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Aus der Stadt Jagau und Brockmann gehen in die Stichwahl
Hannover Aus der Stadt Jagau und Brockmann gehen in die Stichwahl
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09:46 15.06.2014
Von Bernd Haase
Am 15. Juni kommt es zur Stichwahl zwischen Axel Brockmann (CDU) und Hauke Jagau (SPD). Quelle: Ditfurth
Hannover

Mehr als 950.000 Wahlberechtigte in Hannover und dem Umland werden in drei Wochen erneut in die Wahllokale gebeten. Bei den Wahlen zum Regionspräsidenten hat keiner der Bewerber gestern die absolute Mehrheit der Stimmen erhalten. Amtsinhaber Hauke Jagau (SPD) verfehlte einen Sieg in der ersten Runde. Dem vorläufigen Ergebnis zufolge landete Jagau bei 47,3 Prozent der Stimmen; sein Herausforderer von der CDU, Hannovers früherer Polizeipräsident Axel Brockmann, kam auf 38,7 Prozent der Stimmen. Die beiden treten nun in der Stichwahl gegeneinander an.

Die anderen Bewerber, Michael Fleischmann (Linke), Gerhard Kier (FDP), Anke Tischler (AfD) und der Einzelkandidat Ralf Kleyer blieben jeweils weit unter zehn Prozent. Die Grünen hatten auf einen eigenen Kandidaten verzichtet und um Unterstützung für Jagau geworben. Die Wahlbeteiligung lag bei glatten 44 Prozent in der Gesamtregion und damit um 1,3 Prozentpunkte höher als bei der letzten Regionspräsidentenwahl vor acht Jahren. In der Stadt Hannover war das Interesse geringer, hier gingen nur 39,2 Prozent der Wahlberechtigen an die Urnen.

„Das ist ein sehr gutes Ergebnis. Eine absolute Mehrheit zu erreichen war bei sechs Kandidaten ausgesprochen schwierig“, erklärte Jagau zu seinem Abaschneiden. Brockmann sagte, es gebe eine Wechselstimmung: „Ich bin für die Stichwahl optimistisch, jetzt ist alles drin.“ Bei den Wahlen 2006 hatte Jagau in der ersten Runde gegen seinen damaligen CDU-Herausforderer Max Matthiesen einen ähnlich hohen Vorsprung verbucht wie jetzt und dann die Stichwahl souverän gewonnen. Seinerzeit hatten aber die Grünen mit der Regionspolitikerin Doris Klawunde noch eine eigene Bewerberin nominiert.

Jagau erzielte seine besten Resultate in Hannover, seiner Heimatstadt Laatzen und Wennigsen, wo er jeweils über 50 Prozent schaffte. Brockmann gelang dies in Burgwedel, Isernhagen und ebenfalls an seinem Wohnort, nämlich Wunstorf. Damit ähneln die Resultate denen der Europawahlen.

In Hannover und der Region wird am Sonntag gewählt - hier sehen Sie die aktuellen Bilder.

Debakel in Laatzen und Garbsen

Ein Debakel erlebte die SPD in Laatzen und Garbsen. In Laatzen gewann CDU-Herausforderer Jürgen Köhne nach Auszählung aller Stimmen sensationell die absolute Mehrheit von 50,6 Prozent. Damit wird Köhne den Amtsinhaber Thomas Prinz (SPD) ablösen, der auch in seiner eigenen Partei nicht unumstritten ist und sich erst einer internen Kampfabstimmung stellen musste, um überhaupt wieder ins Rennen gehen zu können. In Garbsen distanzierte Christian Grahl (CDU, 47,3 Prozent) den Amtsinhaber Alexander Heuer (SPD, 35,9 Prozent) deutlich. Beide treten in drei Wochen zur Stichwahl an.

Vorbereitung auf Stichwahl

Nach dem knappen Ergebnis bei der Wahl zum Regionspräsidenten begann bei SPD und CDU bereits am Sonntagabend die Vorbereitung auf die Stichwahl. Weil weder Amtsinhaber Hauke Jagau (SDP) noch Herausforderer Axel Brockmann die absolute Mehrheit im Wettstreit um das Amt des Regionspräsidenten errangen, verlängert sich für beide der Wahlkampf bis zum 15. Juni. Jagau notierte bei 47,3 Prozent der abgegebenen Stimmen und damit um gut einen Prozentpunkt besser als vor acht Jahren. Sein Stichwahlgegner Axel Brockmann lag bei 38,7 Prozent.

Die Christdemokraten feiern ihr Wahlergebnis am Abend auf der Wahlparty in Hannover.

Rein rechnerisch waren die Aussichten für Regionspräsident Hauke Jagau, es im ersten Durchgang zu schaffen, besser gewesen als bei seinem ersten Wahlsieg vor acht Jahren. Im Gegensatz zu damals hatten die Grünen, Partner der SPD im Mehrheitsbündnis der Regionsversammlung, diesmal keinen eigenen Kandidaten aufgestellt und stattdessen eine Wahlempfehlung für den Sozialdemokraten ausgesprochen. Gereicht hat es trotzdem nicht.

Die Sozialdemokraten feiern am Abend der Europa- und Regionspräsidentenwahl in der Nordkurve ihre Wahlergebnisse.

Die große Unbekannte bei der Stichwahl, die wegen der Pfingstfeiertage erst in drei Wochen ist, dürfte in der Wahlbeteiligung liegen. Vor acht Jahren sank sie gegenüber dem ersten Durchgang von 50,0 auf 27,7 Prozent ab – eine historisch schlechte Quote. Jagau gewann damals mit 58,5 Prozent. Er geht trotzdem auch jetzt als Favorit ins Rennen – erstens wegen des Amtsbonusses, zweitens wegen des Vorsprungs und drittens, weil möglicherweise auch Linken-Wähler eher geneigt sein könnten, ihm die Stimme zu geben. Ähnliche Segnungen hat Brockmann aus dem FDP-Lager nicht zu erwarten. Entscheidend dürfte werden, wer am besten mobilisieren kann.

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