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Gedenken

Stolpersteine sollen an 64 Opfer der Nazis erinnern

Von Thorsten Fuchs

64 Stolpersteine erinnern künftig an der Wißmannstraße in der Südstadt an das Leid, dass Nationalsozialisten über die Menschen gebracht haben. Die Zahl der Steine entspricht der der jüdischen Männer, Frauen und Kinder, die bis in die vierziger Jahre in den Häusern mit der Nummer 11 und 13 gelebt haben und ermordet wurden.

Als Kind wohnte Ruth Gröne in der Wißmannstraße. Ihr Vater gehört zu den Opfern, an die nun erinnert werden soll.

© Ralf Decker

Zwei Bauten in der Südstadt, Backstein, etwas Grün davor, unauffällig: Die Häuser Wißmannstraße 11 und 13 heute. Vor 74 Jahren waren sie für Ruth Kleeberg ein letzter sicherer Ort in bedrohlichen Zeiten. Auf dem Spielplatz mieden die anderen Kinder sie, beschimpften sie als „Judenmädchen“. In den Häusern jedoch war die Welt fast heil, der Vater hatte Arbeit als Hausmeister. „Es war die schönste Zeit meiner kurzen Kindheit“, sagt sie heute. Denn dann begannen die noch weit größeren Schrecken dieser ohnehin schon grauenvollen Zeit – für sie, ihre Familie und die übrigen insgesamt 132 jüdischen Bewohner dieser beiden Häuser.

64 Männer, Frauen und Kinder aus diesen beiden Häusern wurden Opfer der Nazis – an ihr Schicksal wollen die Stadt und die Deutsch-Israelische Gesellschaft (DIG) nun erinnern. 64 Stolpersteine mit Namen, Geburtsdatum und Todesumständen sollen vor den beiden Häusern verlegt werden – so viele wie an keiner anderen Stelle der Stadt.

„Wir haben hier die Chance, die gesamte Verfolgungsgeschichte der Juden an einem Ort exemplarisch zu belegen“, sagt Karljosef Kreter, Leiter des Projekts Erinnerungskultur. Recherchen des Historikers Peter Schulze und ein Projekt an der Wilhelm-Raabe-Schule sollen die Aktion begleiten. Für ein Drittel der Steine stehen bereits Spendenmittel bereit, für die übrigen Steine suchen Stadt und DIG noch nach Spendern. Pro Exemplar fallen 95 Euro für Fertigung und Verlegung an.

Ruth Kleeberg, die heute Gröne heißt, ist eine von 55 Personen aus der Wißmannstraße, die die Nazi-Herrschaft überlebt haben. Im Jahr 1936 waren ihre Eltern – der Vater war Jude und die Mutter zum Judentum konvertiert – mit der Dreijährigen in das Haus Nummer elf gezogen, das wie das Nachbarhaus ursprünglich der Stiftung des jüdischen Bankiers Moritz Simon gehörte. „Ich war die Jüngste in den Häusern“, erinnert sich Ruth Gröne. Die meisten waren etwas ältere, relativ wohlhabende Juden.

1941 wurden sämtliche hannoversche Juden in sogenannten Judenhäusern zusammengetrieben und kurz darauf deportiert. Gröne erlebte das Kriegsende in Ahlem, auf dem Gelände der früheren jüdischen Gartenbauschule. Der Vater, 1944 deportiert, starb vermutlich am 10. Mai 1945 im Lager Sandbostel bei Bremervörde nach der Teilnahme an einem „Todesmarsch“ entkräftet an Typhus. „Er hat die Befreiung wohl noch erlebt. Aber ich weiß nicht, ob er sie noch wahrgenommen hat.“ Ihm soll einer der Steine in der Wißmannstraße gewidmet sein

Wer für die Stolpersteine spenden möchte, erreicht die DIG unter Telefon 2 34 35 72 oder per Mail unter gabi.frank.lehmberg@t-online.de. Hinweise zur Familiengeschichte der Opfer nimmt der Fachbereich Bildung unter Telefon 16 84 21 73 entgegen.

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  • @ Mahner Dr. Hans Olg – 04.06.10
    "Was halten Sie den vom oberen Teil?"
    Wie ich bereits schrieb, substanzlose Polterei.
    Erst fundiert informieren, dann Schreiben.
    Die genannten Organisationen sind mir bekannt, sie werden nicht umsonst vom Verfassungsschutz beobachtet, auch andere Organisationen sind mir bekannt, die diesen Staat zerstören wollen um ihre eigene kleine Ideologenwelt aufzubauen zum Schaden der Freiheit der Bevölkerungsmehrheit.

