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Aus der Stadt Zwei Hunde verenden durch Blaualgen
Hannover Aus der Stadt Zwei Hunde verenden durch Blaualgen
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00:15 22.08.2013
Von Mathias Klein
Die Region Hannover warnt mittlerweile vor dem Auftreten von Blaualgen am Steinhuder Meer. Quelle: HAZ
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Mardorf

Die Belastung durch Blaualgen macht das Wasser des Steinhuder Meeres derzeit zur Gefahr für Mensch und Tier. Am vergangenen Wochenende verendeten zwei Hunde qualvoll, nachdem sie aus dem Gewässer getrunken hatten. Durch die erhöhte Konzentration von Blaualgen entstehen nach Angaben von Tiermedizinern aggressive Bakterien, die die inneren Organe der Tiere regelrecht zerfressen. Auch für Menschen, vor allem Kinder, sind die Bakterien gefährlich. Sie können Erbrechen, Durchfall, Atemnot oder Hautreizungen hervorrufen. Blaualgen gibt es derzeit auch im Irensensee in Uetze. Nach Auskunft der Region ist der Maschsee nicht von Blaulagen betroffen.

Am vergangenen Donnerstag war Martin Meyer-Below mit seiner Familie und dem Pudelmischling Fridolin in Mardorf am Steinhuder Meer unterwegs. An einer Naturbucht sei Fridolin ins Wasser gegangen, berichtet Meyer-Below, der Rechtsanwalt in Hannover ist. Dabei habe der Hund vermutlich auch Wasser getrunken. Rund zwei Stunden später habe sich Fridolin gekrümmt und erbrochen. Daraufhin fuhr der Hundehalter mit dem Tier sofort in die Tierärztliche Hochschule (TiHo). Bei der Ankunft dort hatte Fridolin weder Herzschlag noch Atmung. Zwar konnte der Hund von den Veterinären reanimiert werden, aber später verendete das Tier.

Meyer-Below denkt jetzt über rechtliche Schritte gegen die Region Hannover nach. „Mir ist bewusst, dass ein Amtshaftungsanspruch nur schwer durchzusetzen ist“, sagt er. Er will jetzt zunächst die Schlussrechnung der TiHo abwarten, die zwischen 400 und 800 Euro liegen soll. Zur Schadensersatzsumme käme der Kaufpreis für den drei Jahre alten Hund in Höhe von 300 Euro.

Nach Ansicht des Juristen wäre die Region im Rahmen der allgemeinen Gefahrenabwehr verpflichtet gewesen, „auf eine derart konkrete Gefahr einer erheblichen Gesundheitsbeeinträchtigung für alle sichtbar hinzuweisen“, sagt er. Am Donnerstag seien keinerlei Warnhinweise auf die Blaualgenverseuchung des Wassers aufgestellt gewesen, sagt Meyer-Below. Ein zweiter Hund starb laut Regionssprecher Nils Meyer ebenfalls am Wochenende. Details dazu sind nicht bekannt. Bereits im vergangenen Spätsommer waren mindestens zwei Hunde verendet, nachdem sie Wasser aus dem Steinhuder Meer getrunken hatten.

Laut Meyer ist die Region nur für die Badestrände zuständig. Für die gebe es seit dem vergangenen Freitag einen entsprechenden Warnhinweis. Die Hundestrände fielen nicht in die Zuständigkeit der Region, dennoch seien dort jetzt in Zusammenarbeit mit der Stadt Neustadt Warnschilder aufgestellt worden. „Die Hundehalter sind für ihre Tiere selbst verantwortlich“, sagte der Behördensprecher.

Nach Angaben von Prof. Michael Fehr, Direktor der Klinik für Kleintiere der TiHo, kann betroffenen Hunden bei rechtzeitiger Behandlung noch geholfen werden. Allerdings sollten Hundebesitzer, wenn sie einen grün-blauen Schimmer auf dem Wasser sähen, ihre Tiere nicht in den See lassen, sagt Fehr.

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