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18.000 applaudieren Bsirske

Streik in Hannover: Die Chronologie 18.000 applaudieren Bsirske

Am zweiten Streiktag im öffentlichen Dienst versammelten sich 18.000 Demonstranten am Opernplatz. Stadtbahnen und Busse fahren nicht, die städtischen Kitas, Kliniken und Ämter waren ebenfalls betroffen. Der HAZ-Ticker zum Nachlesen.

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Etwa 15.000 Menschen versammeln sich auf dem Opernplatz, um der Kundgebung zu folgen.

Quelle: Michael Thomas

Hannover. Nach der Kundgebung am Opernplatz hat sich die Demonstration aufgelöst. Die Polizei schätzt die Teilnehmerzahl auf 18.000. Wir schließen hiermit den Live-Ticker. Alle bisherigen Ereignisse des Streiktages können Sie hier noch einmal nachlesen.

+++ 13:41 Uhr: Zwischendurch ein Blick auf die Straßen: Weder auf den Autobahnen, noch auf den Schnellwegen ist es derzeit besonders voll. Die Lage sieht entspannt aus. Es wird wohl erst im Feierabendverkehr wieder richtig eng werden auf den Straßen.

+++ 13:23 Uhr: In Gehrden beteiligen sich zahlreiche Erzieherinnen am Streik. Von den sieben städtischen Einrichtungen bleiben heute fünf geschlossen. In Leveste und in der Kindertagesstätte Am Castrum sind Notdienste eingerichtet worden. Eine Mutter zeigt Verständnis für den Protest: „Erzieherinnen leisten viel und verdienen wenig“, sagt sie. Und ihre vierjährige Tochter freue sich, dass sie mal einen ganzen Tag zu Hause spielen dürfe. Ansonsten sind in Gehrden nur vereinzelt Mitarbeiter vom Bauhof und aus der Verwaltung dem Aufruf gefolgt.

+++ 13:01 Uhr: Hauptredner Frank Bsirske spricht von einem "starken Signal", das von den 20. 000 Demonstranten in Hannover ausgehe. Und der Regionspräsident müsse sich auch nicht wundern, wenn die Üstra-Mitarbeiter sogar zwei Tage streiken. Am Ende viel Applaus für Bsirske. Regionspräsident Hauke Jagau hatte den zweitägigen Warnstreik bei der Üstra kritisiert und ihn als „zum jetzigen Zeitpunkt übertrieben“ bezeichnet.

+++ 12:53 Uhr: Auch Sehnde leidet unter dem Müllproblem. An sehr vielen Stellen im Stadtgebiet liegen Mülläcke an den Straßen, die die streikenden aha-Mitarbeiter nicht abgeholt haben. Anders als an Feiertagen holt aha die Abfuhr nicht am nächsten Tag nach. Holen die Bewohner ihren Müll nicht wieder rein, bleibt dieser also bis zum nächsten Abfuhrtag in einer Woche liegen.

+++ 12:39 Uhr: Hannover ist gespalten. Viele Menschen zeigen Verständnis für den Streik, etliche sind gehörig genervt. Welche Auswirkungen des Warnstreiksmachen Ihnen am meisten zu schaffen? Stimmen Sie hier in unserer Umfrage ab.

+++ 12:27 Uhr: Nicht alle Geschäftsleute am Operplatz sehen die Kundgebung kritisch. Im Café „Coffeetime“ wächst heute Vormittag der Umsatz. „Als der Protestzug hier vorbeikam, erlebten wir einen wahren Ansturm“, sagt eine Mitarbeiterin.

+++ 12:25 Uhr: Der Müll in Wunstorf und einigen Ortsteilen bleibt am Straßenrand liegen. Ansonsten wirkt sich der Streik weder in der Stadtverwaltung noch in den städtischen Kindertagesstätten spürbar aus. 60 bis 70 Mitarbeiter des Regionskrankenhauses Psychiatrie waren am Morgen gemeinsam aufgebrochen, um an der Kundgebung in Hannover teilzunehmen. An der Klinik gilt heute die Notdienstvereinbarung. Eingeschränkt ist das Angebot der Klinik-Kantine, die auch für Nicht-Mitarbeiter zugänglich ist.