  • Factually incorrect Sascha Aust | HAZ.de – 03.06.10
    @ Mahner: Meine private Meinung ist irrelevant und ich lasse mich weder (wie in anderen Kommentaren von einigen anderen Kommentatoren versucht) in die linke, noch in die rechte Ecke stellen, falls das Ihre Intention sein sollte. Ihren Verweis werde ich – auch ohne dass er einen Link hat – entfernen, darf aber meinerseits Ihnen nahelegen, bei dem Kollegen Stefan Niggemeier einmal die Artikel zum Thema „Factually incorrect“ zu lesen.
  • @Sascha Aust HAZ Mahner – 03.06.10
    Meine Fragen an Sie Herr Aust:

    Wie ist Ihre persönliche Meinung zu diesen, wegen Verstoß der AGB, entfernten TATSACHEN und Realitätsspiegelungen?

    Wieso werden diese Neu-Nazis von Leuten, wie z.B Ihnen, auch noch geschützt?

    [… Absatz von der HAZ.de-Redaktion gelöscht. Bitte beachten Sie unsere Nutzungsbedingungen unter: www.haz.de/nutzungsbedingungen …]
  • Nutzungsbedingungen Sascha Aust | HAZ.de – 03.06.10
    @ Mahner: Wie Hans Olg schon recht zutreffend erklärt hat, ist Zensur doch ein bisschen was anderes. Und wie ich bereits geschrieben habe, haben wir hier Nutzungsbedingungen, die unter anderem besagen:

    „Da eine Kontrolle der Links erfolgen müsste, sind aus praktischen Gründen in den Nutzerkommentaren Links auf externe Internetseiten grundsätzlich nicht gestattet.“

    Seien Sie doch bitte so freundlich, sich unsere Nutzungsbedingungen einmal durchzulesen, Sie finden sie unter www.haz.de/nutzungsbedingungen, das dürfte weitere Missverständnissen vorbeugen.
  • @Sascha Aust HAZonline Mahner – 03.06.10
    Dann hoffe ich, dass folgende Links nicht zensiert werden, denn die dienen allein der Aufklärung über die "Zustände" hier in der BRD am 03.06.2010: Wenn so etwas nicht publik gemacht werden kann/darf, machen Sie, lieber Herr Aust, sich zum MITTÄTER!!! Ich hoffe, Sie haben ein funktionierendes Moralverständnis, Herr Aust.

    [… Link von der HAZ.de-Redaktion gelöscht. Bitte beachten Sie unsere Nutzungsbedingungen unter: www.haz.de/nutzungsbedingungen …]

    Welcome to GERMANY
  • Das böse Z-Wort Sascha Aust | HAZ.de – 03.06.10
    @ Mahner:
    Grundgesetz Artikel 5, Absatz 2:
    "Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre."
    Darüber hinaus gelten ins unserem Portal unsere Nutzungsbedingungen, die sie unter www.haz.de/nutzungsbedingungen nachlesen können.
  • @ Dr. Hans Olg Mahner – 03.06.10
    "Zensur ist verboten" ist ja das "harmloseste" an meinem Kommentar...

    Was halten Sie den vom oberen Teil?
    Wir steuern auf eine "Katastrophe" zu, wenn "moderne" Antisemiten und Judenhasser (dazu zählen auch Neonazis) in UNSEREM Land schalten und walten können, wie sie wollen! Sie sollten sich mal über Mili Görüs oder die grauen Wölfe informieren...
  • @ Mahner Dr. Hans Olg – 03.06.10
    "Eine Zensur findet nicht statt."
    Das bezieht sich primär auf eine staatliche Zensur. Jedem Medienunternehmen ist es natürlich freigestellt, für ein Kommentarforum Regeln zu erstellen, an die sich die Kommentatoren halten müssen. Da ist rechtlich nichts dagegen einzuwenden, eine Zensur im staatsrechtlichen Sinne ist das nicht. Vielleicht lernen Sie einfach mal die rechtlichen Grundlagen zu diesem Thema und äußern sich dann fundiert anstatt nur substanzlos zu poltern?
  • Die Geschichte holt uns langsam ein Mahner – 03.06.10
    Frau Knobloch hat schon angemahnt, dass jüdische Mitbürger sich in "sozialen Brennpunkten/-stadtteilen in der BRD" nicht sehen lassen dürfen, da sie z. T. um ihre körperliche Unversehrtheit fürchten müssen...(WELT Interview im Mai)

