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Aus der Stadt So soll Kultur die Raschplatz-Tristesse vertreiben
Hannover Aus der Stadt So soll Kultur die Raschplatz-Tristesse vertreiben
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00:16 15.07.2016
Von Uwe Kranz
"Summer in the City" auf dem Raschplatz: Den Auftakt machen am Mittwoch das hannoversche Songwriterprojekt Wine in Cana und die Liedermacherin Sarah Mertins. Quelle: HAZ-Montage
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Hannover

Der Raschplatz hat, in mehrfacher Hinsicht, Luft nach oben. Da sind sich mittlerweile auch alle einig. Viel ist geredet worden, bereits einiges getan, um den Platz attraktiver zu machen. Am Mittwoch nun startet der nächste Versuch: „Summer in the City“ heißt ein Kulturprojekt, mit dem die Stadt das große Loch hinter dem Bahnhof mit Leben füllen will. Jeweils von Mittwoch bis Freitag zwischen 18 und 20 Uhr werden in den kommenden Wochen jeweils zwei Bands oder Solokünstler pro Abend auftreten. Keine Superstars, sondern hannoversche Musiker und Poeten, die es zu entdecken gilt und zu entdecken lohnt - der Eintritt ist frei. Sie bekommen mitten in der Stadt eine große Bühne und sollen das kalt wirkende Areal akustisch begrünen.

Den Auftakt machen am Mittwoch das hannoversche Songwriterprojekt Wine in Cana und die Liedermacherin Sarah Mertins. Das städtische Kulturbüro hat gemeinsam mit dem Musikzentrum das Programm zusammengestellt.

„Was als freie Initiative im Frühjahr in der ehemaligen Polizeiwache begonnen hat, setzen wir jetzt open air mit Musik und Poetry fort. Ich bin sehr gespannt und freue mich auf das junge Programm an neuem Ort“, erläutert Kulturdezernent Harald Härke.

Bei den Grünen kommt die Idee an: „Den Raschplatz kulturell zu bespielen bedeutet eine Aufwertung, die eine Bereicherung für alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt darstellt“, sagt Oliver Kluck, kulturpolitischer Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen. Man hoffe, dass mit dem Programm auch eine freundlichere Gestaltung des Platzes einhergehe, die alle zum Verweilen einlade und „die Tristesse beendet“.

Das "Vier-Säulen-Konzept" der Stadt

Die kostenlose Musikreihe wird an das sogenannte „Vier-Säulen-Konzept“ angedockt, mit dem die Stadt ihren Bürgern den Raschplatz näherbringen soll - im besten Fall als attraktiven Aufenthaltsort. Davon ist der Platz zwischen Bahnhof, Hochstraße, Casino und Cinemaxx noch weit entfernt.

Nicht nur, dass der Platz sein graues, kaltes Image trotz des Umbaus vor einigen Jahren nicht losgeworden ist. Für Unmut sorgen auch mehrere Gruppen, die am Raschplatz trinken und sich auch immer mal in die Haare geraten. Das schreckt viele Passanten ab, genau wie herumliegender Müll, dreckige, dunkle Ecken und schlechte Gerüche. „Es ist ausdrücklich nicht unser Ziel, Menschen, die sich am Raschplatz aufhalten oder sich auf ihm bewegen, zu verdrängen“, sagt Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok. An den vier Säulen Sicherheit, Sauberkeit, Service und soziale Hilfeleistungen soll nun weitergearbeitet werden. Der Platz soll häufiger gereinigt werden, der von der Hannover Region Grundstücksgesellschaft (HRG) beauftragte Sicherheitsdienst soll aufgestockt werden. Mehr Licht soll in dunklen Randbereichen installiert werden.

Nun soll bis zum 2. September die Kultur helfen. Unter anderem mit Künstlern wie Mädchensauna und Der Bezirksjugendliche.

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