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Aus der Stadt "Centrum" ist der Region zu laut
Hannover Aus der Stadt "Centrum" ist der Region zu laut
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00:15 12.07.2015
Von Tobias Morchner
Im Centrum am Lindener Marktplatz ist täglich um 22 Uhr Sperrstunde, während die Kollegen wenige Meter weiter immer noch draußen Bier und Wein ausschenken. Quelle: Wallmüller
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Hannover

Allabendlich bietet sich in diesen Sommertagen den Besuchern des Lindener Marktplatzes ein seltsames Bild: Während die meisten Wirte ihre Gäste bis Mitternacht und darüber hinaus bedienen, rollt Romec Manns, der Betreiber der Gaststätte Centrum, um Punkt 22 Uhr sein rot-weißes Flatterband aus. Demonstrativ sperrt er dann den Außenbereich der Kneipe ab und bittet die Gäste, ins Centrum zu gehen.

Mehrfach hat die Region Hannover als zuständige Behörde den Gastronom wegen Lärmbelästigung zur Ordnung gerufen. Inzwischen hat die Behörde sogar ein Zwangsgeld in Höhe von 3000 Euro gegen Manns verhängt, weil er gegen die Bestimmungen des Bundesimmissionsschutzgesetzes verstoßen haben soll. Gegen die Verordnung des Zwangsgeldes setzt er sich juristisch zur Wehr. „Es kann doch nicht sein, dass wir anders behandelt werden als die Kollegen“, sagt er.

Zweifel am Vorgehen der Region

Nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz gelten zwischen 22 und 6 Uhr andere Obergrenzen für Lärm als in der übrigen Zeit. Seit 2012 ist die Region Hannover für die Überwachung der Einhaltung der Grenzwerte zuständig. „Wir sind aber nicht proaktiv tätig, sondern reagieren auf Beschwerden“, sagt Regionssprecher Klaus Abelmann. Im Fall des Centrums habe es mehrere Beschwerden über Lärm der Gäste, die nach 22 Uhr im Außenbereich der Kneipe saßen, gegeben – auch schon im vergangenen Jahr. „Die Kollegen haben sich daraufhin ein Bild von der Lage vor Ort gemacht, Ordnungswidrigkeiten festgestellt und diese auch geahndet“, sagt Abelmann.

Centrum-Wirt Romec Manns widerspricht: „Aus den Unterlagen, die wir inzwischen einsehen konnten, geht in der Tat hervor, dass es eine Lärm-Messung gegeben hat – im Dezember.“ Im Sommer seien, so der Gastronom weiter, nicht nur die Außenbereiche der anderen Kneipen am Lindener Marktplatz voll, auch der Brunnen diene regelmäßig als Treffpunkt für die Lindener. „Wie will die Region unter diesen Umständen genau erkennen können, dass der Lärm von uns und nicht von den anderen Kneipen kommt?“, fragt Manns.

Grundsätzlich hat er Zweifel am Vorgehen der Region Hannover. „Wenn sie wegen uns kommen und sehen, dass vor den anderen Kneipen noch was los ist, warum bekommen deren Betreiber nicht auch Ordnungsbescheide“, will der Kneipenbesitzer wissen.

Region: Nur Beschwerden über Centrum-Lärm

Die Region hält dagegen: „Die Kollegen haben sehr wohl nicht nur auf das Centrum gesehen, sondern auch die Situation in den übrigen Kneipen im Blick gehabt. Fest steht aber auch, dass es bislang ausschließlich Beschwerden über den Lärm der Centrums-Besucher gibt“, sagt Regionssprecher Abelmann.

Romec Manns will weiter dafür kämpfen, dass alle Gastronomen mit Außenbereichen auf dem Lindener Marktplatz gleich behandelt werden. Zudem will er sich dafür einsetzen, dass künftig auch nach 22 Uhr draußen Gäste bewirtschaftet werden dürfen. Er hält die derzeitige Regelung für nicht mehr zeitgemäß. „Supermärkte dürfen bis 24 Uhr Waren verkaufen, Kneipen sollen aber zwei Stunden zuvor die Bürgersteige hochklappen – das ist schon echt absurd“, sagt Manns.

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