    Deutschland im Jahre 2010 (65 Jahre sind vergangen): Es brennen Synagogen und die Öffentlichkeit schweigt!!! Logisch die Täter waren keine Neonazis, sondern...Sie wissen schon! (genauso wie der Anschlag auf die Synagoge 2000 in Düsseldorf, na dämmert es? Erst der "Kampf gegen Rechts Aufschrei, danach Totenstille, weil es die "falschen" Täter waren!!!)
    Einfach brennende Synagoge in Worms um den 17.05.2010 googeln...ich würde eigentlich einen Link hierhin kopieren, aber Sie wissen ja, um die HAZonline Zensur.

    @HAZonline
    GG Art. 5 Absatz 1
    Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.

  • @ Wettberger Schwule Sau – 02.06.10
    Das deckt sich mit meinen Erfahrungen.
  • @ icke Wettberger – 02.06.10
    Das bezweifle ich. Wenn ich mit z.B. Kindern und Jugendlicnen spreche, stelle ich immer wieder fest, dass die Vernichtung von Menschen in der Nazizeit in der Öffentlichkeit und insbesondere von jüdischen Organisationen sehr einseitig kommuniziert wird und dadurch - ob so beabsichtigt oder nicht - bei den genannten Menschen ein ungenauer bis falscher Eindruck entsteht.
    Wenn Geschichte vom Geldbeutel abhängt und von der Präsenz in den Medien, dann sind einige verfolgte Gruppen wohl schlecht dran...
  • Re: Wettberger Karl – 02.06.10
    Ich wohne in Linden und dort sind meines Wissens alles "Kommunisten" auf den Stolpersteinen obwohl dort auch viele Juden wohnten.

    Im Artikel geht es halt speziell um dieses Haus in dem so viele Juden wohnten.

    Und überhaupt wenn ich die Medien betrachte geht es da um alle möglichen Opfergruppen. Inzwischen auch sehr oft um die Opfer des Stalinismus, der verschiedenen Vertreibungen und Bombardierungen.

    Die Juden hatten aber mit weitem Abstand die meisten Opfer zu beklagen, wenn sie deshalb besonders oft erwähnt werden ist das doch kein Wunder.
  • @ Wettberger icke – 02.06.10
    Es waren zum großen Teil jüdischen Mitmenschen, die verfolgt und vernichtet wurden - das ist ein Fakt, der zum Synonym des Nazi-Greuels wurde. Jeder Leser versteht dies auch ohne Ihren Hinweis richtig einzuordnen.
  • @ ??? Wettberger – 02.06.10
    Ich danke für den Hinweis und bin sehr erfreut, dass sich die von mir festgestellte Einseitigkeit nur auf den Beitrag von Herrn Thorsten Fuchs beziehen kann.
  • Zahlen... Jens – 02.06.10
    Kann das stimmen:
    "für sie, ihre Familie und die übrigen insgesamt 132 jüdischen Bewohner dieser beiden Häuser."
    D. h. 132 Personen + ihre Familie (wie groß war die denn?) + die nicht-jüdischen Bewohner (die es ja wahrscheinlich auch noch gab)...
    Und das in nur 2 "normal" großen Südstadt-Häusern?
    Erscheint mir ein bißchen viel, oder?
  • in der lister meile 83 ??? – 02.06.10
    es gibt sehr wohl auch stolpersteine für nicht jüdische opfer! ein beispiel ist der stolperstein für kurt willkomm. informationen über die bereits verlegten stolpersteine in hannover und der region, inklusive informationen zu den opfern, findet man unter: http://www.erinnernundzukunft.de/index.php?id=146

    augen auf!
  • Selbstverachtung Verständnislos – 02.06.10
    Dieser Kommentar wurde von der HAZ.de-Redaktion gelöscht. Bitte beachten Sie unsere Nutzungsbedingungen unter: www.haz.de/nutzungsbedingungen
  • Opfer der Nazis? Wettberger – 02.06.10
    Ständig wird - auch durch diese Aktion - der Eindruck erweckt, dass nur Juden Opfer der Nazis waren. Mitnichten, aber leider werden wohl keine Stolpersteine für Christen, Kommunisten, Sozialisten, Sozialdemokraten, Schwule, Roma, Sinti verlegt...
    Versuchte Geschichtsklitterung durch Einseitigkeit nenne ich das.
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