Ihren alten Namen behält sie gleichwohl. Nächsten Mittwoch dann ist der Wechsel offiziell, und die neuen Büros im Gemeindehaus des kleinen Ortes werden dann bezogen sein. Damit liegen nur wenige Tage zwischen der überraschenden Kabinettsentscheidung und dem Vollzug.
Einige Details indes sind noch offen. Das betrifft etwa den Vertrag für den neuen Geschäftsführer Gunther Krajeweski. Der 69-jährige Volkswirtschaftler hatte über Jahre als quirliger und pfiffiger Abteilungsleiter im Finanzministerium gewirbelt. Jetzt gilt er als genau der Richtige für den Job. „Der wird sich bestimmt tief in die Sache hineinknien“, heißt es aus dem Finanzministerium. Die HannBG soll keine Briefkastenfirma werden, sondern ihre Arbeiten künftig tatsächlich in Groß Berßen versehen. Dazu wird Krajeweski mehrmals die Woche im Emsland vor Ort sein. Auch seine Kogeschäftsführerin Corinna Kuhny, die für Beteiligungen zuständig ist und als solche ohnehin öfter im Land umherreist, wird öfter in Groß Berßen anwesend sein. Sogar die HannBG-Akten werden nach Groß Berßen geschafft. Das sei „ein Kofferraum voll“, heißt es aus dem Ministerium. Ein 25-Quadratmeter großer Raum im Groß Berßener Gemeindehaus wurde angemietet, er kostet die HannBG 1200 Euro im Jahr.
Aber war die ganze Aktion wirklich ohne Alternative? Oberbürgermeister Stephan Weil und Finanzminister Hartmut Möllring peilten anfangs eine Einigung an, zuerst sprachen sie vor rund zwei Monaten über diese Frage. Aber die Wege, die dann Staatssekretärin und Finanzdezernent miteinander beredet haben, waren nicht erfolgversprechend. Die Gewerbesteuer zu erlassen, wäre nur theoretisch möglich gewesen – wer hätte sonst noch Gewerbesteuer zahlen sollen, wenn es das Land selbst nicht mehr getan hätte? Außerdem wollten das weder Stadt noch Ministerium. Über eine „Zerlegung“ der Gewerbesteuer wurde diskutiert: Der Sitz der HannBG wäre in Hannover geblieben, die Arbeitskräfte wären in Groß Berßen tätig geworden, beide Standorte hätten einen Teil bekommen, die Ersparnis für das Land hätte vielleicht bei 500.000 Euro im Jahr gelegen. Aber dies wäre ein umständliches Konstrukt geworden, und darauf wollte sich Möllring nicht einlassen – auch wenn es bei seinen Mitarbeitern dafür durchaus Sympathien gab.
Also kommt es zum kompletten Umzug, und Hauptbetroffener ist der Pensionär Krajewski. Sein Einsatz im Emsland ist nicht sein erstes Abenteuer, andere führten ihn noch weiter weg: Vor zehn Jahren wurde er Finanzberater der Sozialistischen Republik Vietnam.
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