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Aus der Stadt Studie: Wer in Hannover mit Stadt und Stadtteil glücklich ist
Hannover Aus der Stadt Studie: Wer in Hannover mit Stadt und Stadtteil glücklich ist
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23:39 03.03.2010
Von Felix Harbart
Viel Licht und auch Schatten: Die große Mehrzahl der Bürger lebt gern in Hannover. Die Lebensqualität im eigenen Stadtteil wird auch kritisch bewertet. Quelle: Thomas

Schon damals war klar: 88 Prozent der Befragten leben „gern“ oder „sehr gern“ in der Stadt. Weil folgerte damals, es gebe „keinen Korrekturbedarf“ in Hannover, die Zahlen seien „eher eine Bestätigung“. Im Vergleich mit anderen Städten liege man mit solchen Werten „absolut in der Spitzengruppe“. Seit gestern weiß die Verwaltung nun genauer, wie sich diese insgesamt hohe Zufriedenheit über die Stadt verteilt. Dass die Werte zwischen feinen Stadtvierteln wie dem am Zoo und problematischeren wie Hainholz sehr unterschiedlich ausfallen, ist dabei nicht überraschend – wohl aber, wie groß die Unterschiede teilweise sind. Unterscheiden muss der Leser der rund 250 Seiten starken Studie unterdessen zwischen der Zufriedenheit der Einwohner mit ihrem Stadtteil und mit der ganzen Stadt. So kann es kommen, dass die Vahrenheider Hannover als Ganzes mit am besten bewerten – 94 Prozent von ihnen sind mit ihrer Heimatstadt zufrieden, also sechs Prozent mehr als im städtischen Durchschnitt. Gleichzeitig aber halten die Menschen in Vahrenheide die Lebensbedingungen in ihrem eigenen Stadtteil für nicht besonders gut. Nur 58 Prozent sind mit ihnen einverstanden. Im Schnitt sind die Hannoveraner mit ihrem Viertel zu 77 Prozent glücklich.

Kurz gefasst lassen sich die wichtigsten Fragen zu der detaillierten Studie wie folgt beantworten:

Welches sind die größten Probleme Hannovers – und wer empfindet sie als besonders schlimm?

Am häufigsten beklagen sich die Hannoveraner über Verkehrsprobleme, etwa mit Baustellen und Staus. Sie sind für 13 Prozent am schwerwiegendsten. Das sehen vor allem die Menschen in Oberricklingen und Wettbergen (je 21 Prozent), Linden-Mitte (20 Prozent) und Vinnhorst/Brink-Hafen (19 Prozent) so. Am wenigsten Sorgen mit dem Straßenverkehr haben die Einwohner von Sahlkamp (vier Prozent), Stöcken und Hainholz (fünf Prozent).

Am zweithäufigsten (zwölf Prozent) nannten die Befragten Probleme mit „einzelnen Personengruppen“ als dringendstes Problem – also mit Ausländern oder Bettlern, wie es in der Statistik heißt. Das geben vor allem die Befragten in Stöcken, Hainholz (je 29 Prozent), Sahlkamp (25 Prozent), Ricklingen, Mühlenberg und Ledeburg/Nordhafen (je 22 Prozent) an. Als längst nicht so dramatisch empfinden das die Einwohner der List, Waldheims und Lahes (je 5 Prozent) und die aus Waldhausen, dem Heideviertel und Isernhagen-Süd (6 Prozent). Über ganz Hannover gesehen nennen die verschiedenen Altersgruppen dieses Feld übrigens beinahe gleich häufig. Die Befragten zwischen 18 und 29 Jahren und die zwischen 65 und 74 kommen auf den gleichen Wert.

Neun Prozent der Hannoveraner empfinden Kriminalität und fehlende Sicherheit als größtes Problem der Stadt. Das haben vor allem die Vahrenheider (19 Prozent), aber auch die Einwohner Stöckens (15 Prozent), Kleefelds, Vinnhorsts und Wülferodes (13 Prozent) angekreuzt. Insgesamt beschäftigt dieses Thema vor allem die Jüngeren: Elf Prozent der 18- bis 29-Jährigen sehen hier das größte Manko.

