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Studentinnen wollen „Billy Boy“ verpacken

FH Hannover Studentinnen wollen „Billy Boy“ verpacken

Fachhochschule Hannover kooperiert mit führendem Kondomhersteller: Bisher haben sich Rainer Brandt und seine Studenten damit beschäftigt, wie sich Wurst, Käse oder andere Nahrungsmittel am besten verpacken lassen. Jetzt aber kommen Kondome ins Spiel.

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Quelle: dpa

Hannover. Bisher haben sich Rainer Brandt und seine Studenten damit beschäftigt, wie sich Wurst, Käse oder andere Nahrungsmittel am besten verpacken lassen. Nun hatten der Professor der Fachhochschule Hannover (FHH) und der wissenschaftliche Nachwuchs erstmals mit einem Produkt zu tun, das eigentlich nicht in ihr Fachgebiet der Lebensmittelverpackungstechnologie fällt. Um Kondome ging es im jüngsten Praxisworkshop, genauer gesagt um Präservative der Marke „Billy Boy“. Der Hersteller, die Firma Mapa, hatte in die Produktionsstätte in Zeven eingeladen, und Brandt zeigte keine Berührungsängste: „Im Prinzip geht es ja um die gleichen Fragen wie beispielsweise beim Verpacken von Kaffee“, erklärt der Experte.

Ob Kaffee oder Kondome: Produkteigenschaften wie Haltbarkeit, Schutz vor äußeren Einflüssen, ein leichtes Öffnen der Verpackung und eine ansprechende Präsentation seien in beiden Fällen entscheidend, sagt Brandt. Dass der deutsche Marktführer Mapa die hannoversche Fachhochschule ansprach, um innovative Ideen in Sachen „Billy Boy“-Verpackung zu sammeln, hat dem Professor geschmeichelt. Eine weit reichende Wirkung jedenfalls ist garantiert – immerhin werden jedes Jahr 70 Millionen „Billy Boys“ produziert. Die Zusammenarbeit mit dem Kondomproduzenten sei bisher sehr fruchtbar gewesen, sagt Brandt. Natürlich nur im kreativen Sinn.

Was bei dem eintägigen Workshop, an dem mehrheitlich Studentinnen mitwirkten, herausgekommen ist, unterliegt aber der Geheimhaltung: „Wir dürfen noch nicht allzu viel verraten.“ Brandt lässt dennoch durchblicken, dass unter anderem die Frage, ob und wie sich eine Kondomhülle mit nur einer Hand öffnen lässt, zum verpackungstechnologischen Forschungsgegenstand werden könnte. „Das wäre in der Praxis doch nicht schlecht“, sagt der Professor. Womit er in diesem Fall nicht die wissenschaftliche Praxis meint.

Die für ein Kondom geforderte Haltbarkeit von bis zu fünf Jahren stellt die Lebensmitteltechnologen ebenfalls vor neue Herausforderungen: „Finden Sie mal ein Lebensmittel, das so lange zu genießen ist und nicht in einer Dose verpackt ist.“ Kondome in Dosen wären sicher nicht im Sinne des Erfinders.

Juliane Kaune

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