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Aus der Stadt Studenten stören Wahlkampf der Grünen
Hannover Aus der Stadt Studenten stören Wahlkampf der Grünen
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19:53 22.09.2017
Kommunikationsfreudig: Jürgen Trittin auf dem Kröpcke. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

Jürgen Trittin spielt gleich zu Beginn des Wahlkampffinales der Grünen seinen lokalen Trumpf als ehemaliger Landesminister aus: "Ich freue mich, mal wieder an einem Freitag auf dem Kröpcke zu sein." Dabei könnte nicht mehr Trubel in Hannovers Mitte herrschen: Zweimal fahren Polizeiautos mit Blaulicht durch die Menge. Und eine Gruppe von Studienanfängern der Leibniz Universität steht um mehrere Kisten Bier und stört immer wieder mit Schlachtrufen. Die Grünen lassen sich jedoch nicht aus dem Konzept bringen. Im Gegenteil: Ihre Strategie fußt auf Kommunikation. An kleinen Stehtischen laden sie zu Gesprächen ein, verschenken Sonnenblumen und grünen Tee. Zur Begrüßung spielt ein Jazzduo komplexe, aber beständig treibende Stücke.

Zwei Tage vor der Bundestagswahl haben die Grünen am Kröpcke den Endspurt ihres Wahlkampfs eingeläutet. Auf der Bühne standen Jürgen Trittin, Julia Verlinden und Anja Piel.

Das entspricht der Dynamik der Podiumsgespräche: Die beiden niedersächsischen Spitzenkandidaten Julia Verlinden und Jürgen Trittin teilen sich die Bühne in moderierten Gesprächen und Reden. Verlinden ist heiser vom Wahlkampfmarathon. Die Umweltwissenschaftlerin und energiepolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion spricht unprätentiös und frei, sie liest nur Stichworte ab. Sie geht auf Details der Klima-, Energie- und Verkehrspolitik ein und zeigt dabei Mut zu anspruchsvollen Differenzierungen. Dennoch beharrt sie auf einer grünen "Klare-Kante-Politik": "Ein echter Politikwechsel ist eben mehr als ein Software-Update." Ihre knapp 500 Zuhörer sind keine Pauschaljubler. Unter ihnen, das wird später in Gesprächsgruppen klar, sind auch Unentschlossene, die eine kritische Auseinandersetzung suchen.

Jürgen Trittin kommt die Rolle des entschlossenen Lautsprechers zu. Seinen pointierten Sätzen ist Routine anzumerken - und doch verliert er sich nicht, bleibt präsent. "Wir dürfen nicht die Themen der Rechten bedienen, das macht sie stark", sagt er. Und ergänzt: "Ein Einzug einer Partei des völkischen Nationalismus in den Bundestag wäre pervers." Trittin besetzte traditionelle grüne Themen: Er empört sich zum Beispiel über Rüstungsexporte ("Wir müssen endlich aufhören, Waffen für den Völkermord im Jemen zu liefern") und "eine Sozialversicherung wie unter Bismarck", der er das Modell einer solidarischen Bürgerversicherung entgegen stellt. Merkels zwölf Regierungsjahre fasst er zusammen mit: "Klimaheuchelei und falsche Industriepolitik". Schließlich zeigt er sich pragmatisch: "Opposition ist nicht Mist, sie ist der Kern der Demokratie."

Von Thomas Kaestle

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