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Vogel legt den Hauptbahnhof lahm

Verkehrsbehinderungen nach Stromausfall Vogel legt den Hauptbahnhof lahm

Nachdem wegen einer defekten Oberleitung am Hauptbahnhof zahlreiche Züge ausgefallen sind, läuft der Zugverkehr nun wieder. Reisende müssen dennoch mit weiteren vereinzelten Verspätungen und Zugausfällen rechnen. Laut der Deutschen Bahn hat ein Vogel die folgenschwere Störung herbeigeführt.

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Mithilfe eines Reparaturzuges reparieren Arbeiter die Oberleitung kurz vor dem Hauptbahnhof Hannover.

Quelle: Susann Prautsch/dpa

Hannover. Ein Defekt an einer Oberleitung im Hauptbahnhof Hannover hat am Mittwochvormittag zu Verspätungen bei der Deutschen Bahn nahezu im gesamten Bundesgebiet geführt. Auf Gleis 13 war gegen 9.35 Uhr ein Trageseil der Oberleitungen abgerissen worden, was dazu führte, dass mehrere Oberleitungen auf einer Länge von etwa 40 Metern auf den Bahnsteig und einen am Gleis abfahrbereit wartenden Regionalexpress nach Wolfsburg gestürzt waren. Daraufhin fiel die Stromversorgung für alle Bahnsteige im Hauptbahnhof mit Ausnahme von Gleis eins für mehrere Stunden aus. Erst ab 11.15 Uhr konnten Nah- und Fernverkehrszüge den Hauptbahnhof wieder anfahren.

Nach Angaben der Deutschen Bahn hatte ein Vogel die folgenschwere Störung herbeigeführt. Das Tier muss einen der Isolatoren der Leitungen überbrückt haben. Es entstand ein sogenannter Lichtbogen, der einen Kurzschluss hervorrief, durch den erst das Tragseil und schließlich auch die Oberleitungen beschädigt wurden.

Mitarbeiter des Unternehmens brachten zunächst die Fahrgäste, die bereits in den Regionalexpress am betroffenen Gleis eingestiegen waren, in Sicherheit. Dann sperrten sie die Gleise 10 bis 14 ab und begannen mit der Umleitung der übrigen Züge. Fernzüge mussten knapp zwei Stunden ihre Fahrgäste entweder am Wunstorfer Bahnhof oder am Bahnhof in Laatzen aussteigen lassen. Um nach Hannover zu gelangen mussten die Reisenden in S-Bahnen umsteigen.

Gegen 11.15 Uhr war der Schaden im Hauptbahnhof soweit behoben, dass die meisten Bahnsteige wieder an das Stromnetz angeschlossen werden und die Züge wieder in Hannover halten konnten - allerdings mit zum Teil deutlichen Verspätungen von bis zu 70 Minuten. In der Zwischenzeit hatten sich allerdings lange Schlangen an den Informationsschaltern der Deutschen Bahn in der Haupthalle gebildet. Die Mitarbeiter der Bahn versuchten die Reisenden auch an den Bahnsteigen so schnell wie möglich über ihre nächsten Verbindungen zu informieren. Per Lautsprecherdurchsagen wurde auf den Oberleitungsschaden und die damit verbundenen Verzögerungen und Bahnsteigwechsel hingewiesen. Die meisten Betroffenen trugen die Behinderungen mit Fassung. „Das ist höhere Gewalt, das kann immer mal passieren“, sagt Lehrer Klaus-Dieter Schmalenberg, der den Ausflug mit seiner Klasse nach Hamburg am gestrigen Tag nur mit Verzögerung antreten konnte.

Ab 18 Uhr hatte sich die Lage im Regional- und S-Bahn-Verkehr wieder normalisiert. Auch die meisten Fernzüge konnten Hannover wieder problemlos anfahren. Behinderungen bis in den Abend gab es lediglich für Reisende auf den Strecken Berlin-Köln, Hamburg-Basel, Hamburg-Stuttgart und Berlin-Amsterdam. Diese Züge müssen weiterhin die Ersatzbahnhöfe in Wunstorf und Laatzen anfahren, weil sich die Reparaturarbeiten an den Oberleitungen und den Tragseilen an Gleis 13 hinziehen.

Fährt mein Zug?

Auch am Mittwochabend kommt es auf der Strecke Hannover Hbf - Lehrte auf beiden Seiten weiter zu Verspätungen und Zugausfällen. Ob Ihr Zug fährt, können Sie auf der Webseite der Deutschen Bahn prüfen.

Auch eine Stunde nach der Reparatur herrschte auf den den Ausweichbahnhöfen heftiges Treiben. Einige versuchen per Anhalten ins Stadtzentrum zu gelangen.

Ausnahmezustand auf dem Lehrter Bahnhof.

Quelle: Kühn

 

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