Nach den Steinwürfen von islamischen Kindern und Jugendlichen auf eine jüdische Tanzgruppe in Hannover haben Polizei und Staatsschutz Ermittlungen aufgenommen. Oberbürgermeister Stephan Weil (SPD) sprach am Mittwoch von einem vollkommen inakzeptablen Vorfall und kündigte Konsequenzen an. „Es geht nicht, dass in Hannover Parolen wie ’Juden raus’ gerufen werden.“ Bisher habe es in Hannover keine Probleme zwischen Juden, Arabern oder Türken gegeben. Eine Tänzerin sei bei dem Angriff während eines Fests in einem sozialen Brennpunkt am Sonnabend leicht am Bein verletzt worden, sagte eine Polizeisprecherin.
Die 10 bis 15 Jahre alten Kinder, die nach ersten Erkenntnissen aus libanesischen, iranischen und palästinensischen Familien stammen, haben nach Einschätzung der Stadt relativ spontan gehandelt. Als gegen Ende des Stadtteilfestes die Gruppe der jüdischen Gemeinde mit israelischen Tänzen angekündigt wurde, riefen einige Kinder und Jugendliche zunächst judenfeindliche Ausdrücke. Der Veranstaltungsleiter habe sie daraufhin zur Rede gestellt. Einige andere Jugendliche hätten dennoch größere Kieselsteine in Richtung Bühne geworfen. „Wir haben keine Anhaltspunkte, dass es sich um eine von langer Hand oder von Organisationen vorbereitete Tat handelt“, sagte Weil.
„Wir werden über den Jugendschutz Kontakt mit den beteiligten Jugendlichen suchen und ihnen klar machen, was sie angerichtet haben und dass sie auf dem Holzweg sind“, sagte Weil. Nach den Ferien sollten Schulprojekte zum Thema Israel und der arabischen Welt anlaufen. Er unterstütze den Kurs der liberalen jüdischen Gemeinde, sich nicht zurückzuziehen, sondern weiter die Öffentlichkeit zu suchen. Vollkommen zu recht habe die Vorsitzende der Gemeinde klargemacht, dass die Mitglieder Deutsche seien, die nicht mit der israelischen Politik gleichzusetzen seien.
dpa
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