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Aus der Stadt Studienstart an der Uni in zwei Durchgängen
Hannover Aus der Stadt Studienstart an der Uni in zwei Durchgängen
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00:18 15.10.2015
Von Bärbel Hilbig
Dicht gedrängt standen die Erstsemester zum Studienstart im Lichthof der Universität Hannover. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

Zum Glück sind die beiden Freundinnen ja zu zweit. Sonst würden Brid Bekmann und Cinzia Petitto sich wohl ein wenig verloren fühlen unter den vielen Hundert Erstsemestern, die um 9 Uhr im Lichthof der Leibniz Uni auf den Auftakt ins Studium warten. Um 5.45 Uhr ist Brid schon in ihrem Dorf in der Nähe von Wolfsburg aufgestanden, um 7.15 Uhr losgefahren, damit sie pünktlich zum Start in ihr neues Leben als Studentin eintrifft. „Alle, denen wir erzählen, dass wir pendeln, erklären uns für verrückt“, erzählt Cinzia, die wie Brid noch bei ihren Eltern wohnt. Ein wenig aufgeregt stehen die jungen Frauen in der Masse, denn so vieles ist noch völlig offen. Haben sie mit Sozialwissenschaften das richtige Studienfach gewählt? Wie schwierig werden die Klausuren sein? „Wir hoffen, dass die Vorlesungen nicht schon um acht beginnen, dann müssten wir den Zug um 5.45 Uhr nehmen“, seufzt Brid.

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Im Lichthof des Welfenschlosses werden die Studienanfänger begrüßt. Für sie beginnt damit das Studium an der Leibniz-Uni Hannover. 

Vorne läuft ein Werbetrailer mit freundlich aussehenden hannoverschen Studenten auf dem Rad, an der Dornröschenbrücke, vor der Uni. Kurz blitzt mehrmals das Uni-Logo auf – die Werbe-Studis tragen natürlich Shirts und Sweater der Leibniz-Uni. Türkisch, Russisch, Arabisch, Schweizerdeutsch: In zahllosen Sprachen wird „Willkommen“ eingeblendet. Aktuell sind fast 3000 der rund 26 .770 eingeschriebenen Studenten speziell zum Studium nach Hannover gekommen, die meisten aus China, der Türkei, dem Iran, Russland und Vietnam.

Multimedia-Reportage

Fast 40.000 Studenten haben sich für Hannover entschieden – und es werden immer mehr. Zum Beginn des Wintersemesters 2015/2016 wurden weitere 4470 “Ersties” im Welfenschloss begrüßt. Was zieht so viele junge Akademiker nach Hannover, und was hält sie später hier? Was sollten Studienanfänger unbedingt wissen? Und was machen Studenten eigentlich am Abend? Begleiten Sie uns auf einem multimedialen Rundgang durch das wissbegierige Hannover.

Die Erstsemester begrüßt Uni-Präsident Volker Epping in zwei Schichten – vor dem Mittagessen läuft die zweite Runde für die Ingenieurwissenschaften. Außerdem wird die Begrüßungsshow in den Audimax und für die Wirtschaftswissenschaftler auf den Conti-Campus übertragen. Angesichts von 4470 Studienanfängern ist die Eröffnung anders kaum machbar.

Epping, der die Hochschule seit Jahresbeginn leitet, steht zum ersten Mal als Uni-Präsident vor Studienanfängern. Und kennt als langjähriger Professor deren Gemütslage. „Wir wollen, dass Sie sich hier wohlfühlen. Neben spannenden Lehrveranstaltungen kümmern wir uns um das Drumherum. Der Conti-Campus ist ganz neu gestaltet.“ Dann fallen Worte wie „Contine“ und „Hanomacke“ sowie Feste feiern und Epping empfiehlt einen Blick aus dem 14. Stock auf das nächtliche Hannover und die „warmen Brüder“. Brid und Cinzia stehen Fragezeichen im Gesicht. Das wird sich später noch klären lassen.

Der Ersti-Guide

Für die Erstsemester beginnt nun das Studium. Zwischen Creditpoints und Seminarplänen ist es oft schwierig, den Überblick zu behalten - und das Studentenleben zu genießen. Die ZiSH-Redaktion gibt deshalb in ihrem Erst-Guide Studi-Tipps für Anfänger.

Parcour-Künstler vom Hochschulsport turnen elegant über Treppen und Kästen. Juniorprofessorin Michèle Heurs berichtet von ihrem spannenden Forschungsgebiet, der Suche nach Gravitationswellen. „Wir bauen supergute Laser. Die besten Lichtquellen der Welt kommen aus Hannover“, schwärmt die Wissenschaftlerin, die mit knallrotem Haar und enger schwarzer Kluft so gar nicht konventionell wirkt.

Zu anbiedernd? Janko Windrich, seit Montag Philosophie- und Politikstudent, gefällt das abwechslungsreiche Programm. Der 19-Jährige kennt als Hannoveraner die Stadt und findet es gut, dass Oberbürgermeister Stefan Schostok in einem kurzen Begrüßungsfilm auch Clubs wie das Chéz Heinz empfiehlt. Später sucht Janko wie so manche Anfänger zunächst vergeblich nach seiner nächsten Infoveranstaltung. Nebenan berichtet Stefanie Niederschmidt vom Fachrat Geografie den Erstsemestern von einem Krökelturnier. „Für alle, die nicht aus Hannover kommen: Das ist Kickern.“ Veranstaltungen fingen meist eine Viertelstunde später an. „Das ist Uni, das muss man nicht verstehen.“

Copyshop, Café, alles da

Brid und Cinzia wissen, dass es nach der Begrüßung in der Mensa-Milchbar ein Treffen mit Mitstudenten geben soll. Aber wo ist das bloß? Sie fragen sich durch und nehmen einen Trampelpfad durch den Welfengarten. Im Park bekommt Brid strahlende Augen: „Hier können wir im Sommer super draußen sitzen und lernen!“ Bei ihren ersten Schritten durch das Studentenviertel blicken sich die jungen Frauen aufmerksam um. Copyshop, Café, alles da. Das schöne Chemische Institut ruft bei beiden blanke Bewunderung hervor. „Wir sind bisher nur zum Shoppen nach Hannover gekommen“, erklärt Cinzia. In der Milchbar haben Studenten im dritten Semester für die „Ersis“ ein Büffet vorbereitet.

Schnell kommen Brid und Cinzia bei belegten Brötchen und Saft mit Mitstudenten ins Gespräch. Sie haben jetzt schon das Gefühl, hier richtig zu sein, in ihrer neuen Studentenstadt.

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