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Südstädter planen Flüchtlingshaus im Hof

Unterkunft für Aslysuchende Südstädter planen Flüchtlingshaus im Hof

Auf dem Grundstück hinter ihrem Mehrfamilienhaus in der Südstadt wollen Bodo Willsch und Poupak Javaher ein kleines Wohnhaus für Flüchtlinge errichten: „Wir wollen sie in unsere Nachbarschaft holen. So können wir sie am ehesten integrieren.“ Allerdings müssen die Nachbarn dem auch zustimmen. 

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„Sind nicht an Profit interessiert“: Bodo Willsch und Poupak Javaher. 

Quelle: Rainer Surrey

Hannover. Noch aber besteht für die 650 Quadratmeter Gartengrund in der Nähe des NDR-Funkhauses noch kein Baurecht. Das Paar und sein Bekannter Walter K. Leyendecker setzt auf die Möglichkeit, Flüchtlingsheime als zeitlich befristete Bebauung zu errichten. Das geplante Holzhaus soll maximal zehn Flüchtlingen Platz bieten. „Wir wollen sie in unsere Nachbarschaft holen. So können wir sie am ehesten integrieren“, sagt Leyendecker. Der ehemalige Zahnarzt mit Praxis in Kirchrode lebt selbst direkt um die Ecke.

Mit den ersten Anliegern hat der 68-Jährige bereits gesprochen und Wohlwollen erfahren. Allerdings sind es insgesamt rund 14 Haus- oder Wohnungsbesitzer, die der Ruheständler in den nächsten Monaten überzeugen will - zustimmen müssten alle. Und selbst, wenn alle Nachbarn die Idee gutheißen, bleiben viele Fragen zu klären. Steht ein so kleines Wohnhaus nicht quer zu allen Konzepten der Stadt zur Flüchtlingsunterbringung? Wie teuer wird so ein Haus, wenn es nicht der gängigen Container-Optik entspricht, sondern ansprechend aussehen soll?

Bisher lassen sich die drei Südstädter von solchen Fragen nicht irritieren. Bei einem Projekt der Architekturfakultät haben sie sich erste Entwürfe von Studenten anfertigen lassen. Mit dem Flüchtlingshaus im Garten wollen sie ihr bisheriges Engagement fortsetzen. Poupak Javaher, selbst Ärztin, und ihr Lebensgefährte Bodo Willsch haben sich eine Weile jeden Sonntag im Souterrain ihres eigenen Hauses mit Menschen aus einem Flüchtlingsheim bei Kaffee und Kuchen getroffen. Leyendecker las den Zettel im Fenster, dass Nachbarn bei der Konversationsstunde willkommen sind. Der ehemalige Mediziner vermittelte auch Arzttermine und beantragte Behandlungsscheine beim Amt.

„Wir sind nicht an Profit interessiert, im besten Fall wird es kein Minusgeschäft“, erklärt Javaher, die als Mädchen mit ihrer Familie aus dem Iran geflohen ist. Sie selbst und Leyendecker wollen den Hausbau mit bis zu 200 000 Euro finanzieren und über die Miete die Kosten wieder hereinholen. Leyendecker geht das Risiko eines Verlusts bewusst ein. „Ich habe dieses Geld und brauche es nicht. Früher hätte ich mir vielleicht ein schönes Auto gekauft, aber aus dem Alter bin ich rausgewachsen.“

Wie eng und provisorisch das Leben in einem Flüchtlingsheim ist, hat Poupak Javaher selbst erfahren, als sie vor rund 30 Jahren nach Hannover kam. Ein Jahr lang lebte sie mit Eltern und Bruder in einem Zimmer, bevor die Familie eine Sozialwohnung beziehen konnte.

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