+++ 12:15 Uhr: In Barsinghausen beteiligen sich rund 50 Mitarbeiter der Stadtverwaltung am Streik, die meisten von ihnen sind Bedienstete der Kinderbetreuungseinrichtungen. Alle Bürgerdienste in den Rathäusern sind ohne Einschränkungen erreichbar und geöffnet. Im Barsinghäuser Stadtgebiet gibt es insgesamt 21 Kinderbetreuungseinrichtungen in unterschiedlicher Trägerschaft. Vom Streik betroffen sind die neun Einrichtungen, die die Stadt selbst betreibt. Sechs dieser Kindergärten bleiben am Dienstag komplett geschlossen. In den Kindertagestätten Barsinghausen und Egestorf I sowie im Hort in der Wilhelm-Stedler-Schule ist ein Notdienst eingerichtet.

+++ 12:14 Uhr: Auf der Rathenau- und der Luisenstrase herrscht seit 10 Minuten Stau – weil ein Lieferwagen die schmale Straße verstopft. Student Jan Lampe ist auf seinem Motorroller unterwegs und ärgert sich über den stockenden Verkehr. "Ohne Busse und Bahnen von Garbsen nach Hannover zur Uni zu kommen, ist schwierig. Ich bin froh, wenn der Streik übermorgen vorbei ist."

Jan Lampe ist vom Stau genervt.

Quelle: Andreas Schinkel

+++ 11:58 Uhr: Warten und Musik hören, viel mehr passiert hier gerade nicht auf dem Opernplatz. Die Ladenbesitzer hoffen, dass die Veranstaltung bald vorüber ist. "Kunden werden abgeschreckt", sagt Klaudia Hentze, Inhaberin eines Geschäfts für Abendgarderobe.

+++ 11:54 Uhr: Auf dem Fußweg der Georgstrasse wird es eng. Nur wenige Passanten kommen noch durch. Überall stehen ver.di-Leute Spalier.

+++ 11:47 Uhr: Offensichtlich in der Hoffnung auf Streikbrecher haben die meisten Garbsener Haushalte ihren Müll auf die Straße gestellt, wenn ihre Stadtteile heute eigentlich an der Reihe waren. Mittlerweile glauben dann aber doch schon viele an einen echten Streik und holen die Säcke wieder auf ihr Grundstück. In Garbsen gibt es eine besondere Situation: Der Restmüll soll ab der nächsten Woche erstmals in Tonnen abgeholt werden. Was heute nicht abgeholt wird, kann nach aha-Angaben beim nächsten regulären Termin aber auch im bisherigen Behältnis wieder an die Straße gestellt werden. Möglich ist zwar, dass der Müll auch zwischendurch noch mal abgeholt wird, wenn die Mitarbeiter in den nächsten Tagen Luft haben. aha rät allerdings dazu, die Säcke zunächst wieder von der Straße zu holen – weil schlecht einzuschätzen ist, wie wahrscheinlich das ist.

+++ 11:42 Uhr: Werben um Verständnis: An der Eingangstür des Kindergartens Arnum II hängt ein roter Zettel: "Wir bitten um Ihr Verständnis und hoffen auf baldige Einsicht des Arbeitgebers", steht darauf. Die Einrichtung wird normalerweise von 82 Jungen und Mädchen besucht, darunter gehen 18 in die integrative Gruppe und 15 in die Krippengruppe. Die Eltern waren bereits gestern informiert und mussten sich Alternativen für die Betreuung organisieren.

+++ 11:28 Uhr: Erste Bilanz der Polizei: Um 10.15 Uhr waren 15.000 Menschen in Hannover auf dem Weg zur Kundgebung am Opernplatz. Dort wird es zunehmend lauter und voller.

+++ 11:22 Uhr: Auf dem Opernplatz ist der nächste Zug angekommen. 

