Am Dienstag schaltete Niedersachsens Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann unter der Adresse www.therapiekette-niedersachsen.de das neue Internetangebot frei, das der Zusammenschluss aus rund 70 Therapieeinrichtungen innerhalb von zwölf Monaten hat erarbeiten lassen. „Wir müssen alles tun, um junge Leute möglichst früh zu erreichen“, sagte Ross-Luttmann bei der Präsentation des Internetauftritts.
Das Portal bietet eine rasche Übersicht über Hilfseinrichtungen sowie Informationen zu allen Arten von Suchterkrankungen. In einem geschützten Bereich können Betroffene auch anonym Beratungsangebote per E-Mail wahrnehmen oder zu bestimmten Zeiten mit Suchtberatern oder ehemaligen Suchtkranken chatten. „Wir versprechen uns von dem Internetangebot, dass der Kontakt zu Hilfsbedürftigen früher aufgebaut wird“, sagte Cornelia Rundt, Vorstand des Paritätischen Niedersachsen. Zielgruppe seien vor allem junge Menschen, sagte Heiner Peterburs, Vorsitzender der Therapiekette und Geschäftsführer des hannoverschen Drogenhilfenetzwerks Step. „Ehe die in eine Beratungsstelle gehen, gehen sie viel eher ins Internet.“
Ross-Luttmann, selbst Mutter von drei Kindern im Teenageralter, zeigte sich begeistert von der einfachen Bedienbarkeit der Seite. „Viele Eltern werden das Angebot gerne nutzen“, sagte sie. Hier könnten sie Hilfe finden, wenn etwa „der Junge betrunken von der Polizei nach Hause gebracht wird“. Schon bei ersten elterlichen Sorgen über das Trinkverhalten ihrer Sprösslinge soll die Internetberatung ansetzen. Mittelfristig kann sich die Therapiekette auch weiterführende Angebote auf der Homepage vorstellen, etwa Informationsveranstaltungen für Schulklassen per Chat.
Schon seit 1998 bietet Step rund um Hannover die Internethilfe an. Mit der landesweiten Initiative sei Niedersachsen nun ein Vorreiter in dieser Hinsicht, sagte Peterburs. Unterstützung erfährt die Therapiekette auch von der Deutschen Rentenversicherung Braunschweig-Hannover. Hier ist man von dem Modell „sehr überzeugt".
Kommentare
Suchtberatung - – 03.06.09
Na, das ist doch mal eine gute Idee, die nicht nur bei jungen Leuten ankommen wird.Liebe Grüße