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Aus der Stadt Viele Züge fahren wieder, Behinderungen im S-Bahn-Verkehr
Hannover Aus der Stadt Viele Züge fahren wieder, Behinderungen im S-Bahn-Verkehr
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15:38 19.01.2018
Verspätungen und Zugausfälle bei der Bahn.  Quelle: Tim Schaarschmidt
Hannover

   Nach der deutschlandweiten Einstellung des Fernverkehrs wegen des Orkans „Friederike“ hat die Deutsche Bahn den Betrieb wieder aufgenommen. „Die ersten Fernzüge sind unterwegs“, sagte ein Bahnsprecher am Freitagmorgen. So sei um 3.25 Uhr ein ICE aus München in Richtung Frankfurt-Flughafen losgefahren. Der Sprecher betonte aber nochmals, dass es „nach wie vor zu Einschränkungen kommen wird.“ Passagierere sollten vor Fahrtantritt prüfen, ob ihre Bahn fährt. 

Am 18. Januar 2018 ist das Sturmtief "Friederike" über Hannover gezogen und hat seine Spuren hinterlassen.

 Insbesondere in Nordrhein-Westfalen und in Niedersachsen seien noch wichtige Strecken gesperrt, teilte die Bahn auf ihrer Webseite mit. Am Freitagmorgen fielen noch ICEs von Hannover in Richtung München, Darmstadt, Düsseldorf, Kiel, Bremen Göttingen, Chur und Berlin aus. Im Laufe des Vormittags normalisierte sich die Lage auf einigen Strecken allmählich. Weiter fallen viele Züge aus.    

Seit Freitagmittag fahren wieder Züge auf der Strecke zwischen Hannover und Göttingen. Ab 13.00 Uhr starteten wieder Metronom-Züge, teilte das Unternehmen mit. Schon vorher sei das Teilstück Göttingen-Kreiensen wieder frei gewesen und einzelne Züge hätten losfahren können. Auch Züge der Deutsche Bahn könnten die Strecke wieder befahren, erklärte ein Bahnsprecher. Reisende müssen bei den Fernzügen aber noch mit Verspätungen und Ausfällen rechnen. 

Diese Strecken sind weiter gesperrt

  • RB82: Die Strecke zwischen Seesen und Bad Harzburg, kein Ersatzverkehr möglich 
  • RE9 Osnabrück – Hbf-Bremen Hbf:  gesperrt, Pendelverkehr Bremen-Diepholz
  • Teilausfall auf der Strecke Hannover Hbf bis Bremen Hbf (unter anderem RE8)

Bereits ab 18 Uhr am Donnerstag hatte die Bahn auf ersten Strecken in Niedersachsen und Bremen den Betrieb wieder aufgenommen. Große Beeinträchtigungen gab und gibt es weiter im Fernverkehr.

Beeinträchtigungen im S-Bahn-Verkehr

Einige S-Bahnen in der Region Hannover konnten am Morgen den Betrieb wieder aufnehmen. Auf manchen Linien muss noch mit Behinderungen gerechnet werden. 

  • S1 Hannover Hbf - Minden: Betrieb aufgenommen. Kein Halt in Hannover-Nordstadt, Hannover-Leinhausen,  Letter und Seelze
  • S1 Hannover - Weetzen: Züge aus Richtung Hannover Flughafen enden und beginnen am  Hauptbahnhof Hannover. Züge aus Richtung #Hameln enden und beginnen in Weetzen.
  • S1 Wetzen - Haste:  Laut Bahn ist kein Zugverkehr zwischen Hannover Hauptbahnhof und Haste möglich., Busnotverkehr zwischen Weetzen und Empelde.
  • S2  Hannover –Seelze: im Pendelverkehr, Teilausfall von Wunstorf bis Seelze, ggf. auf S1 oder R1 ausweichen
  • S3 Betrieb aufgenommen
  • S4 Betrieb aufgenommen
  • S5  Hameln –Weetzen: kein Zugverkehr möglich, Busnotverkehr wird eingerichtet.
  • S5 Hannover –Flughafen: nur bis Linden/Fischerhof, im Pendelverkehr
  • S51: Ausfall
  • S6: Betrieb aufgenommen

Die Bahn hatte am Donnerstag sogenannte Hotelzüge bereitgestellt, in denen sich Reisende aufwärmen konnten, auch am Bahnhof Hannover.

Das Sturmtief „Friederike“ hat am Donnerstag zu erheblichen Behinderungen im Bahnverkehr geführt. Viele Passagiere konnte ihre Fahrt nicht fortsetzen. 

Die Bahnen der Üstra fahren am Freitag wieder planmäßig. Wegen der glatten Straßen könne es jedoch zu Verspätungen auf den Buslinien kommen, wird mitgeteilt.