+++ 11:12 Uhr: Der Opernplatz füllt sich, die Band auf der Bühne spielt „We Are Family“. Ein älterer Herr steht am Rand und verzieht das Gesicht. „Ich musste heute einen großen Bogen fahren, um zum Arzt zu kommen.“

+++ 11:10 Uhr: Auf der Marienstraße und der Hildesheimer rollt der Verkehr wieder. Zuvor gab es in den Seitenstraßen zwischen Aegi und Berliner Allee hektisches und genervtes Gekurbel, weil viele Autofahrer versuchten, den Demozug auf Abkürzungen zu umfahren.

+++ 11:07 Uhr: Insgesamt waren 13 Sternzüge zu den drei offiziellen Startpunkten der Demonstrationen am Vormittag unterwegs, berichtet Polizeisprecher Thorsten Schiewe.

+++ 11:04 Uhr: Am Neuen Rathaus blockiert der Kundgebungszug, der am Schützenplatz gestartet war, nahezu alles. Auf der Fahrbahn in Richtung Südstadt geht gerade nichts mehr. „Übernahme, Übernahme – hey, hey, hey“, rufen die Sprechchöre.

Am Dienstag steht Hannover still: Beim zweiten Streiktag im öffentlichen Dienst sind wieder der öffentliche Nahverkehr, die städtischen Kitas, Kliniken und Ämter betroffen.

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+++ 10:57 Uhr: Der Demonstrationszug, der am Rathaus gestartet war, erreicht den Opernplatz.

+++ 10:50 Uhr: Die Gewerkschaften berichten von 7000 bis 8000 Demonstranten am Schützenplatz, die sich auf den Weg durch die Stadt machen. Einige der Protestler sind mit den insgesamt 180 Bussen aus Niedersachsen und Bremen zur Demonstration an den Schützenplatz gekommen. Währenddessen hat der Zug, der vom Rathaus gestartet ist, den Aegi überquert und zieht den Schiffsgraben herunter. Am Aegi treffen sich die Demonstrationszüge vom Rathaus und der Hildesheimer Straße und marschieren gemeinsam weiter in die Innenstadt.

+++ 10:47 Uhr: Kurzer Halt vor dem Finanzministerium. Hier herrscht Stadionstimmung mit leicht abgewandelten Gesängen: „Den Übernahme-Walzer tanzen wir“, ertönt es, statt 96-Walzer. Aus den Bürofenstern des Ministeriums blicken Mitarbeiter amüsiert auf die schunkelnden Protestler.

+++ 10:45 Uhr: Azubis schreiten voran, die Stimmung gleicht einem Heimspiel, Gegröle, Pfeifen. „Wir sind laut, weil man uns die Zukunft klaut“, skandieren sie. Manche Bürger stehen am Straßenrand, schütteln den Kopf.

An der Marienstraße müssen sich die Autofahrer gedulden.

Quelle:

+++ 10:37 Uhr: Der Zug setzt sich in Bewegung Richtung Aegi. Regentropfen plätschern auf die Marschierenden. Ab und an heult eine Sirene auf, ist aber nur der Feuerwehr-Oldtimer, der mitfährt.

Ab und an heult eine Sirene auf, ist aber nur der Feuerwehr-Oldtimer, der mitfährt.

Quelle: Andreas Schinkel

+++ 10:30 Uhr: Vor dem Eingang des Rathauses breiten mehrere Eltern mit ihren Kindern Picknickdecken aus. "Wir solidarisieren uns mit den streikenden Erziehern", sagt Initiator Sebastian Sommer. Eigentlich wollten sie im Rathaus picknicken, das wurde ihnen aber untersagt.

Vor dem Rathaus breiten mehrere Eltern mit ihren Kindern Picknickdecken aus.

Quelle: Andreas Schinkel

+++ 10:25 Uhr: Die Demonstranten am Rathaus laufen sich warm. Sie haben bereits einmal das Rathaus umrundet. Um 10.30 Uhr starten sie über den Aegi und den Georgplatz zum Opernplatz.

+++ 10:11 Uhr: Auf der Berliner Allee eskortiert die Polizei einen Pulk radelnder Demonstranten.

