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Abschied aus dem Rathaus

Stephan Weil feiert mit den Bürgern

Tagsüber Geschenke, abends Party im neuen Rathaus: Hannover verabschiedet seinen Oberbürgermeister Stephan Weil.

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Quelle: Thomas

Hannover. Sie haben dann zu Anfang sein Lied gespielt. Stephan Weil ging die Freitreppe hoch im Rathaus, die Oberbürgermeisterkette auf den Schulter, etwas später kamen die Brüder Wingenfelder von Fury in the Slaughterhouse und führten akustisch ihren Gassenhauer auf: Wont forget these days. Weil hat das gewusst, er sagte das Stück selbst an. Das Stück, das seine Gefühlslage exakt treffe.

Da war die Rathaushalle schon voller Menschen. 400 Gäste hatte die Stadt eingeladen zum Bürgerempfang und sie standen auf den Treppen, in den Gängen und oben im ersten Stock, wo es geschnetzelte Currywurst und Vegetarisches gab. Dazu ebenso kostenlos Wein und Bier. Der Gastgeber zählte an die 2000 Leute, die zum Abschied gekommen waren. Es waren wohl zum Großteil diejenigen, von Weil in seiner kleinen Ansprache vn der Treppe hinab meinte als er sagte, er habe sich als Oberbürgermeister in Hannover "wie ein Fisch im Wasser" bewegen können. "Und tschüss" sagte er am Schluss. Die Leute klatschten lange Beifall, er verbeugte sich, stolz und auch ein bisschen verlegen.

Das erlebten zahlreiche Prominente, darunter Erbprinz Ernst August, Wilhlem Krull (Volkswagenstiftung), Intendant Lars-Ole Walburg, Heinz-Rudolf Kunze, Ex-Regierungssprecher Bela Anda mit Partnerin Ina Tenz, Herbert Schmalstieg, Volker Müller vom Unternehmerverband, IHK-Präsident Hannes Rehn, vom Stadtsportbund Rita Girschikowsky, Stefan Schostok, der Mann, der Weil im September nachfolgen will, die Landtagsabgeordnete Doris Schröder-Köpf und CDU-Chef Dirk Toepffer, der vor sechs Jahren gegen Weil bei der OB-Wahl verloren hatte. "Der Chef von dieser Stadt zu sein, ist ziemlich geil" donnerten später Brodowy und Begleitung in die Halle, was textlich in der Halle mit ihrer verwaschenen Akustik nicht immer genau zu verstehen war. Eine Textpassage deutete an, dass der neue Ministerpräsident vielleicht den Bahlsenkeks vom Krümelmonster zurück erobern hatte. Im Musikteil weiter: Das Feuerwehrorchester Opus 112, mit 50 Mann auf der Bühne. Und die Bruchmeisters, wir sind in Hannover.

Am Ende hatte Stephan Weil ein letztes Präsent mit nach Hause zu nehmen; eine Original-Stadtkarte von 1746.

CDU kritisiert Ausgaben

Stephan Weils Abschiedsparty hat bei der CDU und einigen Lesern der HAZ kritische Töne hervorgerufen. So mahnt CDU-Fraktionschef Jens Seidel, dass Weil mehr Bescheidenheit gut zu Gesicht gestanden hätte. 40000 Euro für eine letzte Sause im Rathaus seien kein Pappenstiel. „Herr Weil ist morgen weg, aber das Geld bleibt auf den Schultern der Bürger in Hannover liegen“, ärgert sich Seidel. Zwar gönne er dem scheidenden Oberbürgermeister seinen öffentlichen Abschied, aber der müsse nicht so kostspielig ausfallen. Ähnlich argumentiert auch Hannovers Chef der Jungen Union, Felix Blaschzyk. „Es ist nicht zu vermitteln, warum in Zeiten der Haushaltskonsolidierung die Summe eines Oberklasse-Autos für die Abschiedsfeier des Oberbürgermeisters ausgegeben wird“, sagt er. Weils Feier sei eine „Sympathie-Sause“ auf Kosten der Steuerzahler.

Auch einigen HAZ-Lesern geht das Fest zu weit. Weil solle seine „Abschiedsgala“ selbst zahlen, schlägt ein Leser vor. Was mit dem Geld alles finanziert werden könnte, sei müßig aufzuzählen.

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