Wegen der Auswirkungen des Sturms hatte die Deutsche Bahn am Donnerstag erstmals seit dem Orkan „Kyrill“ im Jahr 2007 den Betrieb auf ihrem gesamten Fernverkehrsnetz eingestellt. 

 Der schwerste Orkan seit mehr als zehn Jahren in Deutschland hatte mindestens sechs Menschen das Leben gekostet. Vielerorts wurde zeitweise Windstärke 12 und mehr gemessen. Auch mehrere Flughäfen strichen aus Sicherheitsgründen Flüge. Am Flughafen Hannover wurde die Abfertigung für etwa eine Stunde unterbrochen. Im Norden machte zudem regional Schneeglätte Autofahrern zu schaffen. 

Autobahn 7 bleibt gesperrt

 Wegen der Gefahr umstürzender Bäume sollte die Autobahn 7 an der Landesgrenze zwischen Niedersachsen und Hessen in Richtung Süden laut Polizei voraussichtlich bis zum Mittag gesperrt bleiben. 

Das Wetter hat sich mittlerweile beruhigt. Um Mitternacht hob der Deutsche Wetterdienst (DWD) die letzten Unwetterwarnungen auf. Am Tag weht der Wind laut DWD anfangs an der See und in den Bergen noch stürmisch. Probleme drohen weiterhin durch glatte Straßen. Es sind immer wieder Regen-, Schnee- und Graupelschauer möglich. An den Alpen erwartet der DWD kräftige Schneefälle.

Bundesweit der Fernverkehr eingestellt

Wegen des Sturmtiefs „Friederike“ hatte die Bahn am Donnerstag um 13.20 Uhr den Zugverkehr in Niedersachsen komplett eingestellt. Die Züge fuhren zum nächsten Bahnhof und bleiben dort. Auch die Erixx-Züge stellten bis auf die Verbindung Lüneburg–Dannenberg den Verkehr ein. Die anderen privaten Zuganbieter haben sich dem nicht angeschlossen: Metronom und Westfalenbahn sind weiter gefahren, wenn auch mit größeren Verspätungen. Gegen 15.30 Uhr wurde allerdings die Metronom-Strecke Hannover–Göttingen gesperrt. Die Westfalenbahn hat aber über den Kurznachrichtendienst Twitter mitgeteilt, dass ihre Züge in Nordrhein-Westfalen nicht fahren. 

Der Live-Ticker zum Sturmtief „Friederike“.

Bäume auf Oberleitungen behindern Üstra-Verkehr

Auch die Üstra hatte mit Sturmschäden zu kämpfen: Zuerst stürzte ein Baum zwischen den Haltestellen Nackenberg und Anderten auf der Linie 5, später ein weiterer bei Herrenhausen. Für die Linien 4 und 5 gab es einen Ersatzverkehr zwischen dem Friedhof Stöcken und dem Königsworther Platz. Auch die Linie 8 in Mittelfeld war betroffen, dort stürzte ein Baum auf eine Oberleitung am Lülfingweg. Kurz nach 15 Uhr waren es dann zu viele Schadensfälle auf einmal: Die Üstra stellte den Betrieb mit den Stadtbahnen ein, kurze Zeit später auch den Busverkehr. Nach einer Stunde lief der Verkehr langsam wieder an, es kam aber zu Verspätungen. 

Flüge nach Amsterdam gestrichen

Die niederländische Fluggesellschaft KLM strich für Donnerstag die Flug-Verbindungen von und nach Amsterdam. Der starke Wind schränke die Kapazität der Landebahnen am Amsterdamer Flughafen Schiphol erheblich ein, teilte KLM am Mittwoch mit. Außerdem wurde ein Air-France-Flug von und nach Paris gestrichen, sowie je ein Lufthansa-Flug von und nach München sowie Frankfurt. Für den Freitagmorgen ist bereits der 6-Uhr-Flug von KLM nach Amsterdam abgesagt. 

Gegen 15 Uhr musste der Flughafen die Abfertigung für etwa eine Stunde unterbrochen werden: Maschinen konnten in Langenhagen zwar landen, aber nicht mehr starten. Die Be- und Entladung der Flugzeuge war eingestellt worden. 

Oberharz für Lkw gesperrt

Wegen starken Schneefalls und des Sturmtiefs „Friederike“ ist der Oberharz am Donnerstagvormittag für Lastwagen gesperrt worden. Auf dem Steilstück der Bundesstraße 4 zwischen Bad Harzburg und Torfhaus sind nach Angaben des Polizeilagezentrums in Goslar bereits einige Lkw liegen geblieben. 

Auch rund um Braunlage habe es starke Schneefälle gegeben, sagte ein Sprecher. Der Sturm sei dort allerdings noch nicht richtig angekommen. Auf dem exponierten Brocken war schon am Morgen Windstärke elf mit Windgeschwindigkeiten von rund 100 Stundenkilometern gemessen worden. 

Von dpa/ewo/sbü

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