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Arbeitskampf

Stimmung bei Eltern wegen Kita-Streiks angespannt

Von Hannah Suppa

Der Streik der Erzieher und Sozialarbeiter geht in die dritte Woche. Eltern äußern ihren Unmut über die Verlängerung des Arbeitskampfes.

Nach dem Streik: Julie Mazzotti bringt ihren Sohn Tom wieder in die Kita.

© Dillenberg

Als Jaqueline am Freitagmorgen wieder ihre Kindertagesstätte in der Hohe Straße in Linden betritt, leuchten ihre Augen. „Sie hat sich richtig gefreut, die Kita hat ihr gefehlt“, sagt Gabriela Geist, Mutter der Vierjährigen. Von Dienstag bis Donnerstag musste Jaqueline auf ihre Erzieher und Freunde in der Kita verzichten. Auch nächste Woche bleibt die Einrichtung aufgrund des Streiks der Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst erneut am Mittwoch und Donnerstag geschlossen.

Als die Eltern ihre Kinder Freitagfrüh nach drei Tagen Streik wieder zu ihren Kitas bringen, ist die Stimmung angespannt. Es wird viel geredet, informiert und diskutiert an diesem Morgen. Auch darüber, ob der Streik für einen Tarifvertrag zur betrieblichen Gesundheitsförderung in der dritten Woche in dem Umfang noch angemessen ist. „Natürlich, ich unterstütze die Erzieher bei ihren Forderungen - das sage ich ihnen auch“, betont Thomas Kurek. Der Vater des dreijährigen Alexander hat die Betreuung seines Sohnes bisher mit Freunden organisiert. Eine Mutter aus Linden, die nicht namentlich genannt werden will, sieht im Streik aber vor allem eine Belastung für die Kinder. „Es fehlt seit Wochen die Kontinuität“, sagt sie. Ihr zweijähriger Sohn habe am Freitag sogar geweint, als er wieder in die Kita sollte, nachdem er die Tage zuvor bei einer Tagesmutter und in einer Notgruppe verbracht hatte. „Er war bei dem Hin und Her ganz durcheinander.“

Auch die Langenhagener Eltern, die am Dienstag vor dem örtlichen Rathaus für ein Ende des Streiks demonstriert haben, äußern ihren Unmut über die Verlängerung des Arbeitskampfes. „Wir verstehen natürlich die Probleme der Erzieher, aber die Planung für die Eltern wird mit jedem Tag schwieriger“, sagt Yvonne Böhme aus Langenhagen. Die Mutter plant zusammen mit weiteren Eltern, bei einer erneuten Ausdehnung des Streiks wieder zu protestieren.

Der Streik der Erzieher und Sozialarbeiter trifft nächste Woche wieder die 39 städtischen Kindertagesstätten sowie Jugendzentren, Spielparks und einen Großteil der Einrichtungen des Kommunalen Sozialdienstes. Wie auch in der vergangenen Streikwoche haben sich Stadt und Gewerkschaft auf 220 Notbetreuungsplätze in vier Kindertagesstätten geeinigt. Die Notfallgruppen befinden sich in der Waldstraße (Misburg), Neue Straße (Wettbergen), Haltenhoffstraße (Nordstadt) und Brüder-Grimm-Weg (Ahlem). Die Plätze sind vor allem alleinerziehenden berufstätigen Eltern teilen vorbehalten. Informationen zu den Notfallplätzen gibt es bei der Stadt unter der Telefonnummer (05 11) 16 84 63 21. Für Donnerstag hat die Gewerkschaft ver.di Demonstrationen in der Innenstadt angekündigt, auch ein Sozialarbeiterstreiktag ist in Planung.

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  • Kita Streik Michaela – 03.06.09
    Ich sehe auch die Verantwortung bei verdi, diese Gewerkschaft hat schließlich TVÖD verhandelt. Und alle, die davon betroffen sind, wissen, wieviel weniger junge Kolleginnen verdienen, die nun nach diesem Tarif bezahlt werden. Wieso spricht verdi nicht offen über dieses Desaster?
    Den Komunen kann übrigens letzlich egal sein, wie die Eltern während der Streiktage betreuen.
  • Wer ist verantwortlich markus h. – 01.06.09
    Verantwortlich ist aber in erster Linie verdi. Die haben schließlich diesem Tarifvertrag zugestimmt.

    Und nun ist er nicht mehr gut? War er also beim Abschluss gut?
  • Kita - Streik Erwin – 30.05.09
    Die Hartleibigkeit der kommunalen Arbeitgeber erinnert mich an Manchester-Kapitalismus. Die Erzieherinnen werden vor die Wahl gestellt, sich erfolgreich moralisch erpressen zu lassen oder die Kinder auszusperren. Verantwortlich dafür sind die deutschen Chefs in den Rat- und Kreishäusern.

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