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Hannover schneidet in Studie schlecht ab

Stadtbahnunfälle Hannover schneidet in Studie schlecht ab

Nach einer Studie der Unfallforschung der Versicherungswirtschaft (UDV) ereignen sich in Hannover mehr folgenschwere Unfälle mit Stadtbahnen als im Durchschnitt von 58 untersuchten Städten. Die Studie betrachtet mit den Jahren 2009 bis 2011 einen länger zurückliegenden Zeitraum, wurde aber erst gestern in Berlin veröffentlicht.

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Verrechnet man die Zahl der folgenschweren Stadtbahnunfälle mit der Einwohnerzahl, dann landet Hannover auf Platz elf von 58 untersuchten deutschen Städten.

Quelle: Christian Elsner (Archiv)

Berlin. In den genannten Jahren wurden in der niedersächsischen Landeshauptstadt 54 Personen schwer verletzt oder getötet. Damit lag Hannover bezogen auf die Streckenlänge des Stadtbahnnetzes deutschlandweit an 14. Stelle, gemessen an der Einwohnerzahl auf Platz elf. Die Stadt mit den meisten folgenschweren Unfällen im Stadtbahnverkehr ist laut UDV mit einigem Abstand Karlsruhe vor Freiburg und Köln. Unter den vergleichbaren Großstädten liegen Nürnberg (Platz sechs), Düsseldorf (Platz acht) und Dresden (Platz neun) schlechter als Hannover. Zu berücksichtigen ist, dass die Zahlen schwanken. In Hannover etwa kam 2015 niemand bei einem Stadtbahnunfall ums Leben, im Jahr davor waren es sieben Verkehrsteilnehmer.

Ziel der UDV war es, herauszufinden, wie, wo und wann die unterschiedlichen Verkehrsteilnehmer in Unfälle mit Stadt- oder Straßenbahnen verwickelt sind, welche Folgen die Unfälle haben und welche Maßnahmen dagegen helfen können. „Schon wegen des hohen Gewichts der Fahrzeuge und dem Bremsverhalten sind Kollisionen mit Bahnen deutlich schwerer als mit Autos oder Bussen“, stellt der UDV fest.

Fußgänger tragen das größte Risiko

Eine Erkenntnis zieht sich wie ein roter Faden durch die Studie: Fußgänger tragen das größte Risiko, sie stellten drei Viertel der durch Bahnunfälle getöteten Verkehrsteilnehmer. 16 Prozent entfielen auf Radfahrer. „Bei den wenigsten Kollisionen ist die Stadtbahn Hauptverursacher“, erklärt der UDV. Hier liegen die Autofahrer mit 45 Prozent vor den Fußgängern mit 22 Prozent; die Bahnen kommen auf 16 Prozent. Eindeutig ist folgender Befund: Fast neun von zehn Unfällen mit Stadtbahnen ereignen sich im Bereich von Kreuzungen oder Einmündungen. Gleisstrecken in Mittellage der Straßen waren deutlich unfallträchtiger als solche, die sich an der Seite befinden.

Folglich empfiehlt der UDV, beim Um- oder Neubau von Stadtbahnstrecken eine Seitenlage zu bevorzugen. In Hannover passiert dies allerdings beim barrierefreien Umbau der oberirdischen D-Linie des Stadtbahnnetzes nicht. Wo viele Fußgänger die Gleise überqueren, müsse gegebenenfalls in puncto Sicherheit nachgerüstet werden. Diese Diskussion hat es in der Landeshauptstadt nach tödlichen Unfällen immer wieder gegeben. Resultate waren an einigen neuralgischen Punkten Drängelgitter und rot leuchtende Warnampeln. Um Unfallfolgen zu lindern, hat der neue Stadtbahnwagen TW 3000 eine weichere Frontpartie als seine Vorgänger.

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