+++ 10:10 Uhr: Am Schützenplatz sammeln sich die Demonstranten unter dem Herrenhäuser Tor. Eine Schlagzeugkombo spielt unter den Pfiffen der Trillerpfeifen. Der Zug mit 3000 bis 4000 Teilnehmern setzt sich mit einem leichten Frühstart in Bewegung.

+++ 9:58 Uhr: Parallel strömen 600 Streikende des Klinikum Hannover auf den Trammplatz. Trillerpfeifen schrillen, erste Fahnen werden geschwenkt. Eine ver.di-Vertreterin verkündet das Prozedere: Einmal ums Rathaus herum ziehen, dann zum Opernplatz.

+++ 9:52 Uhr: Gleich geht es los. Auf dem Schützenplatz haben sich zwischen 3000 und 3500 Demonstranten versammelt. Die einzelnen Mitglieder der Gewerkschaften haben sich in unterschiedlichen Farben gekleidet. Ver.di läuft mit den typisch Neongelben Westen auf. Der Deutsche Beamtenbund ist am Magenta-Outfit erkennbar und der Verband der Arbeitnehmer der Bundeswehr ist in dunkelblau am Start. Gleich geht es los.

+++ 9:43 Uhr: Kein Platz mehr auf dem Gehweg: Vom Siloah-Krankenhaus eskortiert die Polizei daher etwa 500 Demonstranten zum Startpunkt.

+++ 9:36 Uhr: Vom Bahnhof in Richtung Schützenplatz ziehen etwa 100 Streikende mit Trillerpfeifen und Transparenten. Am Schützenplatz soll gegen zehn Uhr einer der insgesamt drei Demonstrationszüge starten. Die beiden anderen Züge starten am Trammplatz und an der Goseriede.

+++ 9:33 Uhr: In Fahrtrichtung Burgdorf gibt es auf dem Messeschnellweg eine ungesicherte Unfallstelle zwischen Mittelfeld und dem Seelhorster Kreuz. Aktuell staut sich der Verkehr auf zwei Kilometern. Verkehrsbehinderungen von der Karl-Wiechert-Allee bis zur Hans-Böckler-Allee: Zwischen Nackenberg und dem Pferdeturm kommt es wegen zu hoher Verkehrsbelastung zu stockendem Verkehr in einer Länge von einem Kilometer. Selbiges gilt für die Marienstraße bis zur Hans-Böckler-Allee. Zwischen dem Braunschweiger Platz und dem Pferdeturm  gibt es einen Kilometer stockenden Verkehr.

Ein Kilometer Stau zwischen Hemmingen und Döhren: Zwischen der Weetzener Landstraße und der Schützenallee stehen die Autos.

+++ 9:28 Uhr: Die ersten Demoteilnehmer versammeln sich an den Treffpunkten, etwa vor dem Rathaus. Die Stimmung ist entspannt, ja heiter. Ein Pulk Gewerkschafter steht auch vor dem Haus der Jugend in der Maschstraße, Sitz der städtischen Musikschule. Autofahrer kommen auf der schmalen Straße kaum noch durch.

+++ 9:19 Uhr: Langsam zehrt der Streik an den Nerven, wie dieser Tweet zeigt:

+++ 9:15 Uhr: Nein, heute traut sich niemand in Hannover. Das Standesamt ist verwaist, berichtet HAZ-Reporter Jörn Kießler. Hier gibt es nur eine Schmalspurbesetzung. Für den Streiktag habe man keine Termine vereinbart.

+++ 9:11 Uhr: Taximangel am Hauptbahnhof: Die Fahrzeuge sind inzwischen so knapp, dass sich die wartenden Leute untereinander absprechen und Fahrgemeinschaften bilden.

