolg des Jahrzehnts“.

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Der TimberTower in Garbsen ist das weltweit erste Holzwindrad.

Quelle: Körner

Hannover. Neue Ideen braucht das Land. Und die Region Hannover auch. Deshalb gibt es nun schon seit zehn Jahren den Gründungswettbewerb StartUp-Impuls, der über die Jahre verschiedenste Geschäftsideen gefördert hat. Prämiert wurde zum Beispiel die Idee, aus Milch Fasern zur Kleiderherstellung zu machen oder die Erfindung einer teilbaren Schraubenmutter. Es ist der wichtigste und höchstdotierte Gründerwettbewerb der Region, jedes Jahr vergeben die Sparkasse Hannover und die Wirtschaftsfördergesellschaft Hannoverimpuls 80.000 Euro an insgesamt vier Preisträger in unterschiedlichen Kategorien.

Zum runden Geburtstag des Wettbewerbs kommt in diesem Jahr noch eine besondere Prämierung dazu: der Timber Tower wurde bei der Verleihung gestern Abend zum „Erfolg des Jahrzehnts“ gekürt. Die Windkraftanlage aus Hannover ist weltweit einmalig, denn ihr 100 Meter hoher Turm ist aus Holz gefertigt. Der TimberTower hatte beim StartUp-Impuls 2007 den Klimaschutzpreis gewonnen, im Dezember 2012 ging der Prototyp in Betrieb.

In diesem Jahr hatten sich insgesamt 139 junge Unternehmen um die Preisgelder beworben, am Ende gab es vier glückliche Sieger. Den Gründungspreis in Höhe von 20.000 Euro erhielt die Firma CouchCommerce, deren Software es Onlineshopbetreibern ermöglicht, in Minuten aus ihrer Website eine App für Smartphones und Tablets zu machen. Der Ideenpreis und 10.000 Euro ging an die Firma Metiba, deren Gründer einen Fußtüröffner entwickelt haben, mit dessen Hilfe sich zum Beispiel Krankenhaustüren hygienisch öffnen lassen. Den Wissenschaftspreis in Höhe von 20.000 Euro bekam die innovative Lagertechnologie Leviguide, die am Institut für Dynamik und Schwingungen der Leibniz Universität Hannover entwickelt wurde. Der Branchenpreis, dotiert mit 10.000 Euro, wurde vom enercity-Fonds „pro Klima“ gestiftet und ging an das Internetportal Energieheld, das sich auf energetische Gebäudesanierung spezialisiert hat.

Aber nicht nur die Gewinner profitieren von dem Wettbewerb, sagt Andrea Masurek von Hannoverimpuls. Jedem Bewerber werden drei individuelle Beratungsgespräche angeboten, um die Geschäftsidee als Selbstständiger in die Tat umzusetzen.

Ausgezeichnete Ideen

Mit dem Fuß durch die Tür

An den Türklinken öffentlicher Gebäude kleben etliche Viren und Bakterien, das haben verschiedene Untersuchungen ergeben. Besonders in Krankenhäusern kann das zur Gefahr werden, denn Krankheitserreger verbreiten sich über die Türgriffe schnell unter den Patienten. Der Fußtüröffner der Firma Metiba soll da zukünftig Abhilfe schaffen.

Das neuartige System des Hannoveraners Sascha Klein funktioniert rein mechanisch und kann nachträglich in jede Tür eingebaut werden. Der sogenannte Fodo ist eine Trittklappe, die sich am unteren Ende der Tür befindet. Wird der Tritt mit dem Fuß betätigt, öffnet sich die Tür und kann mit Schwung aufgestoßen werden. Ein weiterer Vorteil, auch für die Türen zu Hause oder im Büro: Wer mit vollen Händen eine Tür öffnen will, muss nicht mehr umständlich mit dem Ellenbogen am Türgriff nesteln, sondern nutzt einfach den Fußtritt. Kostenpunkt: 350 Euro.

Laut Erfinder Sascha Klein ist die Nachfrage nach dem „Fodo“ bereits groß. Allerdings geht der Türöffner erst Ende dieses Jahres an den Markt, noch sucht die Firma Metiba einen Produktionsbetrieb für die Serienfertigung. Ein wichtiger nächster Schritt ist laut Klein außerdem die internationale Patentanmeldung.

