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Aus der Stadt Studenten kritisieren Hochschulpräsidium
Hannover Aus der Stadt Studenten kritisieren Hochschulpräsidium
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12:57 06.10.2012
Von Juliane Kaune
Wegen der Pläne für den Campus an der Bismarckstraße hat die AStA das Präsidium der Hochschule Hannover kritisiert. Quelle: Wilde
Hannover

„Wir wurden vor vollendete Tatsachen gestellt, obwohl das Präsidium einen Dialog versprochen hatte“, kritisiert AStA-Referent Fabian Neumann. Das von den betroffenen Studenten abgelehnte Konzept sei bereits an das Wissenschaftsministerium weitergeleitet worden, ohne dass diese hätten Stellung nehmen können. „Das sind absolutistische Strukturen“, wettert Neumann - und kündigt öffentliche Proteste an.

Bereits im Juni hatten die Studenten gegen die Pläne des Präsidiums demonstriert, die bisherigen sechs Hochschulstandorte auf drei zu reduzieren. Demnach sollen in dem bereits übergangsweise von der HsH genutzten früheren Uni-Gebäude in der Bismarckstraße künftig dauerhaft die Fakultät für Elektro- und Informationstechnik mit rund 1300 Studenten und die Fakultät für Diakonie, Gesundheit und Soziales untergebracht werden, an der etwa 1100 Studenten eingeschrieben sind. Eine Studie des Hochschulinformations-Systems (HIS) hat jetzt ergeben, dass der Backsteinbau aus den dreißiger Jahren geeignet wäre, die neuen Institute aufzunehmen. Der Umbau in der Bismarckstraße würde nach aktuellen Schätzungen mindestens 50 Millionen Euro kosten.

Die Studenten protestieren vor allem gegen den Umzug, weil damit die Fakultäten für Elektrotechnik, Maschinenbau und Wirtschaft, die derzeit am Ricklinger Stadtweg in mehreren Studiengängen fachübergreifend arbeiten, räumlich getrennt würden. „Dann müssten Studenten und Professoren künftig pendeln“, kritisiert Neumann. Dafür sei die Verkehrsanbindung an die Bismarckstraße zu schlecht. In den Standort der Diakonie-Fakultät in Kleefeld, der laut Konzept aufgegeben würde, sei in den vergangenen Jahren unterm anderem erst noch in die Mensa investiert worden, sagt Neumann. In den dortigen Räumen in der früheren Evangelischen Fachhochschule hätten die Studenten derzeit ideale Lernbedingungen. Nach seiner Darstellung hat der HsH-Vizepräsident den Studenten noch im September mitgeteilt, es gebe keine Neuigkeiten zu den Standortverlegungen - kurz danach seien die fertigen Pläne dann den Fakultäten vorgestellt worden.

Hochschulpräsidentin Prof. Rosemarie Kerkow-Weil bestätigt auf Anfrage, dass nun mit dem Wissenschaftsministerium über die von der HIS erstellte Machbarkeitsstudie verhandelt werden soll. Ziel der gesamten Planungen sei es, die Weichen für „langfristig bessere Studienstrukturen an allen Fakultäten zu schaffen“. Den Vorwurf, die Interessen der Studenten übergangen zu haben, weist Kerkow-Weil zurück: „Die Aufregung kann ich nicht verstehen. Ich rede regelmäßig mit Studierenden.“ Ob das nun vorliegende Standortkonzept tatsächlich umgesetzt werde, hänge vor allem davon ab, ob das Land die notwendigen Summen bereitstellen werde. Mit einer Entscheidung sei erst in „einigen Monaten“ zu rechnen. Vor dem Studienjahr 2016/2017 werde ein Umzug nicht aktuell.

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