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Aus der Stadt Strenge Auflagen für freigelassene Hells Angels
Hannover Aus der Stadt Strenge Auflagen für freigelassene Hells Angels
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00:24 13.10.2014
Frank Hanebuth wartet weiterhin im Gefängnis auf konkrete Vorwürfe der spanischen Justiz. Quelle: dpa (Archiv)
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Madrid

„Auch wenn die Beschuldigten mittlerweile auf freiem Fuß sind, wird weiterhin gegen sie ermittelt“, sagte der Sprecher der Audiencia Nacional Javier Valero auf Anfrage der HAZ. „Ob diese letztlich zu einer Verurteilung führen, wird man sehen.“

Bereits im September sind mehrere Männer freigekommen, die während der Operation „Casablanca“ im Juni 2013 auf Mallorca festgenommen worden waren. Nur der ehemalige hannoversche Hells-Angels-Chef Frank Hanebuth, sein langjähriger Weggefährte Paul E. und der Deutsch-Marokkaner Khalil Y. warten weiterhin hinter Gittern auf die konkreten Vorwürfe des spanischen Ermittlungsrichters Eloy Velasco. Der hat auch die restlichen Verdächtigen nur unter strengen Auflagen entlassen. Khalil Y.s Bruder Abdelghani Y. musste 20.000 Euro Kaution bezahlen, seinen Reisepass abgeben und dem Gericht seinen genauen Wohnort in Spanien angeben. „Zudem muss er sich alle 15 Tage beim Gericht oder in einem Polizeikommissariat melden“, sagte Valero.

Ab wann und für was sich Hanebuth und Paul E. vor dem Nationalen Gerichtshof verantworten müssen, wollte der Sprecher jedoch nicht sagen. Fest steht, dass „el Largo“ (der Lange), wie sie Hanebuth auch in Spanien nennen, im Fall einer Verurteilung eine lange Haftstrafe droht. Vor der Audiencia Nacional werden nur schwere Straftaten in ganz Spanien verhandelt. Dazu gehören organisierte Kriminalität, Drogenhandel, Wirtschaftskriminalität und Verbrechen gegen die spanische Krone. Gegründet wurde das oberste Gericht 1977, um in erster Linie über die Terrorakte der baskischen Untergrundorganisation Euskadi Ta Askatasuna (ETA) zur urteilen.

Einer, der schon mehrfach Kontakt mit den obersten Richtern Spaniens hatte, ist Hanebuths Anwalt Gonzalo Boye Tuset. Der Chilene hat einst  am Nationalen Gerichtshof eine Klage gegen sechs Berater des ehemaligen US-Präsidenten George W. Bush wegen deren vermuteter Mitarbeit bei der Einrichtung des Gefangenenlagers Guantanamo eingereicht. Er stand aber auch selbst schon vor dem Gericht. 1996 verurteilte ihn die Audiencia Nacional zu 14 Jahren und acht Monaten Haft, weil er der ETA geholfen hatte, den spanischen Industriellen Emiliano Revilla zu entführen.

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