+++ 9:01 Uhr: In Hannovers Innenstadt stauen sich die Autos. Einen Kilometer Stau gibt es auf der Lavesallee zwischen der Beuermannstraße und dem Friederikenplatz. Ebenfalls ein Kilometer Stau wird von der Marienstraße zwischen dem Braunschweiger Platz und dem Pferdeturm gemeldet. Bereits zwei Kilometer Stau gibt es auf der Karl-Wiechert-Allee bis zur Hans-Böckler-Allee zwischen Nackenberg und Pferdeturm. Auch auf dem Bischofsholer Damm stauen sich die Autos zwischen Bischofshol und dem Braunschweiger Platz in einer Länge von zwei Kilometern. Wer kann, sollte diese Bereiche weiträumig umfahren.

+++ 8:54 Uhr: Lehrerin Nina Müller hat ihren Sohn Linus wegen des Streiks nicht in die Kita bringen können. Also blieb ihr nichts weiter übrig, als den Vierjährigen mit in ihren Unterricht in die IGS Büssingweg zu nehmen. Den Kleinen scheint das nicht zu stören.

+++ 8:37 Uhr: Etwas mehr Zeit einplanen müssen Sie auch auf diesen Strecken:

A37: Zwei Kilometer Stau in Fahrtrichtung Burgdorf zwischen Seelhorster Kreuz und Pferdeturm.

B3:   Zwei Kilometer Stau in Fahrtrichtung Hannover zwischen Göttinger Landstraße/Ampelkreuzung Weetzener Landstraße (Hemmingen) und dem Landwehrkreisel.

B6:   Zwei Kilometer Stau zwischen dem Deisterplatz und der Schwanenburgkreuzung.

B65:   Zwei Kilometer Stau zwischen dem Tönniesbergkreisel und Landwehrkreisel.

B441: Zwei Kilometer Stau von Wunstorf nach Hannover zwischen der Einmündung Harenberg und der Kreuzung Wunstorfer Landstraße/Richard-Lattorf-Straße. 

L395: Zwei Kilometer Stau von Letter nach Stöcken von der B441 bis zur Ampelkreuzung Klappenburgbrücke.

+++ 8:32 Uhr: In und um Hannover nimmt der Verkehr stetig zu. Die aktuellen Staulängen ab drei Kilometern:

A2: Acht Kilometer Stau in Fahrtrichtung Hannover zwischen Hämelerwald und der Raststätte Lehrter See. Die Fahrbahn ist nach einem Verkehrsunfall durch Bergungsarbeiten auf einen Fahrstreifen verengt. Die Situation dauert voraussichtlich noch mindestens drei Stunden an. Eine empfohlene Umleitung führt über die A39 Wolfsburg/Königslutter, A7 Salzgitter und A2 Hannover-Ost.

A2: Fünf Kilometer Stau in Fahrtrichtung Hannover zwischen Bad Nenndorf und Garbsen. Zwischen Luthe und Garbsen ist der rechte Fahrstreifen durch einen defekten Lkw blockiert.

B6:   Drei Kilometer Stau zwischen der Ampelkreuzung Berenbostel und der Ampelkreuzung Klappenburgbrücke.

B65:   Vier Kilometer Stau zwischen dem Seelhorster Kreuz und dem Ricklinger Kreisel.

+++ 8:25 Uhr: Zu den Verlierern des Streiks gehören die Geschäfte in der Niki-de-Saint-Phalle-Promenade. In der Kamps-Backstube steht heute statt vier Mitarbeitern nur eine Person hinter dem Tresen. Filialleiterin Manuela Nitzsche schätzt, dass sie an Tagen wie heute 800 Kunden verlieren und damit nur 20 Prozent des normalen Umsatzes erwirtschaften. „Ich habe überhaupt kein Verständnis“, sagt sie und befürchtet, dass die Streikenden sich überhaupt keine Gedanken über die Konsequenzen ihres Tuns machen.

+++ 8:14 Uhr: Für die  Altenpflegemesse, die heute für die Besucher öffnet, rechnen die Veranstalter mit 30.000 Fachbesuchern. Trotz des Streiks im öffentlichen Nahverkehr ist das Messegelände mit der S-Bahn erreichbar. Am Hauptbahnhof Hannover fährt auf Gleis 1 die S4 bis zur Station „Hannover Messe/Laatzen“. Zusätzlich richten die Veranstalter einen kostenfreien Bus­shuttle ein; in der Halle des Hauptbahnhofs warten Lotsen auf die Fahrgäste.

