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Neues Projekt der AWO

Stipendium für Schüler und Eltern

Von Bärbel Hilbig

Zehn Grundschüler aus Hannover haben ein ganz besonderes Stipendium bekommen. Die Viertklässler werden zwei Jahre lang an insgesamt zwölf Wochenenden eine Kinderakademie besuchen. Der Clou: Auch die Eltern und Geschwister machen mit bei Ausflügen in Museen, Büchereien und die Uni.
Lara Raza mit Mutter Rezan, Bruder Dawan und Vater Dara.

Gehören zu den ersten Stipendiaten: Lara Raza mit Mutter Rezan, Bruder Dawan und Vater Dara.

© Rainer Surrey

Hannover. Einmal wird es auch in den Zoo gehen, das weiß Lara schon, und darauf freut sie sich besonders. Die Zehnjährige hat gemeinsam mit neun anderen Grundschülern jetzt ein ganz besonderes Stipendium bekommen. Die Viertklässler werden zwei Jahre lang an insgesamt zwölf Wochenenden eine Kinderakademie besuchen, in der sie Spannendes lernen können. Der Clou an der Sache: Auch die Eltern und Geschwister machen mit bei Ausflügen in Museen, Büchereien und die Uni. Die Eltern erfahren in einem eigenen Programm Wissenswertes über Schulsystem und Erziehung. Profitieren werden so wohl rund 50 Menschen.

„Wir wollen den Familien zeigen, dass Bildung Spaß macht und oft auch kostenfrei zu haben ist“, sagt Projektleiterin Gudrun von Alten von der AWO Region Hannover. Die AWO-Stiftung „Soziale Zukunft“ hat sich die Idee von der Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt abgeschaut, die seit 2008 ihr „Diesterweg-Stipendium“ für Familien in sozialen Brennpunkten anbietet. „Die Förderung von Kindern gerät an Grenzen, wenn man die Familien nicht mitnimmt“, sagt Gisela von Auer, Projektleiterin des „Diesterweg-Stipendiums“.

Das Programm ist für Kinder gedacht, die eigentlich ein gutes Leistungspotenzial haben, deren Eltern ihnen aber aus sprachlichen oder finanziellen Gründen nicht genügend helfen können. „Die Eltern wollen das Beste, aber oft haben sie es nicht geschafft, sich die Stadt zu erschließen“, sagt von Auer. Bewerbungen für das Stipendium sind nicht vorgesehen. „Diese Familien würden uns nicht finden“, sagt Gisela von Auer.

In Hannover hat die AWO deshalb Grundschulen im Südosten der Stadt gebeten, Kinder für das Stipendium vorzuschlagen. Die Familien sollen nicht weit entfernt wohnen, um Kontakte knüpfen zu können. Für Bildungsausgaben können die Eltern zusätzlich Geld beantragen. Am Programm beteiligt sind die TUI-Stiftung, Niedersächsische Lotto-Stiftung und weitere Partner. Laras Eltern, die aus dem Irak kommen, sind froh über das Projekt. „Wir wollen etwas für unsere Kinder tun“, sagt Vater Dara Raza.

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Hannover in Zahlen

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