Ein Lager in der Luft

In großen Maschinen werden Lager überall dort eingesetzt, wo zwei gegeneinander bewegliche Teile geführt werden müssen. In einem herkömmlichen Lager sind die Kugeln von Schmierflüssigkeit umgeben – das ist aber zum Beispiel in der Lebensmittelproduktion problematisch, denn das Schmieröl darf nicht in den Produktionskreislauf gelangen. Deshalb gibt es sogenannte Luftlager. Eine solche kontaktlose Lagertechnologie hat Sebastian Mojrzisch am Institut für Dynamik und Schwingungen der Leibniz Universität Hannover entwickelt. „Das Luftlager funktioniert aber nicht wie sonst mit Druckluft, sondern mit Ultraschalllevitation“, erklärt der Forscher. Dabei lassen Schwingungen im Ultraschallbereich ein tragendes Luftpolster entstehen. Besonders gefragt könnte diese Form des Luftlagers bei Präzisionsmaschinen sein.

Noch wird die innovative Lagertechnik erforscht. Ralf Meyer von Hannoverimpuls glaubt aber an die Markttauglichkeit: „Wenn die Technik noch rund 18 Monate weiterentwickelt wird, könnte es einen echten Prototypen geben.“ Und dann könnte man damit richtig Geld verdienen.

Shopping auf der Couch

Immer mehr Menschen kaufen online ein, im vergangenen Jahr machten die Onlineshopper schon sieben Prozent des gesamten Umsatzes im Einzelhandel aus – Tendenz steigend. Gleichzeitig gehen immer mehr Internetnutzer über ihr Smartphone oder Tablet ins Netz. Darin sahen die Macher der Firma CouchCommerce eine Marktlücke, und erfanden eine Software, die Onlineshops automatisch in Apps für Tablets und Smartphones umwandelt.

Zwar können Onlineshopper mit den  Geräten auch auf die Website der Shops zugreifen, gerade bei kleinen und mittlere Onlineshops ist die Benutzerfreundlichkeit aber schlecht, weil sie nicht für die Bedienung mit den Fingern über Touchscreen programmiert wurden. Anders ist das bei den Apps. Die Software wandelt die Onlineshops in wenigen Minuten in Apps um, die anschließend ohne Installation automatisch auf den Endgeräten angezeigt werden. Die Firma CouchCommerce verspricht den Shopbetreibern durch die bessere Bedienbarkeit höhere Verkaufszahlen – und hat auch schon viele Kunden von dem Konzept überzeugen können. Seit dem Marktstart im November 2012 haben sich bereits 500 Shopbetreiber bei CouchCommerce angemeldet.In Zukunft will die Firma weiter wachsen und mithilfe des Preisgeldes ihr Team in Hannover erweitern.

Gute Isolierung, wenig Kosten

Die Energiekosten in Deutschland steigen seit Jahren, deshalb sind energieefiziente Häuser nicht nur ökologisch vorbildlich, sondern sie helfen langfristig auch eine Menge Geld zu sparen. Die Firma Energieheld rund um den Gründer Philipp Lyding unterstützt Immobilienbesitzer dabei, energetische Sanierungen durchzuführen. Auf dem Webportal www.energieheld.de können Hausbesitzer kostenlos einen sogenannten Energiecheck machen und herausfinden, wie viel Energie sich in den eigenen vier Wänden sparen lässt. Anschließend berät die Firma über die gesetzlichen Rahmenbedingungen, die Nutzung möglicher Fördermittel und stellt einen Kontakt zu Energieberatern und Handwerkern vor Ort her.

Die Firma Energieheld wurde im März 2012 gegründet, seit Dezember ist das Informations- und Vermittlungsportal online. Schon jetzt hat die Firma ein breites Partnernetzwerk von Handwerkern und Beratern, die von den direkten Anfragen der Kunden profitieren. In Zukunft sollen die Kunden auf den Internetseiten auch Produktinformationen über Heizungen, Solaranlagen oder Fenster finden. Außerdem soll in Kürze ein Portal zur Verfügung stehen, auf dem sich die Energieberater und Handwerker mit einem eigenen Profil darstellen und von Kunden bewertet werden können. Das Preisgeld will der Gründer Philipp Lyding für diese Erweiterungen der Seite verwenden.   

Anne Grüneberg

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