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Stromausfall legt den Hauptbahnhof lahm

Hannover Stromausfall legt den Hauptbahnhof lahm

Am Hauptbahnhof in Hannover ist es am Montagvormittag zu einem großflächigen Stromausfall gekommen. Der Bahnverkehr war nicht betroffen, allerdings gab es eineinhalb Stunden lang keinen Strom in den Geschäften. Ursache war eine durchgebrannte Sicherung bei enercity-Arbeiten am Raschplatz.

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Hauptbahnhof in Hannover.

Quelle: Oehlschläger

Hannover . Plötzlich war das Licht aus gestern Früh im Hauptbahnhof – ein Stromausfall machte Gastronomen, Händlern und Reisenden gut anderthalb Stunden lang zu schaffen. Immerhin: Der Bahnverkehr war nicht betroffen. Ursache war eine durchgebrannte Sicherung bei enercity-Arbeiten am Raschplatz.

Am Hauptbahnhof in Hannover ist es zu einem großflächigen Stromausfall gekommen.

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Nach Angaben von Stadtwerke-Sprecherin Bianca Bartels war beim Umspannwerk am Raschplatz bei Reparatur- und Wartungsarbeiten ausgerechnet die Sicherung der Leitung herausgeflogen, die die Bahnanlagen mit Ausnahme der Fahrtechnik mit Strom versorgt. Die Suche nach der Ursache zog sich bis in den Nachmittag. „Es hat dann leider etwas länger gedauert, den Fehler zu lokalisieren“, sagt Bartels. Ebenfalls ohne Strom war die nahegelegene Bahnzentrale in der Joachimstraße.

"Man denkt: Was ist denn hier los?"

Die Reisenden nahmen den Stromausfall im Hauptbahnhof am Montag überwiegend gelassen hin. Lediglich die schlechte Informationspolitik seitens der Deutschen Bahn sorgte für Ärger. „Mich stört der Stromausfall nicht so sehr“, sagte ein Reisender, der am Hauptbahnhof umsteigen musste. „Mich ärgert eher die Deutsche Bahn.“ Der 55-Jährige aus Bielefeld, der beruflich nach Hamburg reisen wollte, hatte seinen Anschlusszug knapp verpasst. Dass wegen des Stromausfalls manche Geschäfte geschlossen hatten, ärgerte ihn nicht. „Ich hätte mich dort eh nicht aufgehalten“, sagte er. Auch die Anzeigetafeln brauchte er nicht, um zu wissen, wann und wo sein Zug fahren würde.

Um zu seinem Nebenjob am Flughafen zu gelangen, war Student Frederic Behnke aus Braunschweig mit dem Zug angereist. „Man kommt hier rein und denkt sich, was ist denn hier los?“, schildert der 21-Jährige die Situation am Hauptbahnhof. Im Zug auf der Hinfahrt habe er keine Informationen von der Deutschen Bahn zum Stromausfall bekommen – auch das zusätzliche Hilfspersonal am Informationsschalter habe er nicht gesehen. „Ich habe nur den HAZ-Artikel bei Facebook gesehen“, sagt Behnke. „Sonst wüsste ich gar nicht, was hier los ist.“

„Noch hat uns der Stromausfall noch nicht betroffen“, sagte Anja Gutbrod. „Wir sind gerade erst gestrandet.“ Sie und ihr Mann Raoul waren gerade von einer Reise nach Thailand zurückgekehrt und im dunklen Hauptbahnhof angekommen. Nach vielen Tagen asiatischer Küche wollten die beiden gerne eine „gute Deutsche Bretz’n“ essen, wie Ehemann Raoul sagt. Doch dafür hätten die Kassen in den Geschäften funktionieren müssen.

Um 9.57 Uhr ging nichts mehr, wie man an den stehen gebliebenen Bahnhofsuhren sehen konnte. Betroffen war vor allem das Geschäftsleben. Licht, Kassensysteme und Computer in den zahlreichen Läden des sogenannten „Einkaufsbahnhofs“ versagten. In einigen Geschäften drohten Lebensmittel wegen ausgefallener Kühlungen zu verderben. Die meisten Filialen schlossen daraufhin ihre Türen, auch öffentliche Toiletten stellten ihren Betrieb ein. Glück hatte indes, wer seine Kassen per Akku mit Strom versorgte. Hier konnte der Verkauf im Halbdunklen weitergehen. „Unsere Techniker versuchen, auf die öffentliche Stromversorgung umzuschalten“, sagte ein Bahnsprecher zwischenzeitlich.

Auch die Bundespolizei reagierte auf die unzureichenden Lichtverhältnisse. Man habe als Präventivmaßnahme vermehrt Beamte auf Streife geschickt, sagte Sprecher Martin Ackert. Dabei ging es aber vor allem darum, betroffenen Reisenden mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

Der Zugbetrieb konnte indes wie der Betrieb der Üstra ungehindert weiterlaufen. Offenbar hatte das technische Problem lediglich die Gebäudetechnik betroffen, nicht allerdings die Stromzufuhr für den oberirdischen Bahnbetrieb. Fahrgäste mussten lediglich Störungen im Informationsfluss erdulden: Die Anzeigetafeln im Gebäude zeigten nur noch eine Störungsmeldung.

Gegen 11.30 Uhr sprangen die Aggregate dann wieder an, der Strom lief wieder. Die Geschäfte konnten wieder öffnen, der Betrieb ging weiter – beinahe so, als hätte es den eineinhalbstündigen Stromausfall gar nicht gegeben. Lediglich die Anzeigetafeln für die Zugverbindungen waren noch längere Zeit außer Betrieb.

Die Ereignisse zum Nachlesen:

Von Jörn Kießler und Bernd Haase

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