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Straßennamen

Streit auch in anderen Städten

In den vergangenen Jahren gab es in diversen deutschen Städten Debatten über umstrittene Straßennamen – mit höchst unterschiedlichem Ausgang: Im Münchener „Kolonialviertel“ etwa wurden Dutzende Straßennamen mit kommentierenden Hinweisschildern versehen.

„Aktive Mitwirkung in einem Unrechtsregime“? Nach der Kommunistin Clara Zetkin, dem Generalfeldmarschall Karl Bernhard Graf von Moltke, der 1870 gegen Frankreich Krieg führte, und
König Georg III., der den amerikanischen Kolonien die Unabhängigkeit verwehren wollte, sind in Hannover Straßen benannt.

„Aktive Mitwirkung in einem Unrechtsregime“? Nach der Kommunistin Clara Zetkin, dem Generalfeldmarschall Karl Bernhard Graf von Moltke, der 1870 gegen Frankreich Krieg führte, und
 König Georg III., der den amerikanischen Kolonien die Unabhängigkeit verwehren wollte, sind in Hannover Straßen benannt.

© Uwe Dillenberg

Derzeit bewegt in der Stadt die inzwischen wohl sichere Umbenennung der Meiserstraße die Gemüter: Dem evangelischen Bischof wird mangelnde Distanz zum NS-Regime vorgeworfen. In Ansbach hingegen hielt der Rat mit großer Mehrheit an einer Bischof-Meiser-Straße fest.

Wie in Hannover wurden auch in Oberhausen, Karlsruhe oder Kiel Straßen oder Plätze umbenannt, die an den berüchtigten Kolonialisten Carl Peters erinnerten. In Bremen behielt eine Karl-Peters-Straße ihren Namen, soll aber künftig an einen Strafrechtsreformer gleichen Namens erinnern. Ähnlich wie in Bielefeld, wo sie zugunsten eines Industriellen namens Carl Peters umgewidmet wird. In mehreren Städten wird dieser Straßenname derzeit noch diskutiert. Und Bottrop entschied sich vor mehr als 20 Jahren, seine Karl-Peters-Straße zu behalten.

Auch in Delmenhorst zweigt die Lettow-Vorbeck- immer noch von einer Carl-Peters-Straße ab. Lettow-Vorbeck-Straßen gibt es auch in Halle (Westfalen) und in Cuxhaven, wo eine größere öffentliche Diskussion um den Namen bislang ausgeblieben ist. Auch in Mönchengladbach gab es bisher noch keinen Antrag auf Umbenennung der Lettow-Vorbeck-Straße. Anders als in Wuppertal: Dort empfahl eine „Kommission des Erinnerns“ eine Namensänderung, die eine Mehrheit im Bezirksparlament jedoch ablehnte – wohl auch mit Blick darauf, dass davon sehr viele Anwohner betroffen wären.

In Saarlouis hingegen, immerhin Lettow-Vorbecks Geburtsstadt, wurde jüngst die Umbenennung der nach ihm benannten Straße beschlossen – ein Akt, der nicht ohne eine ironische Wendung blieb. Denn ein Teilstück der Straße trägt jetzt den Namen des Nachkriegsbürgermeisters Hubert Schreiner. Eben jenes Mannes, der Lettow-Vorbeck 1956 zum Ehrenbürger von Saarlouis machte.

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Hannover in Zahlen

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