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Hannovers Studenten sind Auslandsmuffel

Uni-Absolventen Hannovers Studenten sind Auslandsmuffel

Die Absolventen der Leibniz-Uni gehen im Studium selten ins Ausland und nutzen nur wenig das Fremdsprachenangebot. Das bereuen sie nach dem Studium oft – denn dann fehlt ihnen die Erfahrung für das Berufsleben.

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Was machen nach dem Studium? Noch ist Zeit, die Weichen zu stellen.

Quelle: Katrin Kutter

Hannover. Hannovers Studenten lieben es bodenständig. Nur ein Fünftel der Absolventen der Leibniz-Universität haben während ihres Studiums Zeit im Ausland verbracht - bundesweit gehen dagegen rund 27 Prozent der Studierenden für eine Weile an eine Uni jenseits der Grenze. „Unsere Studenten scheinen sehr heimatverwurzelt zu sein. Wir wollen sie mehr motivieren, Erfahrungen in anderen Ländern zu sammeln“, erklärt Uni-Präsident Volker Epping.

Zeitfenster für Auslandssemester sollen eingeplant werden

Zur Förderung der Mobilität will die Leibniz-Uni in den Studienfächern Zeitfenster einplanen, die Studenten für ein Auslandssemester nutzen können. In den Wirtschaftswissenschaften besteht die Möglichkeit bereits - und bewährt sich. Dafür sollen die Fachbereiche mit Partner-Unis im Ausland vereinbaren, dass Leistungsnachweise gegenseitig anerkannt werden. „Die Studenten sollen die Möglichkeit bekommen, ihr Studium konsequent weiterzuführen. Denn unsere Erfahrung zeigt, sobald sie gebremst werden, machen sie nicht mit.“

Die geringe Neigung zum Studium in fremden Gefilden ist nur ein Ergebnis einer Studie, die das International Center for Higher Education Research in Kassel jetzt über Hannovers Studienabsolventen vorgelegt hat. 74 Prozent der Absolventen, die 2013 die Leibniz-Uni verlassen haben, kommen aus Niedersachsen - und 78 Prozent bleiben auch nach dem Studium.

Fremdsprachenangebote werden nur zaghaft angenommen

Und oft merken sie dann, dass sie ihre Fremdsprachenkenntnisse besser schon während des Studiums aufpoliert hätten. Fast die Hälfte der Berufstätigen wünscht sich im Nachhinein eine bessere Förderung in Fremdsprachen und Präsentation während des Studiums. „Wir haben eines der besten Fachsprachenzentren in Deutschland. Das Angebot wird aber nur zaghaft angenommen.“ Der Uni-Präsident denkt nun über verstärkte Werbung oder auch mehr verpflichtende Angebote nach.

Immerhin absolvieren drei Viertel der Studenten während des Studiums ein Praktikum. Vielleicht einer der Gründe, warum rund 60 Prozent der berufstätigen Absolventen nach ihrem Studium in einem passenden Beruf tätig sind. Rund 78 Prozent der Berufstätigen sind nach eigenen Angaben aufgrund ihrer Persönlichkeit sowie ihres Studienfachs eingestellt worden. Zwei Drittel der ehemaligen Studenten sind mit ihrer beruflichen Situation denn auch zufrieden bis sehr zufrieden.

18 Prozent üben Tätigkeit aus, die kaum was mit Studium zu tun hat

47 Prozent geben außerdem an, dass sie in sehr hohem Maße ihre im Studium erworbenen Kenntnisse und Qualifikationen anwenden können (bundesweit 49 Prozent). Allerdings üben 18 Prozent in den ersten beiden Jahren nach dem Studium eine Tätigkeit aus, die nichts oder nur wenig mit ihrer Ausbildung zu tun hat. Die erwerbstätigen Absolventen des Jahres 2013 verdienen als Anfänger im Durchschnitt 3177 Euro Brutto.

Ein bis zwei Jahre nach dem Studiums sind 41 Prozent der Absolventen regulär beschäftigt, 31 Prozent sind im Aufbaustudium (meist Master), 11 Prozent promovieren, weitere 11 Prozent halten sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser und 8 Prozent suchen Arbeit. Von den Bachelorabsolventen wollen 93 Prozent ein Masterstudium beginnen oder haben bereits begonnen. 78 Prozent bleiben dafür an der Leibniz-Uni.

Pferdestall wird ab Herbst saniert

Die Leibniz-Universität will dieses Jahr mit der Sanierung des historischen Pferdestalls an der Appelstraße beginnen und dabei zuerst eine Hälfte des Gebäudes auffrischen. Für das Vorhaben, den alten Königlichen Pferdestall zu einem Begegnungs- und Kommunikationszentrum der Uni umzubauen, sind bisher gut eine Million Euro an Spenden eingegangen. Uni-Präsident Volker Epping hofft, dass die Summe bis zur Jahresmitte noch deutlich anwächst.

Insgesamt sind für den jetzt geplanten Innenausbau, in den die Spenden fließen, bis zu 1,5 Millionen Euro Kosten kalkuliert. In der vom Parkplatz aus gesehen rechten Seite des Gebäudes soll im Erdgeschoss ein Konzert- und Vortragssaal mit rund 150 Plätzen entstehen. Im ersten Stock entstehen Sitzungsräume. Mit der Sanierung der Außenfassade startet die Leibniz-Uni im Oktober. Auch das Dach muss erneuert werden. Die Außenarbeiten finanziert die Uni aus ihrem Budget für Bauunterhaltung – und rechnet mit der Fertigstellung bis 2018.

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