+++ 8:08 Uhr: Vom Streik der Üstra sind heute und morgen auch mehrere Veranstaltungen betroffen. Wer Karten für das Konzert von Glasperlenspiel im Musikzentrum Hannover hat, der muss mit knappen Parkplätzen rechnen. Weil weder Busse noch Stadtbahnen fahren, sind die meisten Gäste aufs Auto angewiesen. Gleiches gilt für das Konzert von Revolverheld am morgigen Mittwoch. Das Konzert im Capitol ist seit einigen Wochen mit 1600 Fans ausverkauft, teil Hannover Concerts mit. Den Fans wird empfohlen, den Parkplatz an der Berufsbildenden Schule 2 an der Ohestraße mit zu nutzen. Normalerweise gelten die Eintrittskarten als Ticket für Busse und Bahnen des Großraumverkehrs Hannover (GVH). Der GVH weist jedoch darauf hin, dass kein Anspruch auf eine Fahrpreiserstattung besteht, da der Streik als „höhere Gewalt“ gilt.

+++ 7.59 Uhr: Hier bleibt auch heute der Müll liegen:   Die Papierabfuhr fällt in Hannover in Burg, Calenberger Neustadt, Hainholz, Herrenhausen, Ledeburg, Leinhausen, Marienwerder, Mitte, Nordhafen, Nordstadt, Oststadt, Stöcken, Vahrenwald (Westseite und westlich der Vahrenwalder Straße) aus. Gelbe Säcke werden in Burg, Calenberger Neustadt, Hainholz, Mitte, Oststadt und Vahrenwald nicht abgeholt. Die entfallenden Touren der Restmüllabfuhr verteilen sich über das gesamte Stadtgebiet.

+++ 7.51 Uhr: Weitere Staumeldungen in und um Hannover: Auf der A2 in Richtung Hannover gibt es zwei Kilometer Stau zwischen Wunstorf-Kolenfeld und Garbsen. Autofahrer müssen auch auf der A37 mit Verkehrsbehinderungen rechnen: In Fahrtrichtung Burgdorf gibt es zwei Kilometer Stau zwischen dem Seelhorster Kreuz und dem Pferdeturm. Im Stadtgebiet gibt es auf der B65 zwei Kilometer Stau zwischen dem Seelhorster Kreuz und der Hildesheimer Straße.

+++ 7.48 Uhr: Die meisten Leute am Hauptbahnhof zeigen viel Verständnis für die Streikenden. So auch Angelika Gütte. Sie arbeitet selbst für eine Gewerkschaft. Wenn Busse und Bahnen stillstehen, „dann muss man sich eben frühzeitig darauf einstellen“, sagt sie. Da Gütte heute dienstlich verreist, hat sich sie bereits gestern Abend ein Taxi zum Bahnhof bestellt und kann nun ihre Reise pünktlich antreten.

+++ 7.39 Uhr: Am Hauptbahnhof wird es jetzt merklich voller. Berufspendler, die mit dem Zug ankommen, gehen strammen Schrittes in die Stadt oder schnappen sich direkt ein Taxi. Fürs Erste sind alle Taxis im Einsatz.  

+++ 7.31 Uhr: Die Folgen des ersten Warnstreiktages im öffentlichen Dienst am vergangenen Mittwoch sind im Stadtbild noch zu sehen – in Form von liegen gebliebenem Müll  , den die Abfuhr nicht abgeholt hat und der von einigen Anwohnern an den Straßen gelassen worden ist. Am heutigen Dienstag streikt der Abfallzweckverband aha erneut, und auch dieses Mal werden die Touren nicht nachgeholt, sondern erst mit der nächsten planmäßigen Abfuhr in einer Woche erledigt. „Wer Wertstoffe wie Papier und Gelbe Säcke vorher entsorgen möchte, kann dies ab Mittwoch an den Wertstoffhöfen tun“, teilt aha mit. Für Restmüll   gelte dies allerdings nicht.

