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Aus der Stadt Mutmaßlicher Raubmörder von Stöcken vor Gericht
Hannover Aus der Stadt Mutmaßlicher Raubmörder von Stöcken vor Gericht
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15:20 14.12.2015
Anscheinend hat der Supermarktmörder aus Stöcken – links die Bilder aus der Überwachungskamera in Hannover – auch im westfälischen Lünen ein Geschäft überfallen, wie die Fotos aus der dortigen Kamera zeigen. Quelle: Polizei
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Hannover

Mit Überfällen auf Supermärkte hat ein gefährlicher Serienräuber monatelang Angst und Schrecken in Deutschland verbreitet. Bei seinen Taten ging er stets nach demselben Muster vor: Kurz vor Ladenschluss betrat er den Markt, bedrohte die Kassiererin mit einer Pistole und verlangte Geld. Tödlich ging ein solcher Überfall am 4. Dezember 2014 für einen 21-Jährigen in Hannover aus - der junge Mann hatte versucht, den Täter zu überwältigen.

Tödlicher Überfall auf Supermarkt in Stöcken.

Wegen dieses Raubmordes und 23 weiterer Überfälle unter anderem in Nordrhein-Westfalen und Bayern steht jetzt ein 42-Jähriger vor dem Landgericht Hannover. An diesem Mittwoch beginnt der Prozess.

Spezialeinsatzkräfte hatten den mutmaßlichen Räuber auf einem Autobahn-Rastplatz bei Dresden überwältigen können. Die Ermittlungsgruppe «Discounter» war per Handy-Ortung auf seine Spur gekommen. Sein Mobiltelefon soll der Mann bei den Taten stets eingeschaltet dabei gehabt haben. Die Fahnder gehen davon aus, dass der Pole für die Supermarkt-Überfälle aus seinem Heimatland nach Deutschland einreiste.

Polizei sucht nach der Tatwaffe: Nach dem tödlichen Überfall auf einen NP-Markt in Hannover-Stöcken sucht die Polizei mit Metalldetektoren einen Park nahe des Tatorts ab. 

Bundesweit wurde mit Bildern aus Überwachungskameras nach ihm gefahndet. Der Serientäter trug stets eine Schiebermütze oder Kappe, maskierte sich aber nicht. Schüsse fielen bei insgesamt neun Überfällen.

Aufgrund von DNA-Spuren sowie eines Waffengutachtens konnten die Ermittler dem Mann Überfälle in Hannover, Salzgitter, Gifhorn, Hemmingen und Wolfenbüttel in Niedersachsen, in Nordrhein-Westfalen in Hamm, Bottrop, Essen und Bad Driburg, in Sachsen-Anhalt in Burg bei Magdeburg, Möckern sowie Dessau-Roßlau, in Bayern in Hof, Kulmbach und Pegnitz sowie in Brandenburg an der Havel zuordnen. Hinzu kamen Überfälle in Hessen und Thüringen.

Die jetzt angeklagten 24 Taten ereigneten sich zwischen Februar 2014 und Juni 2015. Nach Auskunft des Verteidigers des Angeklagten, Holger Nitz, wird der 42-Jährige weiter zu den Vorwürfen schweigen. Für den Prozess sind insgesamt 25 Verhandlungstage angesetzt, das Urteil könnte im kommenden Juni gesprochen werden (Az: 39 Ks 17/15).

Christina Sticht

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