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Das sind die neuen Pläne für den Holländischen Pavillon

Expo-Park Das sind die neuen Pläne für den Holländischen Pavillon

Wird es diesmal etwas mit neuen Plänen für den Holländischen Expo-Pavillon? An der Ruine des spektakulären Bauwerks sollen 380 Studentenappartements entstehen. Der Pavillon könnte für Hochschulzwecke genutzt werden, eine Brücke soll hinüberführen. Donnerstag beschäftigt sich der Rat mit den Plänen.

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Ein Studentenhochhaus mit 380 Appartements, daneben der neu genutzte Expo-Pavillon: So könnte das Grundstück des Holländischen Pavillons bald aussehen.

Quelle: Zech-Bau/MVRDV

Hannover. Wird es diesmal etwas mit neuen Plänen für den Holländischen Expo-Pavillon? An der Ruine des spektakulären Bauwerks sollen 380 Studentenappartements entstehen. Der Pavillon könnte für Hochschulzwecke genutzt werden, eine Brücke soll hinüberführen. Donnerstag beschäftigt sich der Rat mit den Plänen.

380 Appartments, 12 Etagen

Seit der Weltausstellung verfällt der spektakuläre Pavillon zunehmend, immer wieder gab es Revitalisierungskonzepte. Sie scheiterten aber meist an Auflagen wie Brandschutz und an der ungewöhnlichen Bauform, teilweise auch an der Absurdität der Projekte. Unter anderem waren eine Garnelenzucht und ein Holzpellet-Werbezentrum dort geplant.

Während der Weltausstellung im Jahr 2000 war der Holländische Pavillon ein Besuchermagnet. Seitdem rottet das spektakuläre Gebäude ungenutzt vor sich hin.

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Die hannoverschen Immobilienentwickler von „Die Wohnkompanie Nord“ haben jetzt einen neuen Anlauf genommen. Sie gehören zum Bremer Zech-Konzern und entwickeln unter anderem in der Lister Constantinstraße ein Wohngebiet auf dem Areal der alten VHV-Versicherung.

Ihr Plan für den Expo-Park: Auf dem südlichen Grundstücksteil neben dem Pavillon soll ein Appartementhochhaus mit 380 kleinen Studentenwohnungen entstehen. Beide Häuser sollen „auf unterschiedlichen Ebenen vernetzt“ werden, unter anderem mit einer Brücke, die zum „Wald“ im Mittelgeschoss des Pavillons führt. Dort tragen echte Baumstämme die oberen Etagen.

Den Pavillon selbst würden sie umbauen, er soll von der Hochschule Hannover genutzt werden, die nach Angaben der Stadt „großes Interesse an der Nutzung des Pavillons“ hat. Die Hochschule leidet unter Raummangel, für die hat das Land vor Jahren bereits den Expo-Pavillon Bertelsmann-Planet-M gekauft und umfunktioniert. Nach Angaben der „Wohnkompanie Nord“ ist man bereits in Gesprächen mit Hochschuleinrichtungen.

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Die Ratspolitik entscheidet am Donnerstag in vertraulicher Sitzung über das Vorhaben. Bisher fallen die Reaktionen weitgehend positiv aus. „Es ist gut, dass sich jemand des Pavillons annimmt“, sagt SPD-Baupolitiker Lars Kelich. Auch sein Kollege aus der CDU, Felix Blaschzyk, begrüßt das Vorhaben, sieht aber im Detail Verbesserungsbedarf. „Die Fassade wirkt wie ein Billighotel im Mittelmeerraum“, sagt er und schlägt vor, einen Fassadenwettbewerb auszuschreiben.

Auch hält Blaschzyk das geplante Appartementhaus für zu hoch. „Zwölf Stockwerke sollten ausreichen“, sagt er. Sehr hohe Gebäude passten in ein urbanes Umfeld, wirkten aber am Stadtrand deplatziert. Beide Änderungsvorschläge will die CDU am Donnerstag dem Verwaltungsausschuss vorlegen.

Skepsis wegen Fassade

Die Grünen überlegen ebenfalls, ob der Wohnungsbau nicht zu wuchtig ausfällt. „Aber wir stehen im Verfahren noch ganz am Anfang“, sagt Grünen-Baupolitikerin Elisabeth Clausen-Muradian. Auf jeden Fall sei das Vorhaben eine echte Chance für das „Sorgenkind“ Holländischer Pavillon. Die FDP unterstützt das Projekt, wünscht sich aber auch eine andere Fassade für das Apartmenthaus.

Die Entwürfe für das Gesamtprojekt stammen vom holländischen Architekturbüro MVRDV, die 2000 mit dem Entwurf für den Pavillon international Schlagzeilen gemacht hatten.  

Expo-Park bald ausverkauft

Die beiden Nachbargrundstücke des Pavillons gehören der städtischen Expo-Grund. Sie werden für das Appartmenthaus und Stellplätze benötigt, die Expo-Grund hat sie für die Planungen zur Verfügung gestellt. „Das Konzept passt sehr gut in den Expo-Park – und es bringt Lebendigkeit“, sagt Expo-Grund-Geschäftsführer Karsten Klaus: „Aus unserer Sicht ist das ein toller Entwurf, auch mit Blick auf die Entwicklung von Kronsberg-Süd.“

Die Stadt hat gemeinsam mit dem Entwickler „Wohnbaukompanie Nord“ eine Bebauungsplanänderung vorbereitet. Das zeigt, dass auch in der Stadtspitze im Grundsatz Einverständnis mit dem Projekt herrscht. Allerdings muss der Pavillon noch gekauft werden, er gehört einem Münchener.

Nur noch knapp ein halbes Dutzend städtische Grundstücke seien im Expo-Park frei, sagt Klaus, für alle gebe es Kaufinteressenten. Eines neben dem Klingenberg-Areal sei gerade Anfang Juni an einen Projektentwickler verkauft worden.

Von Andreas Schinkel und Conrad von Meding

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