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Streit um Windkraft: Flugsicherung wehrt sich

Windenergieprojekt Streit um Windkraft: Flugsicherung wehrt sich

Die Deutsche Flugsicherung (DFS) wehrt sich gegen Vorwürfe der Region Hannover, sie behindere den Ausbau der Windenergie und damit die Energiewende. Zuletzt war der Bau zweier 200 Meter hoher Anlagen durch die Stadtwerke betroffen gewesen.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Hannover.  „Wir haben an vielen Standorten die Nutzbarkeit unserer Navigationseinrichtungen aufgrund erwarteter Störauswirkungen durch Rotoren einschränken müssen“, teilt Sprecherin Anja Naumann mit. Wegen des ohnehin hohen Bestands an Rotoren könne es dazu kommen, dass der Errichtung neuer Anlagen nicht zugestimmt werde. Davon war zuletzt in Hannover der geplante Bau zweier 200 Meter hoher Anlagen durch die Stadtwerke am Kronsberg betroffen, der nun nicht weiter verfolgt wird.

Ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts hat der DFS ein starkes Mitspracherecht bei Windenergieprojekten gesichert. Wenn sie ihr Veto einlegt, müssen Genehmigungsbehörden wie die Region das akzeptieren. Gegengutachten, die etwa beim Naturschutz berücksichtigt werden können, spielen keine Rolle. Funkfeuer der DFS, die der Navigation der Flugzeuge dienen, können durch Signalreflektionen an Windrädern gestört werden. Um die Anlagen herum gilt ein Schutzradius von 15 Kilometern. Er war bis 2009 erheblich kleiner, woraus laut DFS eines der Probleme resultiert. Nach der Ausweitung standen viele zuvor genehmigte Rotoren aus dem Bestand plötzlich in der Schutzzone. „Allein im Bereich des für den Betrieb am Flughafen Langenhagen wichtigen Funkfeuers Sarstedt werden bereits 118 Anlagen betrieben. Das sind 3,5-mal so viele wie auf dem gesamten Gebiet der Schweiz“, sagt Naumann.

Das höchstrichterliche Urteil beeinträchtigt die Windenergiepläne auf rund 75 Prozent der gesamten Regionsfläche, von der wiederum laut aktueller Raumplanung 1,6 Prozent für die Windenergie reserviert sind. Betroffen sind auch umstrittene Vorhaben wie etwa der Windpark im Dreieck zwischen Hemmingen, Pattensen und Springe, der der größte seiner Art in der gesamten Region wäre. Regionsdezernent Axel Priebs hatte die Zusammenarbeit mit der Flugsicherung als schwierig bezeichnet und die Bundesregierung aufgefordert, „bei der DFS eine grundsätzliche andere Einstellung gegenüber Planungsbehörden und Projektträgern zu erzeugen.“ Laut Priebs hält sich die DFS mit detaillierten Angaben zurück. Naumann dementiert das.

Die DFS werde nach wie vor Windenergieanlagen in den Schutzzonen nicht grundsätzlich untersagen, sondern jeden Einzelfall prüfen. Sie wies allerdings auf eine Schwierigkeit hin: Die Region habe Vorranggebiete für Windenergie ausgewiesen, wobei die exakten Standorte der einzelnen Anlagen nicht immer feststünden. „Wir brauchen aber genaue Koordinaten sowie Höhenangaben zu einzelnen Windkraftanlagen, um überhaupt etwas berechnen zu können“, stellt die DFS-Sprecherin klar.

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