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Hunderte Studentenappartments für Hannovers Norden

Investor Hunderte Studentenappartments für Hannovers Norden

An der Schulenburger Landstraße baut ein hannoverscher Investor Hunderte Studentenappartments, Altenwohnungen und neue Wohnhäuser. Das Projekt soll rund 30 Millionen Euro kosten und die Raumnot für Studierende lindern helfen. Die Politik muss in den nächsten Wochen über die Neubauten entscheiden.

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Auf der alten Sorst-Brache: Investor Steffen Dreßler, Bezirksbürgermeisterin Edeltraud Geschke, Planerin Martina Raab, Projektentwickler Werner Fürst.

Quelle: Conrad von Meding/M

Hannover. An der Schulenburger Landstraße will ein hannoverscher Investor fast 250 Studentenapartments bauen, dazu 27 Seniorenapartments und einen weiteren Gebäudekomplex mit 50 Wohnungen. Das Projekt soll rund 30 Millionen Euro kosten und helfen, die Raumnot für Studenten zu lindern. Die Politik muss in den nächsten Wochen über die Neubauten entscheiden.

Über einen grünen Weg zur Uni

30 Millionen Euro will Steffen Dreßler investieren, der mit seiner Döhrener Firma Aragon schon zahlreiche kleinere Projekte in Hannover gemanagt hat. „Der Standort ist optimal“, findet er: „Hainholz entwickelt sich prächtig, und die Studenten kommen über eine Grünverbindung mit dem Fahrrad in zehn Minuten zur Uni.“ Projektentwickler Werner Fürst hat ihn beraten. „Nachbarschaftliches Wohnen von Studenten und Senioren boomt in allen Uni-Städten“, sagt Fürst.
Das Gelände ist der einstige Standort der Sorst-Fabrik zwischen Schulenburger Landstraße und Voltmerstraße. Die Metallbaufirma war Ende der Neunzigerjahre geschlossen worden. Inzwischen ist die Bodensanierung komplett abgeschlossen und die Grundwasserreinigung weitgehend, aktuell wird noch auf einem Teilbereich nach Kampfmitteln gesucht. Sorst hat im letzten Krieg Torpedohülsen hergestellt und wurde auch bombardiert.

Ein Turmhaus mit 13 Stockwerken

Der heute 52-jährige Dreßler, ehemaliger Banker, hatte nebenan vor zehn Jahren 205 Wohnungen vom Spar- und Bauverein gekauft. 2010 sanierte er den alten Marinebau der Sorst-Fabrik, einen Vorkriegs-Backsteinbau, in dem jetzt ein Fitnessstudio und ein chinesisch-mongolisches Restaurant residieren. Als die weiteren Sorst-Flächen zum Verkauf standen, habe er sich 2015 entschieden, das Gelände abzurunden, sagt Dreßler. Architekt ist der Schweizer Max Dudler. Der experimentiert gerne mit historischen Backsteinformen. Für den Neubau der Dräger-Verwaltungszentrale in Lübeck nahm er jüngst ausdrücklich Bezug auf den Klinkerexpressionismus des Anzeiger-Hochhauses in Hannover. Der Neubau in Hainholz soll mit dem 13-stöckigen Turmhaus an der Schulenburger Landstraße ein Wahrzeichen am Stadteingang werden.

Bezirksbürgermeisterin Edeltraud Geschke begrüßte das Projekt, zu dem auch eine weitere Altenwohnanlage im Hof mit 42 Apartments gehört, die die hannoversche Firma Archimed errichtet. Sie erhofft sich von Hunderten Studenten weiteren Schwung für den Stadtteil, der wegen seiner Industrievergangenheit als einer der sozial schwierigsten Stadtteile Hannovers gilt. Nirgendwo ist die Wahlbeteiligung so niedrig, kaum irgendwo leben so viele Familien von Transferleistungen wie in Hainholz. Seit Jahren gibt es staatliche Unterstützungen für den Stadtteil, Bund, Land und Kommune geben Fördermittel, entstanden sind ein Kulturzentrum und das Naturbad, der Hainhölzer Markt soll in Kürze komplett neu mit Einkaufszentrum entwickelt werden.

Der Baustart für das erste Gebäude steht bevor. Für das große Studentenwohnheim allerdings muss noch der Bebauungsplan geändert werden, die Politik muss diskutieren. Dreßler sagt: „Ich hoffe, dass die Studenten bis Sommer 2019 einziehen können.“

Eberhard Hoffmann, Geschäftsführer des Studentenwerk Hannover

Eberhard Hoffmann, Geschäftsführer des Studentenwerk Hannover

Quelle: Surrey

"1200 Studenten suchen"

Herr Hoffmann, der Semesterstart steht bevor – wie viele Studenten haben Sie derzeit auf der Warteliste für Wohnheimplätze?

Es sind aktuell 1200 Studierende, die dringend eine Unterkunft benötigen. Zum Vergleich: Vor genau einem Jahr waren es noch 987.

Woran liegt das?

Der Wohnungsmarkt wird auch für Studenten immer enger. Wir betreiben 2304 Wohnheimplätze in Hannover, können aber pro Monat nur fünf bis zehn Plätze neu vergeben. In Hannover sind mehr als 45 000 Menschen an den Hochschulen eingeschrieben. Wenn wir für zehn Prozent von ihnen Wohnheimplätze hätten, wie es im Bundes- und Landesdurchschnitt üblich ist, hätten wir wohl kaum ein Problem. Das, was jetzt in Hainholz entsteht, ist ein privates Appartmenthaus. Auch so etwas gibt es ja schon, allerdings sind die Mietkosten meist deutlich höher. Das ist im Grundsatz richtig. Und trotzdem ist es gut, weil es den Wohnungsmarkt spürbar entlastet. Jeder Wohnheimplatz, der dazukommt, ist gut.

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