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Aus der Stadt „Populismus“ und „rot-grüner Filz“
Hannover Aus der Stadt „Populismus“ und „rot-grüner Filz“
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00:15 09.08.2013
Der Wahlkampf wird ruppiger: Plakate von CDU-Kandidat Waldraff und SPD-Mann Schostok. Quelle: Treblin
Hannover

"Waldraff arbeitet mit Ressentiments gegen Parteien“, sagt Schostok. Indem der CDU-Mann sich als vermeintlich unabhängiger Kandidat präsentiere, distanziere er sich zugleich von seiner eigenen Partei. Ob das jedem in der CDU gefalle, sei fraglich. „Dabei genießen politische Parteien insbesondere auf der kommunalen Ebene nachweislich hohes Vertrauen“, meint Schostok. Deshalb habe er selbst auch kein Problem, das SPD-Logo auf seinen Wahlplakaten zu zeigen.

Hintergrund des Streits ist eine Plakatkampagne des CDU-Kandidaten, die nicht nur auf das Parteilogo und die Parteifarben verzichtet, sondern den Gegenkandidaten auch mehr oder weniger deutlich attackiert. Dem „Genossen der Partei“ und „Berufspolitiker“ (gemeint ist Schostok) wird der „Anwalt aller Bürger“ und „Menschenkenner“ (gemeint ist Waldraff) gegenübergestellt. Auch betont Waldraff gerne, dass das Rathaus „keiner Partei gehört“, wiederholt hat er von „rot-grünem Filz“ in Hannover gesprochen.

Waldraff sieht seine Kampagne als eine rein „inhaltliche Auseinandersetzung“ an, Schostok dagegen fühlt sich persönlich angegriffen. „Ich werde solche Attacken nicht starten“, sagt Schostok. Vielmehr wolle er auf einer inhaltlichen Ebene überzeugen.

Die CDU wiederum meint, dass Schostok keine eigenen Ideen präsentiere, sondern bei den Christdemokraten abschreibe. Dass Hannovers Straßen mit einem millionenschweren Sanierungsprogramm systematisch fit gemacht werden sollen, wie Schostok neuerdings vorschlägt, sei eine alte Forderung der CDU-Ratsfraktion, die Rot-Grün im Rat immer wieder abgelehnt hat. Für Schostok dagegen läuft diese Kritik ins Leere. „Ich habe nicht einer Partei etwas weggenommen, sondern im Gespräch mit den Menschen ein Thema identifiziert“, kontert er. Eigentlich müsse die CDU einräumen, dass er einen vernünftigen Vorschlag gemacht habe.

Auch Waldraff versucht mit Verkehrsthemen zu punkten. „Der Verkehr muss fließen, der Wirtschaftsfluss gesichert sein“, sagt er. Busspuren sollten auch für Taxis freigegeben werden, regt der CDU-Kandidat an. Auch das Thema Kinderbetreuung haben beide Kandidaten für sich entdeckt. Während Waldraff die Zahl der Betriebs-Kitaplätze von 730 auf 2000 erhöhen will, widmet sich Schostok den Ganztagsschulen. Er fordert, mehr Geld zu investieren und gebundene Ganztagsschulen mit Lehrerbetreuung an Nachmittagen zu organisieren. Hierbei muss aber die Landesregierung mitspielen, denn sie bezahlt die zusätzlichen Lehrerstunden.

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