Wie hier an der Podbielskistraße türmt sich vielerorts in Hannover der Müll.

Quelle:

+++ 7.22 Uhr: Auch am Hauptbahnhof macht sich eine gewissen Streikroutine bemerkbar. Dort ist die Lage wesentlich entspannter als in der vergangenen Woche. Viele Reisende scheinen sich auf den Streik eingestellt und einen alternativen Weg zur Arbeit gefunden zu haben. Für die restlichen Pendler steht vor dem Bahnhofsgebäude eine lange Schlange Taxis bereit. Auch Fahrradtaxis wollen am Streikdienstag von der besonderen Verkehrssituation profitieren.

+++ 7.16 Uhr: Infolge des Streiks trudeln die ersten Verkehrsmeldungen ein.

  • Auf der A7 in Fahrtrichtung Hannover gibt es 2 Kilometer Stau zwischen Laatzen und Hannover-Anderten.
  • Auch auf der B3 in Fahrtrichtung Hannover kommt es durch das hohe Verkehrsaufkommen zu 2 Kilometern Stau zwischen der Ampelkreuzung Weetzener Landstraße in Hemmingen und dem Kreisverkehr Landwehrkreisel.
  • Die B6 in Fahrtrichtung Hannover weist zwischen zwischen der Ampelkreuzung Berenbostel und der Ampelkreuzung Klappenburgbrücke 2 Kilometer Stau auf. Im weiteren Streckenverlauf zwischen dem Deisterplatz und der Schwanenburgkreuzung staut sich der Verkehr ebenfalls auf 2 Kilometern.
  • 2 Kilometer Stau gibt es auch auf der  B65 von der Bückeburger Allee bis zum Südschnellweg, genauer zwischen Tönniesbergkreisel und Landwehrkreisel.

+++ 7.02 Uhr: Nicht nur auf dem Weg zur Arbeit muss heute improvisiert werden. Die 39 städtischen Kitas, in denen rund 3500 Kinder betreut werden, bleiben am Dienstag komplett geschlossen. Alle betroffenen Eltern müssen improvisieren, weil es bei eintägigen Streiks keinen Notdienst gibt. Auch im Umland bleiben Kitas und Krippen geschlossen: In Neustadt gibt es keinen Notdienst. In Burgwedel sind die Kitas Wettmar, Großburgwedel II und die Krippe Großburgwedel betroffen. Für die Kita Otze gibt es keine Notgruppe, dafür hat die Burgdorfer Kita Südstern eine Notgrppe eingerichtet. In Isernhagen bleiben die Kitas H.B. und N.B. wie die Neuwarmbüchener Krippe geschlossen. Ebenfalls alle Kitas sind in Sehnde geschlossen. Hier gibt es allerdings in der Ladeholzstraße einen Notdienst. Eine Notbetreuung hat die Stadt Langenhagen an gleich drei Standorten eingerichtet: In der Veilchenstraße, in der Kita Kielenkamp und in der Kita Kaltenweide. In Ronnenberg sind fast alle Kindertagesstätten geschlossen. Lediglich in der Hirtenstraße können Eltern ihre Kinder bis 14 Uhr unterbringen. Auch in der Kita Ronnenberg I gibt es eine Notbetreuung.

Am Dienstag steht Hannover still: Beim zweiten Streiktag im öffentlichen Dienst sind wieder der öffentliche Nahverkehr, die städtischen Kitas, Kliniken und Ämter betroffen.

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+++ 6.55 Uhr: Üstra-Betriebsschlosser Björn Duffer streikt auch am heutigen Dienstag wieder und meint: „Jetzt erst recht! Ständig wollen die Politiker ihre Diäten erhöhen. Dabei fordern wir nur eine Gehaltserhöhung um 8 Prozent. Das entspricht einer Steigerung von durchschnittlich 170 Euro Brutto im Monat. Wir wollen diese Erhöhung nicht nur, wir brauchen sie auch.“

+++ 6.45 Uhr: Verkehrschaos auf der Autobahn: Durch einen Unfall auf der A2   in Richtung Hannover gibt es derzeit 8 Kilometer Stau zwischen Hämelerwald und der Raststätte Lehrter See. Die Fahrbahn ist dort auf einen Fahrstreifen verengt. Laut Verkehrsmanagementzentrale dauert die Situation voraussichtlich noch mindestens 4 Stunden an. Die empfohlene Umleitung führt ab Hämelerwald über die U18 und U2.

