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Aus der Stadt Älteste Sauna Hannovers vor dem Aus?
Hannover Aus der Stadt Älteste Sauna Hannovers vor dem Aus?
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00:15 22.07.2016
„Die Baumängel schreien zum Himmel“: Michael Thierkopf, Vorsitzender des Fördervereins, an der Stadtparksauna im Zooviertel. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

Steht Hannovers älteste Sauna vor dem Aus? Der Förderverein, der sich 2011 zur Rettung der Einrichtung im Stadtpark gegründet hat, ist in großer Sorge wegen zahlreicher Baumängel. Wegen fehlender Investitionen in das städtische Gebäude hat der Vereinsvorsitzende Michael Thierkopf Mitte Juni einen langen Bittbrief an Oberbürgermeister Stefan Schostok geschrieben - und bis heute noch keine Antwort erhalten. Bei der Stadt heißt es jetzt, Mitte August solle es ein Gespräch mit dem Förderverein und der Geschäftsführung geben. Doch die Erwartungen sind sehr unterschiedlich. „Wir sind nicht bereit, weitere Verzögerungen zu hören“, sagt Thierkopf: „Wir wollen an diesem Tag ein konkretes Ergebnis haben.“ Stadtsprecher Dennis Dix hingegen sagt, der Termin diene dazu, „die Lage und die Möglichkeiten zu besprechen“.

Eröffnet wurde die Sauna 1943 in einem Fachwerkbau, der zehn Jahre zuvor als „Bauernschänke“ am Rand des Parks entstanden war. Damit zählt sie zu einer der drei ältesten Saunen Deutschlands. Doch obwohl es immer wieder Sanierungen und Umbauten gab, verschlimmert sich der Zustand der Immobilie immer mehr. „Die Baumängel schreien zum Himmel“, sagt Fördervereinschef Thierkopf. Die Stadt als Gebäudeeigentümerin sei in der Pflicht. Das Gebälk sei morsch, eine Wand entfernt und nur provisorisch wieder verschlossen worden, das Dach sei marode, die Fliesen im Außenbereich bröckelten ab. Jahrelang hatte die Stadtparksauna eine treue Stammkundschaft von etwa 150 Besuchern und insgesamt 7000 Jahresgästen - doch der Erhaltungszustand lasse die Kundennachfrage sinken, heißt es. „Viele Besucher kommen nur einmalig und nicht wieder zurück“, sagt Thierkopf. Zuletzt hatten Stadt und Förderverein zu jeweils etwa gleichen Teilen rund 160 000 Euro in Erneuerungen investiert.

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2014 hatte der Förderverein ein Konzept entwickelt, durch die Erweiterung mit einem multifunktionalen Pavillon mit Naturheilpraxis, Physiotherapie, Massage- und Kosmetikangeboten sowie einem Raum für Vorträge und Veranstaltungen das Angebot der Stadtparksauna zu erweitern und für neue Nutzergruppen attraktiv zu machen. Dem aber stand der Denkmalschutz entgegen. Mit einer Kuriosität: Der Denkmalschutz verpflichte die Stadt nicht zum Erhalt der Sauna, weil er nach Auskunft der Behörden nur für das Gesamtensemble des Stadtparks gelte, nicht für einzelne Gebäude. Zugleich aber verhindere er Erweiterungen. „Schizophren“ nennt Thierkopf dieses Zusammentreffen. Der Stadtparksauna werde es massiv erschwert, in Konkurrenz zu anderen Saunen mit breiteren Angebot zu treten.

„Wir verstehen die Stadt Hannover auf der anderen Seite“, sagt Thierkopf: Auch die Wirtschaftlichkeit müsse gegeben sein. Andererseits sei das Angebot ein „kleines Juwel für die Hannoveraner, das es zu erhalten gilt“. Immerhin: Für den Brief an den OB hat der Förderverein 270 Unterschriften gesammelt. Und hofft jetzt auf konstruktive Gespräche.

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