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Aus der Stadt Streit um Holocaust-Mahnmal eskaliert
Hannover Aus der Stadt Streit um Holocaust-Mahnmal eskaliert
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21:22 13.08.2012
Von Tobias Morchner
Beschmiert und verdreckt: Das Holocaust-Mahnmal in Hannover. Quelle: Surrey
Hannover

Michael Fürst, der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde, sagte kurzfristig seine Teilnahme an einer Gedenkveranstaltung ab. Er begründet dies damit, dass die Stadt trotz seiner Hinweise nichts unternehme, um eine „Verdreckung“ der Gedenkstätte am Opernplatz zu stoppen.

Auf Einladung der Stadt hatte Fürst an der Enthüllung einer Gedenktafel auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Theresienstadt im September teilnehmen wollen. Jetzt aber schrieb er an Oberbürgermeister Stephan Weil: „Ich kann keinen Sinn darin erkennen, der Stadt die Ehre zu geben, beim Gedenken an die Deportierten der Stadt Hannover nach Theresienstadt dabei zu sein, wenn die Landeshauptstadt ihr eigenes Mahnmal mit Füßen tritt.“ Zudem erklärte er, die Reinigung des Objekts in die eigene Hand nehmen zu wollen und sie durch Spenden finanzieren zu lassen. Die Stadt kündigte an, den Konflikt so schnell wie möglich beilegen zu wollen.

Bereits im Juli hatte Fürst in einem offenen Brief an Oberbürgermeister Stephan Weil den Zustand des Mahnmals am Opernplatz als „hundsmiserabel“ kritisiert. Er verwies auf den Unrat, der dort liege, sowie auf verdreckte Steine, bröckelnde Stufen und defekte Fugen. Trotz seiner Beschwerden, die er Oberbürgermeister Stephan Weil mehrfach vorgetragen habe, habe sich „an dem bemerkenswert schlechten Zustand am und um das Mahnmal“ nichts geändert, stellt Fürst nun fest. Die Hinweise der Stadtsprecher, das am Mahnmal alles in Ordnung sei, vermittelten den Eindruck „dass diese Herren offensichtlich nicht einmal wissen, wo das Mahnmal steht oder vielleicht ein anderes Mahnmal meinen“, schreibt Fürst. Das im Jahr 1994 errichtete Denkmal am Opernplatz erinnert an die knapp 2000 vertriebenen und ermordeten Juden Hannovers.

Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde, von Beruf Rechtsanwalt, bittet die Verwaltung zugleich um die Erlaubnis, die Reinigung des Mahnmals selbst in die Hände nehmen zu können. „Ich bin überzeugt davon, dass es viele Menschen in Hannover gibt, die Spenden für diesen Arbeitseinsatz zur Verfügung stellen werden“, schreibt Fürst in dem Brief. Sollte das nicht reichen, werde die Jüdische Gemeinde den Rest der Reinigungskosten aufbringen. Einen Kostenvoranschlag hat er bereits bei einer Reinigungsfirma angefordert.

Von Seiten der Verwaltung gab es am Montag keine detaillierte Stellungnahme zu den Vorwürfen des Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde. Stadtsprecher Udo Möller bestätigte lediglich den Eingang des Briefes. „Wir haben bereits den persönlichen Kontakt mit Herrn Fürst hergestellt und hoffen, dass wir den Konflikt klären werden“, erklärte er weiter.

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