Wer ist besonders glücklich mit den Grün- und Erholungsflächen in seinem Stadtteil?

Über viel Grün freuen sich vor allem die Menschen in Waldhausen, Kleefeld, Waldheim und Herrenhausen. Das Gegenteil ist der Fall in Mitte, Bornum und Hainholz. Im städtischen Schnitt nennen 21 Prozent der Befragten das viele Grün als größten Vorzug Hannovers.

Wie ist es mit der Verkehrsanbindung des eigenen Viertels?

Eine gute Anbindung nennen insgesamt 19 Prozent als wichtigstes Plus Hannovers. Das sehen vor allem Menschen aus Hainholz, Leinhausen und Misburg-Süd so. Nicht so zufrieden ist man in Waldheim, Zoo, Nordstadt und Wülferode.

Wo sind die Einkaufsmöglichkeiten besonders gut?

Lobend äußern sich hier vor allem die Einwohner von Vahrenwald, Wülfel, Bothfeld und Ahlem. Unglücklicher mit dem Einkaufsangebot sind dagegen die in Wülferode, Waldheim, Zoo, Waldhausen, Bult und Vinnhorst/Brink-Hafen. Wer klagt am meisten über Lärm? Laut ist es offenbar vor allem in Linden-Nord, -Süd und -Mitte, außerdem in Mitte, Ricklingen, der Nordstadt und Hainholz. Die ruhige Lage in ihrem Stadtteil preisen dagegen die Menschen in Wülferode, Bornum, Ledeburg/Nordhafen und im Heideviertel.

Wer klagt vor allem über eine schlechte Infrastruktur?

Das tun die Einwohner von Ahlem, Kleefeld, Anderten und Davenstedt. Wo ist Parken am schwierigsten? Den größten Ärger mit der Parkplatzsuche haben die Autofahrer in der List, der Südstadt und der Oststadt.

Wer fühlt sich in seinem Stadtteil nicht sicher?

Insgesamt fühlen sich 94 Prozent der Befragten in ihrem Viertel tagsüber sicher oder sehr sicher. Allerdings sind es in Hainholz nur 66 Prozent, im Sahlkamp 78 und in Mühlenberg 77 Prozent. Abends haben stadtweit noch 70 Prozent der Bürger ein gutes Gefühl – vor allem die aus Waldheim, Zoo, Kirchrode, Wülferode und Bult. Auch hier rangieren Hainholz (25 Prozent), Mühlenberg (30 Prozent) und Sahlkamp (33 Prozent) hinten.

Wer ist mit seiner Wohnung zufrieden?

Besonders einverstanden mit ihren eigenen vier Wänden zeigen sich die Befragten aus Isernhagen-Süd, Wülferode, Ahlem, Lahe und Seelhorst. Anders sieht das bei denen aus Hainholz, Linden-Süd, Limmer und Vahrenwald aus. Kaum überraschend: Unzufrieden zeigen sich vor allem Arbeitslose, Geringverdiener und Alleinerziehende.

Wie schneidet die Innenstadt ab?

Eher mäßig. Nur 58 Prozent bewerten sie als „sehr gut“ oder „gut“. Dabei gilt: Je höher Bildungsgrad und Einkommen der Befragten, desto negativer ihr Blick auf die City. Das liegt vor allem an der „architektonischen Gestaltung“, mit der die genannten Gruppen nicht einverstanden sind. Auch Paaren mit Kindern bietet die Innenstadt offenbar nicht viel. Insgesamt fühlen sich tagsüber 94 Prozent der Hannoveraner in der Innenstadt sicher – am Abend jedoch nur noch 51 Prozent. Angst haben dann vor allem Ältere. Von ihnen gehen dann nur 37 Prozent unbeschwert durch die Stadt.

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