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Studentenwerk muss Notunterkünfte einrichten

Zu wenig Wohnraum, zu viele Studienanfänger Studentenwerk muss Notunterkünfte einrichten

Preiswerter Wohnraum für Studienanfänger ist auch zu Beginn des kommenden Wintersemesters weiter knapp: 1600 Bewerber stehen derzeit auf der Warteliste des Studentenwerk Hannover. Und noch haben nicht alle Studienanfänger ihre Zulassungsbescheide erhalten. Das Studentenwerk muss nun Notunterkünfte einrichten.

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In Gemeinschaftsräumen von Studentenwohnheimen sollen Notunterkünfte für Studienanfänger eingerichtet werden.

Quelle: Peter Heller/dpa (Symbolfoto)

Hannover. Angesichts steigender Studentenzahlen bereitet das Studentenwerk Hannover zum Semesterbeginn Notunterkünfte für Studienanfänger vor, die kein Zimmer finden. In den Gemeinschaftsbereichen von zwei Studentenwohnheimen sowie in den Schwesternwohnheimen der Medizinischen Hochschule könnten Studenten befristet auf einige Monate Unterschlupf finden. „Wir hoffen, dass wir diese Notunterkünfte nicht brauchen, wollen aber vorbereitet sein“, sagt Eberhard Hoffmann, Geschäftsführer des Studentenwerks. Bis zum Jahresende tolerieren die Mitarbeiter auch, wenn ihre Mieter Freunde ohne Unterkunft bei sich mitwohnen lassen.

416 Studenten konnten für das beginnende Wintersemester einen neuen Mietvertrag für eines der 15 Studentenwohnheime abschließen – von den insgesamt 2332 Wohnheimplätzen wird jedes Jahr nur ein Bruchteil frei. Beworben haben sich bisher 2146 junge Leute, von denen 1600 weiter auf der Warteliste stehen. Zahlreiche Studienanfänger haben ihre Zulassung aktuell jedoch noch gar nicht erhalten. Nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre rechnet Hoffmann deshalb im September und Oktober mit weiteren 800 bis 1000 Anträgen.

„Wir führen fahrlässig herbei, dass junge Menschen ihren Studienplatz in Hannover nicht annehmen, weil sie keinen Wohnraum finden“, kritisiert Hoffmann. In Hannover stehen nur für sieben Prozent der Studenten kostengünstige Wohnheimplätze zur Verfügung. In Niedersachsen liegt die Quote bei 10,6, bundesweit bei knapp 10 Prozent. Das Land hat den Neubau von Studentenwohnheimen allerdings lange nicht gefördert. 2014 ging ein Zuschuss von 1,5 Millionen Euro nach Hannover, der Neubau ist kommendes Jahr bezugsfertig. Für 2015 ist über die Verteilung von 5 Millionen Euro für studentischen Wohnraum noch nicht entschieden.

Eine echte Entlastung des angespannten Markts durch private Neubauten mit Klein-Apartments erwartet Hoffmann nicht. In der Nordstadt entsteht aktuell zum Oktober ein Wohnhaus für 300 Studenten. Weitere Projekte sind für 2016 und 2017 geplant. „Bei uns wird dadurch keiner weniger nachfragen“, schätzt der Studentenwerks-Chef. Mieten von mindestens 400 Euro für ein Ein-Zimmer-Apartment sind für viele schlicht zu teuer. Im Durchschnitt haben Studenten in Hannover 900 Euro im Monat zur Verfügung. 30 Prozent leben von 600 bis 800 Euro, 15 Prozent von weniger als 600 Euro.

Bereits seit dem Wintersemester 2011 vergibt das Studentenwerk aus der Not heraus die Plätze in seinen Wohnheimen nur noch an Studienanfänger, die nicht aus der Region Hannover kommen. Damals stieg die Zahl der neuen Studenten durch den doppelten Abiturjahrgang. Die Abschaffung der Studiengebühren in Niedersachsen im vergangenen Jahr führte zu einem weiteren Anstieg der Zahl der Studienanfänger um landesweit 4 Prozent. In Hannover haben zum Wintersemester 2014 rund 6900 junge Erwachsene ein Studium begonnen.

In den Wohnheimen des Studentenwerks leben zu 60 Prozent ausländische Studenten. Diese Gruppe wähle überwiegend mathematisch-naturwissenschaftliche Fächer, sagt Hoffmann. „Absolventen dieser Fachrichtungen werden dringend gesucht, mehr Geld für Studentenwohnheime wäre deshalb gut investiert.“

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