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Ein Graben für Südlink – bis zu 60 Meter breit?

Stromtrasse Ein Graben für Südlink – bis zu 60 Meter breit?

Im Oktober dürfte die Debatte um die Stromautobahn Südlink auch im Raum Hannover wieder aufleben. Nach Angaben von Fiete Wulff, Sprecher der beim Genehmigungsverfahren federführenden Bundesnetzagentur, will Betreiber Tennet dann einen Vorschlag für die Trasse vorlegen – selbst bei einer unterirdischen Variante wird sie bis zu 60 Meter breit.

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Im Herbst will Tennet den Trassenkorridor für die Stromtrasse Südlink vorstellen.

Quelle: Symbolbild

Mit Höchstspannungsleitungen wie dem Südlink soll Windstrom aus Anlagen auf hoher See und an den Küsten in den Süden Deutschlands transportiert werden. „Daran führt wegen der Energiewende kein Weg vorbei“, sagt Wulff. Ein erstes Planungsverfahren hatte in den vergangenen Jahren für reichlich Wirbel und erhebliche Widerstände durch die Politik und Bürgerinitiativen gesorgt, weil die Trassen als Freileitungen an 70 Meter hohen Masten geplant wurden. Nach einem Beschluss des Bundestages, der Tennet verpflichtet, die Strecke unterirdisch durch Erdkabel zu bauen, mussten die Planungen komplett neu aufgerollt werden.

Für den zweiten Anlauf haben sich die Vorgaben geändert. Freileitungen sind nur noch erlaubt, wenn Erdkabel gegen Naturschutzbestimmungen verstoßen, wenn sie ohne Umweltauswirkungen an vorhandene Masten gehängt werden können oder wenn Kommunen für ihr Gebiet eine solche beantragen. Komplett verboten sind sie, wenn die Trasse dichter als 400 Meter an Siedlungen heranreicht, was im Raum Hannover häufig der Fall ist. Außerdem gilt das Gebot der Geradlinigkeit. „Die Trasse muss sich an der Luftlinie orientieren“, erklärt Wulff. Große Schlenker in Richtung Ost-Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, wie im ersten Planungsverfahren von Trassengegnern vorgeschlagen, sind deshalb ausgeschlossen.

Zum möglichen Verlauf der Strecke in der Region Hannover sagen die Beteiligten noch nichts. Betrachtet man die neuen Kriterien genauer, dürfte allerdings eine Variante wahrscheinlich sein, die Tennet auch schon für die Freileitung favorisiert hatte. Sie würde die Region im Norden bei Burgwedel-Fuhrberg erreichen und sich im weiteren Verlauf Richtung Süden an der Autobahn 7 orientieren.

Für die Kosten gibt es nur Schätzungen

Die Bundesnetzagentur rechnet außerdem damit, dass Tennet die beiden bisher unter dem Namen Südlink separat geplante Höchststromleitungen zwischen Brunsbüttel und Großgartach bei Heilbronn sowie zwischen Wilster und Grafenrheinfeld bei Würzburg weitgehend auf einer sogenannten Stammstrecke zusammenlegt. „Dann bräuchte man für die Erdkabellösung eine Breite von 50 bis 60 Metern“, erklärte Wulff. Über den in ungefähr zwei Meter Tiefe liegenden Kabeln wäre Landwirtschaft möglich, aber in Wäldern müssten Schneisen frei bleiben.

Über die Kosten, die letztendlich die Stromzahler tragen, gibt es nur Schätzungen. Die Erdkabllösung könnte bis zum Achtfachen teurer sein als die Freileitungen; dann käme für den Südlink ein hoher einstelliger Milliardenbetrag heraus. Wulff macht allerdings eine Gegenrechnung auf: „Ohne die Stromtrassen müssen die Netzbetreiber immer häufiger regulierend in den Kraftwerksbetrieb eingreifen, damit die Stromversorgung nicht zusammenbricht“, erläutert er. Dies habe im vergangenen Jahr schon eine Milliarde Euro gekostet, die Tendenz gehe steil nach oben.

Tennet will nach der Präsentation der Grobkorridore wieder Infomärkte für die Bürger abhalten. „Dabei geht es auch darum, Einwendungen und Vorschläge zu sammeln“, erklärt Wulff. Insgesamt, so sein Eindruck, habe der Erdkabelbeschluss zu einer deutlichen Beruhigung des Themas geführt. Mit einem förmlichen Antrag rechnet die Netzagentur für das Frühjahr. Im Jahr 2025 soll Strom durch die Leitungen fließen, das ist drei Jahre später als zunächst geplant. Wulff nennt dieses Ziel ambitioniert.

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Bundesnetzagentur

Die geplanten Strom-Autobahnen von Nord nach Süd werden voraussichtlich mehrere Jahre später fertig als bislang erwartet. Das betrifft auch die Südlink-Verbindung, die durch die Region Hannover führt. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung (Dienstag) unter Berufung auf einen neuen Bericht der Bundesnetzagentur.

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