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Aus der Stadt Stromkunde soll 11.300 Euro nachzahlen
Hannover Aus der Stadt Stromkunde soll 11.300 Euro nachzahlen
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00:17 05.05.2017
Von Michael Zgoll
Ablesen oder schätzen lassen? Der Unterschied kann groß sein. Quelle: Federico Gambarini
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Hannover

Der Stromversorger Enercity hat einem Juristen im Februar eine Nachzahlung in Höhe von 11.300 Euro in Rechnung gestellt. Der weitaus größte Teil dieser Summe basiert auf Strom, den die fünfköpfige Familie von 2012 bis 2016 verbraucht haben soll. Rund 40.000 Kilowattstunden (kWh) sollen in diesen vier Jahren durch den Zähler des Kirchröder Einfamilienhauses geflossen sein. Der Anwalt nennt die Forderung „absurd“ und weigert sich zu zahlen - weshalb es jetzt zu ersten juristischen Scharmützeln gekommen ist.

Verbrauch nur geschätzt

Kompliziert wird alles dadurch, dass der Anwalt den Stromzähler jahrelang nicht ablas und den Zählerstand weitergab, sondern seinen Verbrauch schätzen ließ. Eine erste Rechnung erreichte den 51-Jährigen im Herbst 2016, damals noch knapp unter 10.000 Euro. Der Jurist weigerte sich zu zahlen, wechselte im Februar 2017 den Gas- und Stromanbieter. Daraufhin drohte ihm Enercity mit einer Verbrauchssperre für seinen Wasseranschluss. Die Reaktion des Juristen: Er erteilte den Stadtwerken ein Hausverbot, um Enercity-Mitarbeiter am Ablesen des Wasserzählers zu hindern. Doch als der Anwalt versuchte, eine mögliche Verbrauchssperre per einstweiliger Verfügung vom Tisch zu bekommen, erlitt er eine Niederlage. Amtsrichterin Martina Hollah erklärte, durch den Wechsel zu einem anderen Strom- und Gaslieferanten müsse die Familie bei deren Lieferungen keine Sperre fürchten. Andererseits sei Enercity berechtigt, aufgrund hoher Außenstände die Lieferung zu stoppen, also in diesem Fall: das Wasser abzudrehen.

„Keine Drehbank im Haus“

Doch ist die Nachzahlungs-Forderung der Stadtwerke überhaupt berechtigt? Der Anwalt bestreitet das. Der jährliche Stromverbrauch der Familie liege bei rund 4500 kWh, man benutze nur Energiesparlampen und betreibe auch „keine Drehbank“ im Haus. Der Enercity-Anwalt hebt auf die Praxis der Verbrauchsschätzung ab: „Dann ist klar, dass irgendwann mal eine große Nachzahlung fällig ist.“ Auch der vor gut einem Jahr eingebaute neue Zähler - das alte Gerät ist verschrottet - habe einen Verbrauch gezeigt, der aufs Jahr hochgerechnet rund 10 000 kWh betrage.

Der Kirchröder möchte die Sache gern außergerichtlich klären. Der Enercity-Anwalt drohte allerdings mit Klage. Und auch die Sperrung der Wasserzufuhr sei nach wie vor ein Thema. Und Stadtwerke-Sprecher Carlo Kallen nennt eine Nachforderung im fünfstelligen Bereich eine „Besonderheit“.

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