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Streit um Fassade für Sprengel-Bau

Kostenanstieg Streit um Fassade für Sprengel-Bau

Die Diskussion um den Kostenanstieg beim Anbau für das Sprengel Museum spitzt sich derzeit auf eine Frage zu: Will man eine verspiegelte Glasfassade, wie sie die Architekten Meili + Peter ursprünglich vorsahen, oder eine Hülle aus Sichtbeton?

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Über den Anbau für das Sprengel Museum wird weiter diskutiert.

Quelle: Handout

Hannover. Die Meinungen der Politiker gehen auseinander, eine Mehrheit aber hält an der transparenten Fassade fest. „Ein Museum muss auch durch seine architektonische Qualität überzeugen, mit einer Betonfassade gelingt das nicht“, sagt Hannovers CDU-Chef Dirk Toepffer. Der Bund Deutscher Architekten (BDA) dagegen ist überzeugt, dass das Gebäude mit einer ansprechend gestalteten Betonfront nicht schlechter aussieht. „Das Projekt wird nicht nachhaltig gestört, wenn die Fassade aus Glasschuppen nicht realisiert wird“, meint der Vorsitzende des BDA Niedersachsen, Harald Kiefer. Letztlich liege die Entscheidung aber bei den Architekten und der Stadt Hannover.

Die Stadt verspricht sich von der Betonvariante Einsparungen zwischen 200.000 und 300.000 Euro und hat Meili + Peter jetzt aufgefordert, einen alternativen Entwurf auszuarbeiten. Danach begutachtet eine Fachjury das Ergebnis. Dem Vernehmen nach soll bis Ende August entschieden sein, wie der neue Museumstrakt künftig aussieht. Insgesamt verteuert sich das Bauvorhaben um mindestens 2,5 Millionen Euro, das Land Niedersachsen, ebenso wie die Stadt Geldgeber für den Anbau, geht sogar von 3,5 Millionen Euro aus.

„Eine solche Summe kann nicht durch einen Wechsel von Glas zu Beton eingespart werden“, sagt FDP-Baupolitiker Wilfried Engelke. Hier müsse der Rotstift noch radikaler angesetzt werden. „Wenn man sparen will, sollte man auch über eine kleinere Museumsvariante nachdenken“, schlägt er vor. Ein „Betonklotz“ jedenfalls kommt für Engelke nicht infrage, der verschandele seiner Ansicht nach nur das Maschseeufer. Besonders ärgert ihn, dass die Stadt von privaten Bauherrn eine hochwertige Fassade verlangt, etwa beim Kröpcke-Center, aber es mit dieser Vorgabe bei den eigenen Bauten nicht so genau nehme. „Gerade ein Museum sollte außen etwas Besonderes darstellen“, sagt Engelke.

Auch CDU-Mann Toepffer mag an der Glasfassade nicht rütteln. „Das Wort ‚Sichtbeton‘ suggeriert Transparenz, dabei handelt es sich um ein massives, undurchlässiges Material“, sagt er. Toepffer wirft der Stadt vor, dass sie an der Fassadengestaltung sparen will, um die teure Passivhausbauweise bezahlen zu können, die insbesondere die Grünen im Rat einfordern. Tatsächlich schlägt ein solch hoher energetischer Standard mit mehr als 200.000 Euro zu Buche. Das Land hatte bereits signalisiert, diese Kosten nicht mitzutragen.

Die rot-grüne Ratskoalition ist sich nicht einig. Die Grünen favorisieren den ursprünglichen Entwurf der Schweizer Architekten, die SPD will abwarten. „Wir müssen uns die neuen Pläne zunächst ansehen“, sagt SPD-Kulturexpertin Ulrike Bittner-Wolff. Auch unbesehen glaubt Lothar Schlieckau, Fraktionschef der Grünen, dass eine Betonfront mit der Glasfassade kaum mithalten kann. „Die transparente Hülle harmoniert zudem mit dem Inneren, den Oberlichtern und dem kunstvollen Raumkonzept“, sagt er. Einig ist sich Schlieckau mit der SPD, dass der neue Museumstrakt am Maschsee ein „Hingucker“ werden muss, sei er aus Glas oder Beton.

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