Nach Informationen der HAZ kommen knapp 50 Tonnen des belasteten Erdreiches auf eine Deponie nach Sachsen. Dabei handelt es sich um jenes Material, das die Stadt im Winter auf den öffentlichen Flächen rund um den Platz ausgehoben hatte.
Den Entsorger ausfindig gemacht hat die zuständige Niedersächsische Gesellschaft zur Endablagerung von Sonderabfall (NGS). Der sächsische Entsorger soll auch all die Altasten aufnehmen, die im Zuge der Sanierung der Privatgrundstücke in den kommenden Monaten anfallen werden. Daher hat sich der Entsorger verpflichtet, insgesamt 900 Tonnen der Altlast aufzunehmen. Im Rathaus wollte man sich zu der Sache gestern nicht äußern.
Die monatelange Odyssee des Strahlenabfalls hat die Endablagerung offenbar erheblich verteuert. So soll die Verbringung nach Sachsen nunmehr mit rund 100 Euro pro Tonne zu Buche schlagen – und damit gut doppelt so teuer sein wie gewöhnlich. Der Preis wurde nach Einschätzung von Experten auch dadurch enorm in die Höhe getrieben, dass es an mehreren potenziellen Entsorgungsorten zu kommunalpolitischen Debatten um die Annahme des Strahlenmülls aus Hannover gekommen war.
Nach der Entdeckung der Altlastenproblematik in der List vor gut einem Jahr hatte die Stadt im Februar damit begonnen, verseuchtes Erdreich auszubaggern. Die fünf Behälter mit dem Sondermüll wurden zunächst auf den städtischen Werkhof in Bothfeld gebracht– was aber nicht den Regularien entsprach, wie sich später herausstellte. Daraufhin ließ das Umweltdezernat das Material Anfang März mit dem Verweis auf „rechtliche Gründe“ ins Zwischenlager für Sonderabfälle der Stadtentwässerung in Isernhagen-Süd bringen.
Schon vor Beginn der Arbeiten hatte es sich für die Stadt als schwierig erwiesen, einen Abnehmer für die Altlasten zu finden. Erst lehnten Deponien in Helmstedt und Leverkusen es in letzter Minute ab, den Müll aus Hannover anzunehmen. Später sagte der Entsorger Remondis für seine Deponie in Köln-Hürth zunächst zu, machte dann aber einen Rückzieher. Kritiker machten Hannovers Umweltdezernent Hans Mönninghoff für die Probleme verantwortlich. Er habe die Verbringung des Materials zu früh öffentlich gemacht. Nun aber ist dem Vernehmen nach alles in trockenen Tüchern. Alle zuständigen Behörden hätten zugestimmt, heißt es.
Von Felix Harbart
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