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Aus der Stadt Studenten aus Hannover lassen T-Rex auferstehen
Hannover Aus der Stadt Studenten aus Hannover lassen T-Rex auferstehen
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10:03 02.03.2016
Filmreifes Vorbild: Der Saurierschädel hinter Glas diente den Studenten Meike Ulferts und Arthur Ulmann zur Inspiration, Annette Richter (Mitte) lieferte das Fachwissen. Quelle: Hagemann
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Hannover

Vor rund 65 Millionen Jahren sind sie ausgestorben. In der Zwischenzeit aber wurden die Dinosaurier immer mal wieder zum Leben erweckt. Ob in der legendären Hollywood-Filmreihe „Jurassic Park“ oder in der bekannten Dokumentation des britischen Senders BBC: Tyrannosaurus rex und Co. bewegten sich computeranimiert auf großem Fuß und fletschten die Zähne. Und nun hat einer der Urzeit-Giganten, der mithilfe moderner Software auferstanden ist, im hannoverschen Landesmuseum seinen großen Auftritt. Fortan ist dort ein stattliches Exemplar des Tyrannosaurus Rex als Hauptdarsteller in einem Kurzfilm zu bewundern – sogar in 3D. Möglich gemacht haben das zwei Mediendesignstudenten der Fachhochschule Hannover (FHH). Museumsdirektorin Katja Lembke lobt das Werk in den höchsten Tönen: „Hannover goes Hollywood.“

Natürlich kommt es Lembke und den Kollegen aus der Naturkundeabteilung eher auf den Lern- als den Showeffekt an. Doch um einen möglichst authentischen Zeitsprung in die Kreidezeit zu machen, sei die moderne Computertechnik optimal, sagt Annette Richter, Oberkustodin des Museums. Die Wissenschaftlerin hatte die Idee, dem Tyrannosaurus Rex (kurz T-Rex) mittels Computeranimation auf die Beine zu helfen. Für diese Aufgabe schaltete die Dinosaurier-Expertin einen anderen Experten ein: Markus Fischmann, FHH-Professor für Animation, sagte zu, das Projekt mit seinen Studenten zu betreuen.

Richter und Fischmann schrieben mit den angehenden Mediendesigner Meike Ulferts und Arthur Ulmann das Drehbuch für den dreiminütigen Kurzfilm. „Die meiste Arbeit hatten die Studenten“, sagt der Professor. Ein Jahr haben sie mit ihrer Semesterarbeit zugebracht. Die Computeranimation ist eine aufwendige Angelegenheit: Um eine Filmsekunde zu produzieren, werden 25 Stunden Rechenzeit veranschlagt. Zuvor müssen die Skizzen der Figuren mit Spezialsoftware regelrecht „zusammengebastelt“ werden. „Wir nutzen die neueste Technologie, wie sie auch in Hollywood zum Einsatz kommt“, betont Fischmann.

Zum Start des Filmprojekts gab es bei Paläontologin Richter aber erst mal Nachhilfeunterricht in Sachen Saurier. Schließlich ging es darum, die hochmoderne 3D-Variante des T-Rex so darzustellen, dass dieser dem Original, das vor 67 Millionen Jahren in den nordamerikanischen Wäldern der Oberkreidezeit gelebt hat, möglichst nahekommt. Wichtiges Anschauungsobjekt war für die Studenten der Abguss eines in den USA gefundenen T-Rex-Schädels, der seit den fünfziger Jahren zu den Exponaten des Landesmuseums gehört. Auch eine etwa 30 Zentimeter lange Kopie eines Dino-Zahnes diente den Mediendesignern zur Inspiration. Um eingehend zu studieren, wie sich der Saurier bewegt haben mag, fuhren Ulmann und Ulferts in den Tierpark Thüle nach Ostfriesland – um dort Straußen und Emus zu beobachten. Denn der T-Rex, klärt Richters Kollege Torsten van der Lubbe auf, gehöre ebenso zu den sogenannten Zehengängern wie seine Nachfahren aus der Vogelwelt.

Anders als diese war der – inklusive Schwanz – um die 13 Meter lange, vier Meter hohe und bis zu knapp sieben Tonnen schwere T-Rex aber ein hundertprozentiger Fleischfresser. Seine Ernährungsgewohnheiten spielen eine zentrale Rolle in dem Film. Zu sehen ist eine Szene, in der der Großsaurier sich auf ein deutlich kleineres Beutetier namens Parasaurolophus stürzt und zubeißt. Ohne bleibende Schäden für das Gebiss: „Der T-Rex hatte Nachrückerzähne im Kiefer – fiel einer aus, wuchs wenig später ein neuer nach“, erklärt Richter. Auch sein scharfer Blick habe diesen Saurier zu einem besonders guten Jäger gemacht. „Er war der erste seiner Art, der durch die Überschneidung der Sichtfelder beider Augen dreidimensional sehen konnte.“

Der T-Rex hatte also Gemeinsamkeiten mit unseren heutigen Sehgewohnheiten. So gesehen dürfte er auch bestens als Leinwandheld in 3D geeignet sein.

Der Film wird ab Dienstag bei den Dino-Wochen gezeigt. Infos unter www.landesmuseum-hannover.de

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