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Aus der Stadt Ihme-Zentrum: Probleme mit Steuergeld lösen?
Hannover Aus der Stadt Ihme-Zentrum: Probleme mit Steuergeld lösen?
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00:15 20.08.2016
Von Conrad von Meding
Großimmobilie mit großen Problemen: Seit Jahren ist unklar, wie es mit dem Ihme-Zentrum weitergeht. Eine Initiative will sie vom Stiefkind zum Vorzeigeareal machen und hat dafür Thesen vorgelegt. Quelle: Archiv
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Das sind die Kernthesen des Zehn-Punkte-Papiers: Stadt und Stadtwerke sollen Großmieter bleiben, und falls die Stadtwerke ausziehen, soll die Stadt deren Flächen auch übernehmen. Zusätzlich soll die Stadt die Verantwortung für weitere Flächen übernehmen, insbesondere auch Wegeflächen im Ihme-Zentrum, am Ufer und an der Blumenauer Straße. Und der Rat soll außerdem prüfen, ob das gesamte Gebäude zum städtebaulichen Sanierungsgebiet erklärt werden kann, damit weiteres Fördergeld auch von Bund und Land fließt.

Im Gegenzug soll der neue Investor sich verpflichten, nicht alle Leerstandsflächen mit Geschäften zu belegen, sondern eher Stadtteilgeschäfte unterzubringen und ansonsten alternative Nutzungen wie etwa Wohnungen oder Ateliers einzurichten. Für das Sockelgeschoss sollen Wohnungs- und Großeigentümer sich endlich einigen, wie sie ihre Flächenanteile neu sortieren. Unter anderem soll so eine zweite ebenerdige Durchwegung von Linden zur Ihme installiert werden. Für die öffentlichen Wege soll die Stadt keinen Kaufpreis zahlen, aber später den Unterhalt finanzieren. Die Initiative meint, dass dies nur gerechtfertigt sei, weil die Eigentümer Grundsteuern zahlten, die die Stadt ja reinvestieren könne. Der Umbau im Sockelgeschoss mit Schaffung der Wege wird mit 15 Millionen Euro beziffert, was sich Stadt, Land und Bund im Zuge einer Städtebauförderung teilen sollen.

Die Initiative, der viele Architekten, Ihme-Zentrum-Lobbyist Constantin Alexander und der ehemalige Wirtschaftsdezernent Hans Mönninghoff angehören, hat sich zum Ziel gesetzt, das ständig als Problemimmobilie debattierte Gebäude einem Imagewandel zu unterziehen. Mithilfe gesetzlicher Instrumente sollen die Eigentumsrechte im Haus neu sortiert werden. Dann könnten die alte Passage im Obergeschoss abgerissen und etliche neue Wohnungen eingerichtet werden, in den alten Gewerbearealen könnten Cafés und Ateliers, Gewerbe und Dienstleister einziehen.

Die Initiative betont, dass von den 285 000 Quadratmetern Gesamtfläche des Ihme-Zentrums „im Grundsatz“ 225 000 Quadratmeter funktionieren und erweckt damit den Eindruck, als handele es sich bei den Problemen um Randerscheinungen. Allerdings sind seit Jahren Investoren mit dem Umbau gescheitert. Es geht nicht nur um sinnvolle Nutzungen, sondern auch um existenzielle Fragen wie großflächige Betonsanierungen, da das Gebäude nach heutigen Maßstäben nicht fachgerecht gebaut ist und der Stahl im Sockel rostet.

Klar ist, dass hohe dreistellige Millionenbeträge investiert werden müssen. Unklar ist, ob der neue Investor daran Interesse hat – bisher hat er seinen Ankündigungen keine Taten folgen lassen.

Die Initiative will ihre Thesen am Dienstag, 23. August, 18 Uhr, im Capitol mit Politikern diskutieren. Der Eintritt ist frei.

Hier können Sie das Papier ansehen: 

Zehn Schritte für eine Revitalisierung des Ihme-Zentrums.pdf (2,8 MB)

Kommentar von Conrad von Meding

Ist das alles?

Der große Wurf ist es nicht, was die „Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum“ da in zehn Thesen verpackt hat. Die Richtung mag stimmen: Natürlich ist es dringend nötig, dass das Gebäude sich stärker öffnet. Natürlich muss ins Sockelgeschoss investiert werden. Natürlich muss auch der Investor seinen Pflichten nachkommen. Und vielleicht ist sogar irgendwann eine Sanierungssatzung unumgänglich, um mit juristischen Mitteln Eigentümer zu Zustimmungen zu zwingen, die sie bisher verweigern.

Von diesem Zusammenschluss der Kreativen aber hätte man sich mehr erwartet, als nur auf öffentliches Geld und bürokratische Instrumente zu schielen. Was in dem Konzept komplett fehlt, ist irgendeine echte, neue, überraschende Idee für das Ihme-Zentrum. Da bleibt die Zukunftswerkstatt leider genauso blass wie der Investor, der bisher nichts investiert hat. Schade – eine verpasste Chance.

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