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Streit um Wilhelm-Busch-Museum in Hannover

Konflikt Streit um Wilhelm-Busch-Museum in Hannover

Es dürfte heiß hergehen am kommenden Sonnabend bei der Wilhelm-Busch-Gesellschaft (WBG). Denn der Streit um neuen Namen des Museums in Hannover flammt wieder auf.

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Das Wilhelm-Busch-Museum in Hannover. Bekommt es bald einen neuen Namen?

Quelle: Rainer Dröse (Archivbild)

Oft sind Jahresversammlungen deutscher Vereine ja dröge Pflichtveranstaltungen, in denen man Tagesordnungspunkte wie „Genehmigung des Protokolls vom Vorjahr“ oder „Bericht des Kassenprüfers“ möglichst würdevoll abhandelt, ehe man zum gemütlichen Teil übergeht. Doch vor der Versammlung des 2500 Mitglieder starken Trägervereins des Wihelm-Busch-Museums schlagen die Wellen hoch: „Ich gehe davon aus, dass es zu einer Diskussion kommen wird“, sagt dessen Vorsitzender Herbert Schmalstieg diplomatisch.

Grund dafür ist die Mitgliederversammlung vor einem Jahr. Damals hatte der WBG-Vorstand um Schmalstieg den teils überraschten Mitgliedern verkündet, dass das Haus im Georgengarten umbenannt wird und der Namensgeber künftig nicht mehr im Vordergrund stehen soll. Statt „Wilhelm-Busch-Museum – Deutsches Museum für Karikatur und kritische Grafik“ heißt das Museum seither „Deutsches Museum für Karikatur und Zeichenkunst Wilhelm Busch“. Abgehandelt wurde die Angelegenheit damals unter Tagesordnungspunkt 10, kurz vor „Verschiedenes“. Das Stichwort Namensänderung hatte sich in der Einladung nicht gefunden.

Jetzt hat der Rechtsanwalt Jürgen Hübbe, selbst seit fast 50 Jahren WBG-Mitglied und Spross einer Familie, die das Museum seit Generationen fördert, den Antrag gestellt, die Namensänderung abzulehnen. Außerdem soll dem Vorstand die Entlastung verweigert werden: „Durch seinen eigenmächtigen Beschluss sind Kosten entstanden“, sagt er. „Diese sollen ermittelt und bekannt gegeben werden.“ Den Namen Buschs ans Ende des Titels zu befördern, sei eine „völlige Missachtung der Gründerintention“.

Bereits vor einem Jahr hatte die Umbenennung bei vielen Busch-Freunden für Unmut gesorgt: Der frühere Museumschef Herwig Guratzsch kritisierte, das Haus drohe „in die gängige Liga der Karikaturenmuseen“ abzurutschen. Auch Vertreter der Wilhelm-Busch-Stätten in Ebergötzen, Mechtshausen und Wiedensahl zeigten sich verwundert darüber, dass der beliebte Namenspatron sprachlich ans Ende gestellt werde, und verschiedene WBG-Mitglieder protestierten vehement gegen das Vorgehen des Vorstands.

Vor der Versammlung am Sonnabend ist jetzt die große Frage, ob eine schweigende Mehrheit den neuen Namen mitträgt oder ob die Fraktion der Unzufriedenen so stark ist, dass sie eine erneute Umbenennung durchsetzen kann. „Derzeit mobilisiert jede Seite ihre Truppen“, sagt ein Insider. So hatte Schmalstieg schon in einem persönlichen Brief an alle Mitglieder im März für den neuen Namen geworben. Auch in der Einladung zur Mitgliederversammlung heißt es, dieser erfahre bei Fachwelt und Förderern inzwischen große Zustimmung. „Der neue Name spiegelt das Profil der Museumsarbeit besser wider“, sagt auch Museumsdirektor Hans Joachim Neyer. Und leider sei Wilhelm Busch international zu unbekannt, um mit seinem Namen punkten zu können.

Hannovers langjähriger Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg hatte sich mit großem Nachdruck für den neuen Namen stark gemacht. Würde er als WBG-Chef zurücktreten, wenn die Namensänderung nun rückgängig gemacht würde? „Die Frage stellt sich jetzt doch gar nicht“, sagt er. „Ich habe immer gemacht, was ich zu einem bestimmten Zeitpunkt für richtig gehalten habe.“ Man darf gespannt sein, wie das Wilhelm-Busch-Museum nach dem kommenden Wochenende heißen wird– und wie der Vorsitzende der Wilhelm-Busch-Gesellschaft.

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