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Studenten helfen beim Wiederaufbau in Fukushima

Einsatz mit Messgerät Studenten helfen beim Wiederaufbau in Fukushima

Hilfseinsatz nach dem Atomunfall: Studenten der Leibniz-Universität helfen in Japan beim Wiederaufbau in Fukushima. Das Gebiet leidet seit der Katastrophe. Denn trotz akribischer Messungen ließen sich landwirtschaftliche Produkte aus der Provinz nicht mehr verkaufen, obwohl sie offenbar nicht belastet sind.

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„I love Fukushima“: Annika Wunnenberg und Peter Brozynski tragen die T-Shirts, die sie nach dem Arbeitseinsatz in
Japan geschenkt bekommen haben.

Quelle: privat

Hannover. Sorge bereitete Annika Wunnenberg bei ihrer Reise nach Fukushima vor allem eines: die komplizierten Höflichkeitsregeln der japanischen Gesellschaft. „Ich war bei der Ankunft in meiner Gastfamilie sehr aufgeregt, denn man kann so vieles falsch machen“, berichtet die Physikstudentin. Die Furcht erwies sich als unbegründet: Die Menschen in der Region sind froh über jeden Besucher, nachdem im März 2011 Erdbeben, Tsunami und Atomunfall Teile des Gebiets zerstörten.

In einem Arbeitseinsatz haben Annika Wunnenberg und Mitstudent Peter Brozynski in einer internationalen Gruppe wilden Bambus gerodet, damit der Wiederaufbau vorangeht, und vor allem in Begleitung japanischer Studenten viele Gespräche geführt. In einer Notunterkunft traf die 26-Jährige eine ältere Frau, die ihre gesamte Familie verloren hat. „Es war beeindruckend, dass sie dennoch nach vorn schaut.“ Studenten der Fukushima University kümmern sich um die meist älteren Bewohner der Unterkunft. „Sie bringen Abwechslung in ihren Alltag, denn das Gelände liegt in einer tristen Gegend, weit weg von allem“, berichtet Annika Wunnenberg.

Die Fukushima University veranstaltet das internationale Besuchsprogramm für Studenten, weil sie aufklären und über die aktuellen Probleme informieren will. „Der Name Fukushima ist verbunden mit Tod und Verderben, das trifft die Leute dort hart“, sagt Professor Georg Steinhauser vom Institut für Radioökologie und Strahlenschutz der Leibniz-Universität. Trotz akribischer Messungen ließen sich landwirtschaftliche Produkte aus der Provinz nicht mehr verkaufen, obwohl sie nicht belastet seien. Der 37-Jährige forscht seit dem Atomunfall zu Fukushima und hat kürzlich nachgewiesen, dass die Firma Tepco mehrmals bei Aufräumarbeiten Staubfontänen aufwirbelte, die auf vorher unbelastetem Gebiet niedergingen. Doch ein Großteil der Präfektur sei nicht von Kontamination betroffen, leide aber unter dem Stigma, betont der Wissenschaftler.

Annika Wunnenberg und Peter Brozynski sind in den zwei Wochen ihrer Reise an vielen Messstationen für Radioaktivität vorbeigekommen und trugen auch jederzeit ein Messgerät bei sich. Bedenkliche Werte sahen die beiden Master-Studenten Physik nicht.

„Die Wiese, die wir gerodet haben, hatte eine größere Belastung als vor dem Unfall, aber nicht im Vergleich zu Deutschland“, sagt Peter Brozynski. Denn die natürliche Strahlenbelastung liege hier deutlich höher als in Japan. Physiker sehen solche Fragen abgeklärt. Annika Wunnenberg und Peter Brozynski tragen mit Überzeugung ihre Shirts „I love Fukushima“, die sie als Geschenk bekamen. „Unsere Gastfamilien haben sich über unseren Besuch gefreut.“

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