+++ 6.36 Uhr: Vom Streik sind nicht nur die Stadtbahnen und Busse der Üstra betroffen, sondern auch städtische Kitas, die Müllabfuhr und aha-Betriebshöfe sowie städtische Ämter und Einrichtungen wie Schwimmbäder.

+++ 6.20 Uhr: Der Verkehr auf dem Cityring ist bislang noch überschaubar. Auffällig ist, dass sich auch an diesem Streikmorgen viele Hannoveraner trotz -2° C Außentemperatur auf's Fahrrad geschwungen haben.

+++ 6.10 Uhr: Der Rummel am Üstra-Betriebshof an der Glocksee hält sich heute in Grenzen. „Wir sind heute etwas weniger Leute als vergangene Woche“, sagt Stadtbahnfahrer Mark Geist. „Wir gehen es etwas ruhiger an. Aber wir müssen diesmal auch zwei Tage durchhalten.“ Der 41-Jährige hofft, dass seine Fahrgäste ihm den Streik nicht übel nehmen. „Es geht nun mal um die Gehälter“, sagt Geist.

+++ 6.05 Uhr: Weil Busse und Bahnen der Üstra nicht fahren und sich gleichzeitig drei Demonstrationszüge der Gewerkschaften durch die Innenstadt zum Opernplatz bewegen, wird es heute vor allem zwischen 10 und 11 Uhr im gesamten Bereich innerhalb des Cityrings eng.
Wer in dem Bereich am Opernplatz zu tun hat, muss bis gegen 13 Uhr mit Behinderungen rechnen. Dort erwarten die Gewerkschaften zur zentralen Kundgebung für Niedersachsen und Bremen mindestens 10 000 Teilnehmer – die Erfahrung von ähnlichen Gelegenheiten in den Vorjahren zeigt, dass es eher mehr werden könnten.

Hier verlaufen die Demonstrationszüge:

+++ 6 Uhr: Früher gab es den "Roten Punkt", heute Facebook: Wer eine Mitfahrgelegenheit sucht, kann sich auf unserer Facebook-Seite „HAZ-Mitfahrzentrale“ vernetzen. Wie das funktioniert? Einfach eine Nachricht oder einen Kommentar auf der Facebook-Seite der HAZ hinterlassen, in dem steht, wie viele Plätze Sie in Ihrem Auto frei haben, wann und von wo Sie losfahren und welche Orte sie ansteuern beziehungsweise umgekehrt: Wohin Sie mitgenommen werden wollen. Hier geht's zu Mitfahrzentrale. Viel Glück!

+++ 5.50 Uhr: Guten Morgen! Sind die Reifen am Fahrrad aufgepumpt oder genug Benzin im Tank? Mit Bus oder Bahn geht heute jedenfalls nichts: Der öffentliche Dienst streikt - und es fahren weder Bus noch Bahn. Auch die städtischen Kitas sind heute geschlossen, ebenso Schwimmbäder und Ämter. Auch der Müll bleibt heute liegen. Hier haben wir alle Infos zum Streikdienstag zusammengestellt.

sup/jki/ska/no/sag/sok/asl/ka/at

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Nicht nur in Garbsen blieben die Müllsäcke am Dienstag liegen.

NIcht nur bei der Üstra wird gestreikt, auch der Abfallzweckverband aha legt erneut die Arbeit nieder. Der Müll bleibt liegen. In Garbsen hoffen die Menschen auf Streikbrecher. Weil jedoch auch hier die Abfuhr ausfällt, holen die Bewohner die Säcke zurück auf ihre Grundstücke.

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