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Aus der Stadt Eine hinterhältige Masche?
Hannover Aus der Stadt Eine hinterhältige Masche?
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00:15 31.01.2016
Quelle: dpa (Symbolfoto)
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Hannover

Der Fahrgast, der keine Fahrkarte hatte, fragte einen Mitreisenden, wo er eine herbekommen könnte. Dieser Mitreisende war ein Kontrolleur in Zivil, inkognito sozusagen. Hätte dieser sich ihm offenbaren müssen – statt ihn wenig später zu kontrollieren und sogar die Polizei zu rufen? Um diese Frage streiten sich derzeit der Schulleiter der Robert-Koch-Realschule in Langenhagen und das Verkehrsunternehmen.

„Es geht mir dabei nicht um die 60 Euro, die ich zahlen soll“, stellt Thomas Kelber klar. Vielmehr wolle er zeigen, welch hinterhältige Methoden die Üstra anwende, um Schwarzfahrer zu überführen. Obwohl er sich seiner Meinung nach korrekt verhielt, brummte ihm das Verkehrsunternehmen ein erhöhtes Beförderungsentgelt auf. „Mit Recht“, sagt Üstra-Sprecher Udo Iwannek. „Er war ohne Fahrschein in einer Stadtbahn unterwegs.“

Das bestreitet Kelber auch gar nicht. Er stört sich daran, wie es überhaupt zu der Fahrscheinkontrolle kam. Am vergangenen Mittwoch hatte Kelber seinen Generalschlüssel für die Räume der Robert-Koch-Realschule einer Kollegin geliehen, die nach der Arbeit vergaß, dem Schulleiter den Schlüsselbund, an dem sich auch dessen Haus- und vor allem Autoschlüssel befanden, zurückzugeben. „Als ich es merkte, war sie schon weg“, sagt Kelber, der daraufhin beschloss, mit der Bahn zu ihr zu fahren. „Als ich dann an der Haltestelle Langenforther Platz ankam, stand dort eine Bahn, in die ich direkt einstieg.“

Über das, was dann passierte, sind sich der Schulleiter und die Üstra einig. „Ich fragte die erste Person, die ich in der Bahn sah, wie ich in den Besitz einer Fahrkarte komme“, sagt Kelber, der nicht ahnte, dass es sich dabei um einen Kontrolleur handelte. „Unser Mitarbeiter sagte dem Fahrgast dann ganz klar, dass man in der Bahn kein Ticket lösen kann und er aussteigen müsse, um am Automaten eines zu ziehen“, sagt Iwannek. Für wen er arbeitete, sagte er nicht.

Fahrer aufgesucht statt ausgestiegen

Doch statt dieser Anweisung zu folgen, ging Kelber zum Fahrer der Stadtbahn und fragte dort erneut. „Der Fahrer bot mir dann netterweise an, dass ich bis zur Büttnerstraße mitfahren und dort aussteigen und eine Karte kaufen könne“, erzählt Kelber. Doch bis dorthin kam er gar nicht. Kaum hatte er das Gespräch mit dem Fahrer beendet, stand der Kontrolleur vor ihm, den er kurz zuvor noch um Hilfe gebeten hatte, und wollte einen gültigen Fahrschein sehen. Als Kelber diesen nicht vorzeigen und sich auch nicht ausweisen konnte, rief der Kontrolleur sogar die Polizei.

„Das war eine böswillige, hinterhältige Masche“, sagt Kelber. „Der Mann wusste genau, dass ich keinen Fahrschein hatte, ich hatte ihn ja angesprochen.“ Seiner Meinung nach hätte der Mitarbeiter der Üstra ihm direkt sagen müssen, das er ein Kontrolleur sei. „Ich fahre nie Üstra und wusste nicht, wie es sich mit den Fahrkarten verhält“, sagt Kelber. Anstatt ihm weiterzuhelfen, habe der Kontrolleur ihn aber für seine Unwissenheit bestraft. Das findet Kelber „nicht akzeptabel“.

Kulanz nur im Notfall

Die Üstra sieht das anders. „Der Kontrolleur hat ihm gesagt, dass es nur außerhalb der Bahnen Tickets gibt“, sagt Iwannek. Da sei es egal, ob es sich um einen Mitarbeiter der Üstra handele oder nicht. Viel entscheidender sei, dass er die Antwort ignorierte und zum Fahrer ging.

Auch dessen Angebot, Kelber mit bis zur Büttnerstraße zu nehmen, wo er dann eine Karte kaufen sollte, lässt Iwannek nicht als Ausrede gelten. „So eine Kulanz lassen wir nur gelten, wenn es sich um einen Notfall handelt“, sagt er.

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